Die Griechen.
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Zeitschrift für Kunde des Morgenlandes die Übersetzung einerInschrift, welche der Reisende Niebuhr von einer in die Süd-mauer der großen Terrasse zu Persepolis eingebauten, unge-heueren Marmorplatte abgeschrieben hatte, und welche HerodotsBericht zu bestätigen schien. Später haben aber Holtzmann,Oppert und Rawlinson einen Irrtum in Lassens Übersetzunggefunden; nach Rawlinson lautet die Inschrift: „Diese ProvinzPersiens, welche Auramadza mir geschenkt hat, welche berühmt,an guten Pferden reich ist und gute Menschen hervorbringt".Dadurch verschwand das Pferd des Dareios wieder ins nichts.(Vergl. Max Müller, (deutsch), Leipzig 1865, I.
S. 117 f.) Was aber noch mehr gegen die ganze Legendespricht, ist der Umstand, daß, soweit wir beurteilen können, garkeine Königswahl nötig, sondern nach dem Tode der Söhnedes Kyros Dareios der gesetzliche Erbe war. (Duncker, G. d. A.IV. S. 458.)
Aus der Regierungszeit des Dareios ist besonders seinZug gegen die Skythen mit Fabeln ausgeschmückt; es würdeaber zu weit führen, die Einzelheiten aufzuzählen (vergl. viel-mehr die betreffenden Kapitel in Duncker, Geschichte des Alter-tums). Die Geschichte Persiens verflicht sich nunmehr mit der-jenigen der Griechen, zu denen wir daher übergehen.
Die Griechen.*)
Die Griechen haben sich schon einigermaßen mit unsermThema beschäftigt, indem das Buch desPalaiphatos«-ilo-ibiv" eine Zusammenstellung verschiedener allegorisch-histo-rischer Mythendeutungen ist. Im allgemeinen macht er es sichaber zu leicht; der Stier, der die Europa davongetragen, wärenach ihm ein Mann Namens Stier gewesen u. dergl. Einige
*) Bon den Quellenschriftstellern, die hier und bei den Römern in Betrachtkommen, erwähnen wir der Zeitfolge nach: