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Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
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Die Deutschen.

Im Jahre 1886 machte auf der Ausstellung in Berlinein Bild von Fritz Neuhaus (Düsseldorf) Aufsehen, welchesden großen Kurfürsten als jungen Prinzen darstellt,einem Gelage entfliehend, dessen Temperatur ihm etwas zuheiß geworden zu sein scheint. Dasselbe befindet sich jetzt imherzoglichen Schlosse in Braunschweig. Im Katalog (1886)stand dazu folgender Kommentar:

„Der Kurprinz geriet hei seinem Aufenthalt im Haag auf Anstiften ihm feindlichGesinnter in die Gesellschaft der sogenannten Llollia nooto, trotzdem man ihn davorgewarnt hatte. Als er jedoch merkte, das; es auf Berfiihrung abgesehn war, so spranger entrüstet von der Tafel auf und entfernte sich mit den Worten: „„Ich bin esmeiner Ehre, meinem Lande und meinen Eltern schuldig, diese Gesellschaft zu ver-lassen"". Er flüchtete aus dem Haag zu seinem Vetter, dem Prinzen von Oranien,welcher vor Breda lagerte. Dieser empfing ihn mit den Worten: „„Vetter, Ihr habteine größere Heldenthat vollbracht, als wenn ich Breda erobert hätte; denn wer inseiner Jugend sich selbst überwindet, wird dereinst Großes leisten.""

Dieser Kommentar ist uuhistorisch. Als der Kurprinz mitseinem Hofmeister Leuchtmar in Cleve war, hielt dieser esnicht für richtig mit ihm nach dem Haag zu gehn, weil daein gar zu üppiges Leben wäre. 1636 ist dieser Hofmeisterin einer politischen Angelegenheit im Haag gewesen; ob erda den Kurprinzen mitgenommen hat, weiß man nicht; dagegenist der Kurprinz bei der Belagerung von Breda zugegengewesen. Friedrich der Große hat die Anekdote in seinenWerken nicht. Sie findet sich aber in dem Werke von C. D.Küster (Konsistorialrat zu Magdeburg): das ruhmwürdigeJugendleben des großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm vonBrandenburg; Berlin 1791 Seite 39 und 40; später beiG. W. von Räumer; Jugendjahre des großen Kurfürsten.

Ähnlich, wie mit dem oben erwähnten Gedicht Schmidtsvon Lübeck, verhält es sich mit einem andern von JuliusMinding, nach welchem 18. (28.) Juni 1676 in der Schlacht

Nehrung ging, durch Eisgang am Übersehen gehindert, in dem Meniel gegenüber aufder Nehrung gelegene» Sandkrngc das Lied gedichtet: „Es kann ja nicht immerso bleiben": es lässt sich aber nichts darüber nachweisen; in Äotzebucs „Selbstbio-graphie", Wien 18ll wird ein Aufenthalt in Meniel erwähnt, aber nichts von demLiede. Es ist, nach Hvfsmann von Fallerslebcn, Unsere volkstümlichen Lieder, Leipzig1883, S. 4tt, zuerst gedruckt im Fcbrnarhcst des „Freimütigen", 1803.