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Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
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Die Dcutschcn,

Der Bischof Werner gab das Geld,

Gras Radbod hat sie hingestellt,

Klein aber fest,

Die Habichtsburg, das Felsennest.

Als aber der bischöfliche Bruder die Burg besuchte, fand er, trotz des Geldes, daser zum Bau hergegeben, keine schlitzenden Mauern, Da bot der Erbauer über Nachtdas Volk aus, das er mit des Bruders Gut gewonnen hatte, Herren, Ritter, Knechte,die alle sich aus der Burg lagerten. Auf sie hinweisend, sprach er am nächsten Morgenzum überraschten Bruder: Dies sind meine Mauern, die ich gebaut habe. Die hübscheErzählung entbehrt aber der historischen Wahrheit, Eine Urkunde von 1VS7, in welchersich Werner, Bischof von Strasjburg, Gründer der Habsburg nennt, ist unecht. MitSicherheit kann man nur sagen, daß sich Werner I, (->- 11, November 1V!>6) zuerstGraf von Habsburg nannte. Auch wie die Habsburg ursprünglich ausgesehen habenmag, ist ein Rätsel, Die Abbildungen sind meist jüngeren Datums und von zweifel-hafter Herkunft, die älteste stammt »ach Überschrift aus 1 !>t>g." (Abgekürzt aus einemFeuilleton derWiener Zeitung" vom 17 , Februar 18 SS von 1 >r.R, Reissenberger.)

Die Anekdote von den aus tapfern Männern bestehendenMauern steht übrigens schon fast wörtlich bei Plutarch, Lako-nische Denksprüche, Agesilaos 19:

Ein anderer fragte ihn, warum Sparta ohne Mauern sei; da zeigte er aufdie bewaffneten Bürger mit den Worten:dies sind Lakcdämons Mauern","

Vergl. denselben Schriftsteller, Lykurgos 19.

Ein Diakonus Adalbert in Bamberg verfaßte um 1146,veranlaßt durch die Kanonisation des Kaisers, ein LebenHeinrich II, (ch 1024); ... er nahm darin das wohl inBamberg selbst ersonnene Märchen von KunigundensKeuschheit und ihrer Rechtfertigung durch die Feuerprobeauf (Grimm, deutsche Sagen, 2. Ausl-, II. S. 157), nebstdem beliebten Geschichtchen von dem Merseburger Becher.Vorzüglich bewundert Adalbert, daß Heinrich bei dieser großenFrömmigkeit doch so gut für das Reich gesorgt habe, wasfreilich ausnehmend wunderbar sein würde, wenn es nurwahr wäre." Das zweite Buch behandelt die Wunder andes Kaisers Grab und schließt mit einer Nutzanwendunggegen die Feinde der Geistlichkeit (Wattenbach, a. a. O. I.S. 269 f,). Der Kaiserin Kunigunde soll es sogar, wie demheiligen Goar, gelungen sein, ihren Handschuh an einemSonnenstrahl aufzuhängen. (!)

Betreffs Heinrich IV. Zug nach Canossa (1077) hat