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Schluß.
viele Dichter und Schriftsteller erreicht haben sollen; „diesberuht auf der naiven Anschauung, Männer, die vor langerZeit gelebt, sich als Greise vorzustellen".
Eine besondere Klaffe unhistorischer Erzählungen sind fernerdie sogenannten Wander-Anekdoten, denen wir im Textehäufig begegnet sind.
„Gewissermaßen das gemeinsame Eigentum der Menschheit scheinen sie einher-zugehen mit Lücken für Name, Datum und Ort, um solche bei jeder sich bietenden
Gelegenheit sich ausfüllen zu lassen.Hierher gehören jene Geschichten von
verschmähten Weibern, welche dann die betreffenden Männer fälschlich anklagen, vonKönigstöchtern, welche ihr Vaterland aus Liebe zu einem der feindlichen Kriegerverraten und schließlich von diesem für ihren Verrat bestraft werden." (Freeman,krsto-'rear essai/s; London 1875, Seite 5.)
Wir wollen noch hinzufügen die Berichte über Schlachten,in welchen ganze Heere umkommen, mit Ausnahme eines ein-zigen Kämpfers, der dann die Schreckenskunde in die Heimatträgt und selbst dieser wird manchmal umgebracht. Es paßtsomit auf diese Wanderanekdoten das bekannte Wort:
„Sie schleppen von Geschlecht sich zu GeschlechteUnd rücken sacht von Ort zu Ort"
oder in Prosa gesagt von Volk zu Volk, von Zeitalter zuZeitalter, sich den veränderten Umständen anbequemend undbleiben an ausgezeichneten Persönlichkeiten hangen, wie Wolkenan hervorragenden Bergspitzen. Daß sich die erzählten Vor-gänge je wirklich ereignet hätten, ist selbst in sonst und ansich wahrscheinlichen Fällen unwahrscheinlich.
„Wer das Unglück hat, berühmt zu sein, muß sich gefallen lassen, daß Anekdotenvon ihm zirkulieren, wie schlechte Münzen." (Weber; Demokrit VII S. 64.)
Es gehören z. B. hierher auch die rührenden Berichte,welche von vielen berühmten Musikern erzählt werden, wiesie einen wenig begabten und deshalb heruntergekommenenKollegen auf der Straße in bitterer Not finden, ihm seineGeige, oder was er grade spielt, wegnehmen, dem Instrumentnun mit ihrer Virtuosität Töne entlocken, welche die ganzeUmgebung bezaubern und schließlich bei den in solcher Weisefest Gebannten eine Kollekte halten. Zuerst erzählt wird dieGeschichte (nach einem Feuilleton der Frankfurter Zeitung vom