Respiration der Winterschläfer. 221
so schwach, dass sic kaum zu bemerken sind. Aber im tie-fen Wintcrsehlafc hören die Athmungsbewegungcn ganz auf.
Dennoch kann man nicht annchmcn, dass die Respirations-Bewegungen seihst im Zustande der Freiheit, wenn sich dieThiere unter den gewöhnlichen Verhältnissen befinden, langeZeit unterbrochen werden. Wie sic durch äussere Reize leichtkünstlich hervorgerufen werden können, so geschieht dies oh-ne Zweifel während des Winterschlafes von seihst durch in-nere, namentlich durch solche, die von dein Darmkanal ausge-hen und vom Gefässsystcm, z. B. vom Ansammcln des Blutesin der rechten Hcrzliälftc, in der Art. pulmonalis und derenVerzweigungen, nach deren Beseitigung die, durch sie intcr-curent hervorgerufenen Respirationen wieder aufhören.
Während des tiefen Winterschlafes, wenn die Respirationnicht durch Reize erregt ist, befinden sich die Lungen derSäugethicre wahrscheinlich im höchsten Grade des Exspira-tions-Zustandes. Sie liegen ziisammengefallcn neben der Wir-belsäule und enthalten w r enig Luft. Bei Igeln die ich wäh-rend des Winterschlafes öffnete, habe ich zwar die Lungenmehr oder weniger ausgedehnt gefunden, aber es ist unmög-lich diese Thiere zu öffnen ohne Rcspirations - Bewegungenhervorzurufen. Dennoch sind die Exspirationen hei ihnen sostark und erfolgen so schnell, dass in den mehrsten Thicrenheim Eröffnen des Thorax die Lungen schon wieder ganz zu-sammengesunken sind. Bei dem am 10. Januar 1836 geöffne-ten Ziesel waren die Lungen in halber Ausdehnung, bei demam 5. März getödteten dagegen ganz zusammengesunken.
Nach Sulzcr ') sind die Lungen während des Winterschla-fes heim Hamster, nach Tiedemann * 2 ) bei der Marinotte zu-sammengesunken und nach Saissy 3 ) sind sie während des Win-
>) a a. O. S. 169.
2 ) Meckel’s Archiv Bd. 1. Heft 4.
3 ) Reil’s Archiv a. a. O. S. 337,