Die Engländer.
licher Verstimmung geschriebene oder auch wohl gar starkironisch gefärbte Worte wie gerichtliche Zeugenaussagen be-handelt und zwar auf beiden Seiten, was man freilichin Deutschland nicht immer weiß. — Die Erzählungen, daßVoltaire in Potsdam Wachslichter gestohlen habe und 1751auf seiner Reise nach Frankfurt in Brackwede bei Bielefeldvon den durch einen von ihm beleidigten Pagen aufgehetztenBauern für einen Affen gehalten und demgemäß behandeltworden fei, sind alberne Erfindungen. Wo mögen sie zuerstgedruckt sein? — Neben den Verdiensten Voltaires aberschwinden alle diese Klatschgeschichten in solche Kleinheit zu-sammen, das; man sich über die Menschheit schämt, die der-gleichen in ihren Annalen verzeichnet hat, selbst wenn es wahrgewesen; sie hätte wirklich wichtigere Dinge zu thun.
Die Engländer.
Unter den Engländern geht eine Legende, daß sie wenigerlögen als andere Nationen, oder gar niemals. Das letzterewird nur selten behauptet; aber den Vorzug der relativenWahrhaftigkeit lassen sich die Britten nicht gern nehmen, ob-wohl er auf schwachen Füßen steht; schon die betreffendeBehauptung selbst ist eine Unwahrheit; alles in allem lügensie gerade soviel als ihre meisten Nachbarn, nicht mehr, aberauch nicht weniger. In der Diplomatie hat „Albion" sogardas stehende Beiwort was gewiß viel sagen will,
und die Engländer definieren selbst ihre Diplomaten als MSN/o ^6 /ö»- Ata blmvM »/' ooA-rt/?/. (DerAusspruch stammt von Sir Henri) Wotton (1568—1639s,der ihn lateinisch in das Album seines Freundes Fleckamorein Augsburg auf seiner Reise nach Venedig schrieb (UsAatnssst vir donn8 psroFro iriissns aä inontionänM rsi predtiosocausas). — Infolgedessen haben sie, wie die andern Nationen,