Die goldene Zeit.
-2)ie goldene Zeit! — wohl der erste, der zäheste, derschönste — und der verkehrteste der Treppenwitze der Welt-geschichte. Schon die Benennung ist närrisch
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luons a von luosvcko.
(Byron, Do» 6<r»w V/. Vers 55.)
Je weiter die Wissenschaften vor- oder vielmehr rückwärtsdringen, die Geschichte, die Naturwissenschaft, die Sprachwissen-schaft, desto klarer wird es, daß unter keinem Himmelsstrichund unter keinem Volke jemals ein Zustand geherrscht habe,der auch nur euphemistisch als „goldene Zeit" bezeichnet werdenkönnte, sobald man die Lage der Mehrzahl der Menschen insAuge faßt, von den Tieren schon gar nicht zu reden. — Vonden vielen Vorschriften der Kultur geplagt und abgespannt,über das was verboten ist und nicht verboten —, was sichschickt und nicht schickt —, liebäugelt der Kulturmensch auchwohl manchmal mit der Zeit
Drpden; oomMLsö 6^6-rackr, / Ne/. /, He. /in der Erinnerung an Römer 4. 15, „wo das Gesetz nicht ist,da ist auch keine Übertretung" und doch ist nichts verkehrter,als sich vorzustellen, ein Wilder sei befreit davon Rücksicht zunehmen; gerade die Wilden fürchteten und fürchten alles, das