Volksseuchen im 10. Jahrhundert. Bhazes.
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Pocken (Skort Chron. hist, of the air, weath., seas., met. etc.II, 208.) oder starb daran, wie Andere berichten. Im J. 10 treffenwir die Pest wieder in Konstantinopel . (921 angeblich in Konstant,n. der Bulgarei nach Bardi . Die Angabe ist für dies Jahrzweifelhaft.) Im J. 22 soll sie in Schottland gewesen sein.(Webster.) Vielleicht war es das heilige Feuer, welchesim J. 23 im südwestl. Frankreich 40000 Menschen unter grossenQualen wegnahm*).
Von grossem Werthe für die Beschichte der „Seuchen“ ist dievon Mah. Abub. Bhazes (-j- 923) verfasste Schrift über derartigeKrankheiten. Als Zeichen der „Pest “ und ihres drohenden Aus-bruchs bezeichnet er: anhaltendes Fieber, Bückenschmerz, Nasen-jucken (zwei Symptome, die er auch als Vorboten der Pockennennt), Sputa während des Schlafes; besonders legt er dabeiGewicht auf den Bückenschmerz bei fieberhaftem Zustand.Ausserdem erwähnt er häufiges Gähnen, Strecken, Schmerzenin der Kehle und in der Brust mit beengtem Athem undHusten, trockene, heisse Haut, Zähigkeit der Sputa. (Pneumonie ?)Andere haben, sagt er, heisere Stimme mit Kopfschmerz,Klopfen und Schwere im Kopfe oder Ekel und Erbrechen. DerBückenschmerz zwischen den Schulterblättern, die allgemeineHitze und Bötlie und- besonders heftige Böthe des Halses(innen?) sind die vorzüglichsten Vorboten des drohenden Aus-bruchs. An einer späteren Stelle gibt er noch als Pestsymptome an:matten Puls, vieles Seufzen, Traurigkeit, trüben rothen Urin, weichewarme Haut, wie die der Wäscherinnen. Bei der Therapie figurirenAderlass, Befrigerantia (Opium, auch Strychnos), in Schnee ab-gekühltes Wasser so reichlich gegeben, dass man im Bauchedie Kälte merkt. Unter anderen Umständen schrieb er vor,kaltes Wasser in gebrochener Gabe als Schwitzmittel dem biszum Halse eingehüllten Kranken zu reichen, da es ihm nöthigseinen, den Krankheitsstoff nach aussen zu treiben. Umständlichbeschreibt der Verf., wie man den Ausbruch der Krankheit imAuge und besonders die davon entstehenden, das Sehen stören-den Hornhautnarben zu verhüten suchen müsse. Eine fernereAufmerksamkeit erheischen Kehle und Mund, damit keine Ge-schwülste und Pusteln dort entstehen, welche, wie oft in derPest vorkommt, Erstickungsgefahr drohen. Als Zeichen dieserHalsaffektion nennt Bh. : Heiserkeit, Mühe einzuathmen, Beissenim Halse. Dann ist auf die Gelenke Acht zu geben, „damit inihnen die Pest nicht unmässig heftig aufkehne und sie verzehre,die Knochen, Sehnen und Gelenkverbindungen blosslege“; eben-falls hat man auf die Nase, besonders aber auf die Ohren zuachten, dass dort nicht die Fäulniss ausbreche, imgleichen auf
*) Cf. Hist. F. S. Genulf, Chron. Ab. Cab., Comm. Abb. Lemov. S.Martini, Flodoard , alle bei Bouquet. Die von Jussieu u. A. verfasste Ge-schichte des heiligen Feuers s. in Mem. de la Soc. r. d. Med. 1778. InSpanien starb an demselben Uebel ein Sohn Alonsos des Grossen unterunsäglichen Schmerzen (Isla 1,307 b. Villalba).