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Der Winterschlaf nach seinen Erscheinungen im Thierreich / dargestellt von Dr. H.C.L. Barkow
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Neuntes Capitel.

tcrsclilafes unbeweglich, weniger blutreich und blässer als beiden -wachenden Tbieren.

Beim Igel verhält sich während des Winterschlafes derweiche Gaumen zum Eingänge in den Kehlhopf auf eine ci-genthiiinlichc Weise- Der weiche Gaumen besteht hier ausdem vorderen fleischigen und dein hinteren dünnhäutigenTheilc der 'Klappe. Diese beiden Theile bieten bei den ver-schiedenen Thicrcn in Beziehung auf iltre Grösse einige Ver-schiedenheiten dar, wie sich aus folgenden Messungen ergiebt,die ich an 8 Thicrcn angcstellt habe. Das letzte dieser Thic-rc war erst einige Wochen alt, das erste und zweite warensehr grosse alte Thicre, die übrigen mittlerer Grösse.

1) Dickerer Tlieil des weichen Gaumens 6 Linien, Klappe 21 Linien lang.

2 )

3)

4)

5)

6) und)

7) I

8 )

6

51

4i

4

4

3

2

21

2

4

11

11

Die Epiglottis verhiebt während des Winterschlafes durchihre hintere Fläche mit der unteren Fläche des weichen Gau-mens ziemlich fest, so dass die Goinmunication zwischen Mund-höhle und Bachen dadurch aufgehoben wird. Beim Erwachendes Tliicres wird die Verbindung zuerst au den Seiten aufge-hoben, während in der Mitte der Kehldeckel noch angehlebtist, so dass alsdann an jeder Seite des Kehldeckels ein klei-ner Eingang in den Rachen vorhanden ist.

Bei Thicrcn, denen ich während des Winterschlafes dieHaut abgezogen, die Unterleibseingeweide exentrirt und dieBrusthöhle geöffnet halte, die während diesen Operationen zu-weilen den Mund weit öflheten um nach Luft zu schnappen,blieb doch der Kehldechel au den Gauinen festgehlebt undriss beim künstlichen Oelfncn des Mundes und Niederdrücken