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Treppenwitz der Weltgeschichte / von W.L. Hertslet
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309
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Die Deutschen. Z09

können sie schon deshalb nicht so gesprochen sein, weil die Preußen ja schon von

Uhr an im Gefecht waren."

Fragt man ferner, wo sich Blücher und Wellingtonnach der Schlacht bei Belle-Alliance (18. Juni 1815) zuerstbegegneten, so wird man sehr abweichende Antworten erhalten.Hören wir, was Wellington darüber an Mudford mitteilte,als dieser die Geschichte der Schlacht bei „Waterloo" schrieb:

„Sie wünschen Andeutungen von mir darüber, wo über das Ereignis Auskunftzu finden ist, auf die Sie sich verlassen können. In Beantwortung dieses Wunscheskann ich Sie nur aus meine eignen Depeschen verweisen, wie sie in der limrckonSasekke veröffentlicht worden sind. General Alavas Bericht ist von den anderenveröffentlichten offiziellen Berichten der Wahrheit am nächsten! doch selbst der enthälteinige nicht richtige Angaben. Die anderen, welche ich gesehen habe, sind unzuverlässig.Einige von diesen mögen die Quelle des Irrtums sei», welche seitdem vermittelstnicht-osfiziellcr Publikationen in Umlauf gesetzt worden und von denen die Zeitungenwimmelten. Ein merkwürdiges Beispiel darunter ist der Bericht über eineBegegnung zwischen Marschall Blücher und mir bei ka LeKs ^.KrcrnM,' und manchefind so weit gegangen, daß sie den Stuhl gesehen haben, auf dem ich in diesemBauernhause gesessen hätte. Die Begegnung fand aber nach zehn Uhrabends beim Dorfe Kenappes statt und jeder, der versucht, die Operationender verschiedenen Armeen i» Wahrheit zu beschreiben, wird sehn, daß es gar nichtanders sein konnte. Der Rest ist unwesentlich; aber in Wahrheit kam ich nichtvon meinem Pferde herunter, bis ich nach Waterloo zurückgekehrt war, zwischen elfUnd zwölf Uhr abends." (Original in englischer Sprache bei I'rm.bs; w cenkurv,0/° a-recckoke. London, ohne Jahreszahl, S. S 06 f.)

Dagegen heißt es bei Gneisenau:

„Im Mittelpunkte der französischen Stellung, ganz auf der Höhe liegt eineMeierei, ia LeKe genannt; wie ein Fanal ringsumher sichtbar, war der

Marsch aller preußischen Colonnen dorthin gerichtet. Auf dieser Stelle befand sichNapoleon während der Schlacht, von hier aus gab er seine Befehle, von hier auswollte er den Sieg erringen, und hier entschied sich seine Niederlage; hier endlichtrafen in der Dunkelheit durch eine anmuthige Gunst des Zufallsder Fcldmarschall und Lord Wellington zusammen und begrüßten sichgegenseitig als Sieger.

Zum Andenken des zwischen der brittischcn und preußischen Nation jetzt be-stehenden von der Natur schon gebotenen Bündnisses, der Vereinigung der beidenArmeen und der wechselseitigen Zutranlichkeit der beiden Feldherrn, befahl der Feld-warschall, daß diese Schlacht die Schlacht von Belle-Alliance genannt werden sollte.

Hauptguarticr, Mcrbes lc Chatcau, den SO. Juni 181S.

Aus Besehl des Feldmarschalls Fürsten Blücher.

Der General Gras von Gneisenau."

Bei Delbrück aber, das Leben des Feldmarschalls Grafen vonGneisenau, Teil II S. 215 heißt es:

„Auch die beiden Oberfeldherrn trafen sich bei einem Gehöft jenseit Belle-Alliance,nicht bei Belle-Alliance, wie Gneisenau glaubte und der preußische Schlachtbericht^ugiebt. Wellington behauptete, daß Zusammentreffen habe erst in Geuappes statt-gefunden. Auch das ist ein Irrtum, da Wellington nicht bis Genappes gekommen ist."