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Der Winterschlaf nach seinen Erscheinungen im Thierreich / dargestellt von Dr. H.C.L. Barkow
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Respiration der Winterschläfer.

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äusserste durch das resorbirte Wasser geschwellt, der Man-tclsainn bildete eine dicke blasigte Wulst. Keines yon denThicren bewegte sieb, als ich es aus dem Wasser nahm, auchdie Fühler nicht heim Berühren, die bei den Thiercn, derenKopf stark ausgedehnt war, vorgeschoben und ebenfalls vomWasser geschwellt waren. Bei den unter c. aufgeführten Thie-rcn machte ich einen Einstich in die Kopfhaut und öffnete miteiner Pincctte das Athcmloch. Aus beiden Ocffnungcn flossreichlich Wasser aus, und der Umfang der Thicre sank sehrzusammen, so dass sie sehr bald fast den früheren Umfangerlangten. Die übrigen, die ich auf ein trockncs Brett legte,entleerten allinälig reichlich Wasser und Schleim, wurdendabei dünner und fingen allmälig an sich zu bewegen, zeig-ten Empfindlichkeit bei der Berührung, streckten die Fühlervor und zogen sic zurück, obwohl noch sehr langsam. NachVerlauf von 3 Tagen, als ich die Tliiere wiedersah, warendie am stärksten ausgedehnt gewesenen unter c und d ange-führten todt und bereits in Fäulniss übergegangen. Die zwei,welche gar nicht ausgedehnt waren, erholten sich vollständig,die übrigen erholten sich zwar und frassen auch, blichen aberdoch schwach, und starben im Mai und Juni.

Bei den Fischen ist während des Winterschlafes die Re-spiration wahrscheinlich auch unterbrochen, wenn sie auch in-tcrcurrircnd von Zeit zu Zeit eintreten mag. Rusconi 1 ) konnteam Synguatlius hippocampus während des Winterschlafes, alser das Wasser schüttelte, bei genauster Beobachtung einigeAthemziige erkennen, die aber nach einigen Minuten ganz auf-liörten. Dass die Karpfen 2 ) von Zeit zu Zeit aus dem Win-tcrschlafc erwachen und athmen, wird daraus wahrscheinlich,dass, wenn die Teiche in denen sie aufbewahrt werden, ge-

) S Meckels Archiv, Bd. 5, 1819. S. 269.

Bloch a, a. 0, lr Tlieil S. 106.

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