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Geschichte der Volksseuchen nach und mit den Berichten der Zeitgenossen, mit Berücksichtigung der Thierseuchen / von Dr. B. M. Lersch
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Volksseuchen im 9. Jahrhundert.

war diese so stark, wie nie (Welsh Annals.). Im Jahre 11ist die Pest, die auch im Jahre 10 nicht cessirt zu haben scheint,wiederin der ganzen Welt. In Italien zeigten sich Heuschrecken-schwärme. * *) Gegen 812 unter Michael Curopalates war diePest so heftig zu Konstantinopel , dass die Todten unbeerdigtblieben. (Papon.) Zur Zeit Karls des Grossen soll auch in Syrien eine schwere Pest gewesen sein.**) Als Ludwig der Fromme vonseinen Söhnen verfolgt wurde, starben in 11 Tagen angeblichfast alle Edlen Galliens (Acmon. Gest. Franc. Y, 16). Im Jahre816 nahm eine Pest in Samothracien sehr viele Menschen mit(Goutalas Hist. prof.). Für 17 erwähnt Webster eine Pest-Epi-demie. Im Jahre 20 waren auf Misswachs Theuerung, Menschen-und Yiehpest, namentlich in Frankreich verbreitet.***) 820: DasHeer in Pannonien verlor durch Kuhr oder eine andere Krankheitmit Durchfall eine grosse Zahl (A. Fuld.). Die Viehseuche zeigtesich besonders nach dem Uebergange des deutschen Heeres überdie Drau. Sie herrschte noch im Jahre 23 (Yita Ludov). Inallen Gegenden starben in dem Jahre unsäglich Viele an derPest, f) Der grossen Pest d. J. war ein gewitterreicher Sommervorausgegangen. (Sigon.) Wegen dieses Sterbens verordneteder Kaiser ein Fasten. (Magn. Ohr. Belg .) Auch in Englandwar dies Jahr für Menschen und Vieh verhängnisvoll. (Short.)Im Jahre 823 soll durch ein Unwetter in Flandern die Ernteverdorben worden und Nahrungsmangel entstanden sein. 827soll die Pest in Konstantinopel 30 000 Menschen mitgenommenhaben. (Morig. Cronol.) Nach grosser Winterkälte herrschte27pestis quasi et tussis (Chr. Verd. b. Bouq. VIII, 289),also wohl eine Influenza, die mit den vorausgegangenenNordlichtern in Beziehung gebracht werden könnte. Im J. 29

pulverum sparsorum fabula exorta. Annal. Sith. in Mon. Germ., Scr. XIII.Cf. Agobardi opp: ed. Baluze I, 163.

Man beschuldigte den Herzog von Benevent Grimuald, er habe dieRinderpest durch ausgestreutes Pulver veranlasst. (Alcuini epist. 156,p. 585.) Aehnliche Beschuldigungen sind zu Zeiten von Menschenseuchenerhoben worden.

*) Es scheint öfters dieselbe Witterung das Kommen und die Ver-mehrung dieser Thiere und die Verbreitung der Pest zu begünstigen. DieAnkunft der Heuschrecken in Philae soll das sicherste Zeichen der dem-nächst in Kairo ausbrechenden Pest sein. Light. Reise in Egypt. 1820,53 und 103.

**)Armeniam infestabant tune Tyri omnes in modum crucis in capi-tibus suis tonsi, quia hunc tondendi ritum a quodam christiano didicerunt,cum pestilentia gravis eorum patriam devastaret. Flor. temp.

***)820 Ex inundatione pluviarum nimia pestilentia magna et fames.(Herrn. C.)Hominum boumque pestilentia longe lateque ita grassata, utvix ulla pars regni Francorum ab hac peste immunis posset inveniri. Ann.Fr. Fuld. Aehnlich A. Magd, nach Ekk.: Pest unter Menschen und Hornvieh.

f) 823 Ann. Franciae.Pestilentia ingens (Herrn. C.)Pestil. homi-num et animalium (Vita Ludov.)Ingens pestilentia atque hominum mor-talitas, q-uae per totam Franciam immaniter usquequaque grassata est etinnumerabilem hominum multitudinem diversi sexus et aetatis gravissimesaeviendo consumpsit. Ann. Eginh.