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Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
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Einleitung.

oder die Partei, der sie zufällig angehörten. Mancher Memoiren-schreiber drängt sich so oft als möglich und oft unbeholfener-weise in den Vordergrund, alle Memoirenschreiber abersind in entzückender Weise liebenswürdig, von unbeugsamemEhrgefühl beseelt und was wirklich merkwürdig ist durch-schauen alle diejenigen ihrer Mitmenschen, mit denen sie in Be-rührung kommen, meistens Mittelware, bis ins innerste Herz.Es ist ein Jammer, daß nicht alle Menschen Memoirenschreibersind. Dann aber schiebt man auch seinem Volke oder seinerPartei die Sachen gerne ein wenig zurecht, verzerrt sie dagegenden außen- oder gegenüberstehenden; in dieser Richtung sün-digen wohl am meisten die Schulbücher und die Verfasser derReligionsgeschichte; sind doch die heiligen Legenden mit ihrenfortwährenden Einmischungen höherer Wesen zu Gunsten derzufälligen Religion des Erzählers eben Legenden.

Dieses alles aber erklärt nur einen Teil der Treppen-witze; die Hauptsache ist wohl diese: die Geschichte ist demgroßen Publikum langweilig! Das Historische ist nicht rhe-torisch und umgekehrt; eine ganz wahrheitsgetreue Erzählungdessen, was sich während eines bestimmten Zeitraums ereignethat, würde uns fast immer anwidern, wie der Schaukasteneines Vorstadt-Photographen, der seine Bilder nicht zu retou-chieren versteht. Ein zweiter Lessing könnte einen zweitenLaokoon" schreiben über den Unterschied der Geschichte undder Kunst. Die Geschichte, wie sie sein sollte, wäre für dieKunst unbrauchbar. Sie wäre nicht poetisch, weder episch nochdramatisch, weder malerisch, noch dürfte sie dem Marmor irgend-wie entgegenkommen. Ungern würde sie sich selbst jeder syste-matischen Darstellung fügen und mit ihrer bleiernen Alltäglich-keit dem Historiker das Aufrechterhalten seiner Würde ermüdendschwer machen, indem sie ihn zwingen würde, sich hauptsächlichmit, wenigstens anscheinend, läppischen, trivialen Dingen zubefassen. Ein schöner Stil wäre ihm fast unerreichbar. Sehrnaiver-, aber richtigerweise im Sinne der meisten bemerkt daher