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Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
Entstehung
Seite
169
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Die Römer. ^09

Auch bei Diodor z. B. 14. 107 und 15. 74 klingt einigesüber Dionysios Mitgeteilte sehr wie Klatsch.

Unverschämt und damit zum Teil sehr drollig sind dieGeschichten, welche der jüdische Geschichtsschreiber I o s e p h u süber das Ende des jüdischen Reichs und die ZerstörungJerusalems zum besten giebt. Bei der Belagerung vonJotapata durch Vespasian möchte er gerne unter einem Ver-wände durchbrennen, aber die belagerten Juden verhindernihn daran. Als die Römer schließlich stürmen, verkriecht ersich mit 39 andern in einen Brunnen. Vespasian, so erzähltJosephus, will ihn durchaus bei sich haben und schickt mehrereParlamentäre, die ihn von oben herab einladen; aber die mit-eingesperrten Juden drohen, ihn im Falle eines solchen Ver-rats zu töten und verlangen, daß er mit ihnen freiwillig sterbe.Darauf hält er ihnen einen Vortrag gegen den Selbstmordund schlägt vor, sie sollten sich alle gegenseitig paarweise tötenund die Reihenfolge durch das Los bestimmen; wird ange-nommen, wie er erzählt; die Juden erstechen sich gegenseitigpaarweisebis er mit dem letzten der 39 übrig bleibt, mitdem er sich freundschaftlicher Weise abfindet, heiler Haut zu-sammen aus dem Brunnen zu klettern." (!) Der letzte Abge-sandte des Vespasian soll diese wunderliche Scene von obenmit angesehen haben. Vor Vespasian geführt, prophezeit er(so flunkert er weiter), daß dieser Kaiser werden würde; dieseProphezeiung leidet an allen Symptomen eines unverschämtenHumbugs. Bei der Belagerung Jerusalems durch Titus end-lich, die er ganz theatralisch schildert, spielt er dann, nach seinemBericht, die in seiner Lage sehr wunderliche Rolle desehr-lichen Maklers", indem er die Juden in der belagerten Stadtmehrmals zu Gunsten der Römer apostrophiert; er wohnt demTriumphzuge des Vespasian über die Juden bei, welchen Mschildert, als ob sie ihn garnichts angingen und tritt dann alskaiserlich römischer Preß-Jude in die Dienste des Bezwingersseines Vaterlandes. Eisenbahnkonzessionen gab es damals noch