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Die Nömer.
auf. (Vergl. Niebuhr, Vortrage über römische Geschichte,Berlin 1847, Band II. S. 56.) — Die Keuschheit Scipios,des Gegners Hannibals, muß nicht zu nahe untersucht werden,damit sie nicht Schaden leide. Die Geschichte ist hübsch undwird auch oft bildlich dargestellt. Lassen wir sie daher passieren.(Vergl. Polybios X. 18, 19.) Valerius Antias erzählt nachGellius X. L.. VII. Kap. 8 das Gegenteil.
Sehr merkwürdig ist es, daß der so unendlich oft citierteAusspruch des älteren Cato: „Ootsrum oonsso OartbaZInoin6888 äolonäain" sich in keinem alten lateinischen Schriftstellernachweisen läßt, sondern nur griechisch bei Plutarch. Werihn zuerst in der jetzt üblichen lateinischen Form geschrieben,kann nicht angegeben werden.
Von demselben Cato stammt noch eine Geschichte, vonder man sich nur wundern muß, daß sie noch nicht zu einemOperetten-Libretto verwendet worden. Sie ist uns überliefertdurch Aulus Gellius (X. I. 23) und Macrobius (Latur-nalio. I. 6). Es ist diejenige vom Papirius Praetex-tatus (togs, praotsxta, die Knaben-Toga); der Beiname,ursprünglich vielleicht wie Scaevola (s. S. 135) ein Spott-name, ist wohl Veranlassung zur Entstehung der Geschichtegewesen. Cato soll sie, nach Gellius, in seiner Rede „vorden Soldaten gegen Galba" angebracht haben; es sollennämlich die römischen Senatoren die Sitte gehabt haben, auchschon ihre unerwachsencn Söhne mit in vie Natsversammlungzu nehmen. Als nun einmal der junge Papirius auch somitgenommen worden, soll eine wichtige Angelegenheit zwarberaten aber nicht erledigt und deshalb allen Anwesenden dastiefste Stillschweigen auferlegt worden sein. Nachdem derKnabe dann nach Hause gekommen, soll die Mutter ihn ausNeugierde so lange gequält haben, bis er endlich, um Ruhezu haben, ihr erzählt hätte, es wäre darüber beraten worden,ob nicht in Zukunft ein Mann sich zwei Frauen oder eineFrau zwei Männer nehmen könnte. Kaum hat sie dies er-