Die Engländer.
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für den Maler. Milton war bekanntlich von großer körper-licher Schönheit. Er soll nun, ganz jung, einmal unter einemBaume eingeschlafen sein, in der Nähe von Cambridge, woihn dann zwei vorbeifahrende fremde Damen bemerkten. Siestiegen, heißt es, aus ihrem Wagen und nachdem sie ihn eineWeile bewundert hatten, schrieb die jüngere, welche wie er sehrschön war, folgende Zeilen von Guarini auf ein Papier, dassie mit zitternder Hand in die seine legte:
Oeo/ti, Modale,
o/rr'ttsi »r' AesrÄete —
zu Deutsch etwa:
Ihr Augen mit tötenden Strahlen,
Ahr Urheber meiner Qualen, —
Wenn, geschlossen, ihr tötend mich keuchtet,
Wie ist's, wenn geöffnet ihr leuchtet?
Die Damen müssen jedoch bei diesem kleinen Scherze beobachtetworden sein, da man sonst nicht absehen kann, wie Miltonalle diese Einzelheiten hatte erfahren können; denn davonunterrichtet machte er sich auf und reiste nach Italien, dieschöne Unbekannte zu suchen; dieser seiner Leidenschaft füreine Dame, die er nie gesehen, sollen wir einige der schönstenStellen des verlorenen Paradieses verdanken. Es existiertauch ein Roman, der diese hübsche Anekdote verarbeitet.Nichts davon ist jedoch wahr, sondern das ganze die Erfin-dung von George Steevens, der litterarische Fälschungen insehr geschickter Weise und als Sport betrieb und deswegen vonGifford „Puck, der Kommentator" genannt wurde. Überdiesist die Erzählung einer älteren Anekdote nachgebildet (Dis-raeli: OE'osÄre« o/' DÄs-'a/A-'e, S. 487)."
„Mitunter" — bemerkt Alfred Stern in seinem Buche Wer Milton, — „siehtUlan Bilder, welche den blinden Dichter darstellen, wie er in theatralischer Haltungden verzückt aufhorchenden Töchtern die Aussprllche seiner Muse in die Feder diktiert."<1879 machte ein derartiges von Michael Munkäcsh in Paris Aufsehen.) „DerPhantasie des Künstlers mag eine derartige fromme Täuschung gestattet werden. InWahrheit ließ sich von kindlichem Gefühl dieser Töchter kaum reden .... Die