230 Neuntes Capitel«
sich vor der Nase. Nachdem das Thier 65 Minuten ausserWasser zugebrackt hatte, schien es sich vollkommen erholtzu haben $ 5 Stunden später stand es mit offenen Augen auf
den hinteren Extremitäten. Mit dem Vorderleibe und demKopfe lag es halb auf der Seite, war sehr böse, richtete schonbei blossem Geräusch die Stacheln auf, schnob und stiess beiblosser Berührung, indem es in die Höhe sprang. In derNacht vom 31. Januar zum 1. Februar batte es etwas Sahneund Semmel gefressen $ am 2. Februar war Thauwettcr ui »ge-treten, das Thier hatte in der Nacht gefressen und war voll-kommen wach. Am 3. Fcbr. früh hatte das Thier sich in dasHeu seines Lagers zurückgezogen und befand sich im begin-nendem Winterschlafe. Abends befand sieb das Thier wiederim vollhommncn Winterschlafe, worin es blieb, obgleich dasThauwettcr noch mehrere Tage auhiclt.
Am 24. Januar 1836 legte ich einen jungen vorjährigenmännlichen Igel, der in tiefem Winterschlafe war, in kühlesWasser. Er hob sogleich den Kopf und suchte ihn aus demWasser zu strecken, entwickelte die vorderen Extremitätenund tastete mit diesen umher, bewegte auch die hinteren leb-haft unter der Kappe, doch ohne sie zu entwickeln. Nachdemdas Thier '/i Stunde unter Wasser gelegen batte, bewegte esden Kopf nicht mehr, etwas noch die vorderen Extremitäten,mehr noch die hinteren und auch den hinteren Tlieil des Haut-muskcls, indem ich die hinteren Extremitäten anzog. Bei Be-rührung der Stacheln und Baiichhaare zeigten sich keine Be-wegungen 5 Augen und Mund waren geschlossen. Als ichdas Thier auf den Bücken legte, blieb es unbeweglich mitausgestreckten vorderen Extremitäten liegen, der Unterkieferwurde schlaff, und ’/i Stunde später war das ganze Thier,Kopf, Extremitäten und Stacheln schlaff, so dass ich das Thierleicht handhaben konnte, ohne mich an den Stacheln zu ver-letzen. Der Athein fehlte. Ich brachte das Thier einige Mi-