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Der Winterschlaf nach seinen Erscheinungen im Thierreich / dargestellt von Dr. H.C.L. Barkow
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334
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334 Zwölftes Capitel,

lieh. Entfernt man «len stachlieliten Hautthcil während desWinterschlafes unter Schonung des Sphineter cuculli, so bleibt«las Thier in halber Zusaminenkugclung. Ein Thier, dein ichwährend des Winterschlafes den stachlichtcn Hautthcil entfernthatte, zog sieh noch 1 Stunde später auf Berührung der fei-nen Bauchhaarc zusammen. Ein Thier, «lein ich den Sphine-ter cuculli «liirehsclinitten und den Unterleib geöffnet hatte,riss, als ich die Symphysis puhis «lurehschnitt das Maul weitauf, doch hei geschlossenen Augen. Beiin mechanischen Bei-zen der einzelnen Nerven, die zur Haut gehen, entstehen so-wohl Contractionen in «len ITautlheilcn, zu «lenen «lie Nervengehen, als in entfernten Thcilen. Besonders lebhaft erschie-nen die Contractionen «1er Haut heim Reizen der Riiekenner.ven am hintern Ende der Scapula und heim Reizen des Nerv,cutancus truiici lateralis. Mechanische Reizung «1er vordemWurzeln der Riickcnmarhsncrvcn bringen auch nach Entfer-nung des grossen und kleinen Gehirns noch Zusainineuziehungder Muskeln hervor, die von diesen Nerven Zweige erhalten.Bei einem Thierc, dem ich am 12. März 1837 während es sichim tiefen Winterschlaf befand, jtlas Gehirn und Rückenmarkentfernte, fanden 2 Stumlen nach dieser Operation heim Knei-pen des Nervus phrenicus noch lebhafte Zuckungen des Zwerch-fells stalt.

Ueher das Erlöschen der Sensibilität beim Igel durch Ein-wirkung auf die Centra für Empfindung habe ich folgendesbeobachtet:

Einem alten kräftigen wachenden Igel nahm ich zu An-fang Oclcbcrs 1813 die beiden Hemisphaeren des grossen Ge-hirns weg. Das Thier konnte sich nicht mehr aufrecht erhal-ten, die rechte hintere Extremität lag anfangs ausgestreckt,während das Thier die übrigen Extremitäten bewegte, auch,obwohl vergebliche Versuche machte, sich aufzurichten. All-mälig kehrte auch die Beweglichkeit «1er rechten hintern Ex-