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Volksseuchen im 12. Jahrhundert.
"Witterung (Misswachs?) entstanden sein soll. Auch im f. J.wüthete die Pest in Italien . (Morig.) Damals war Heusclirecken-notli und Hungersnotli in Syrien .
Im J. 22 Rindviehseuche in England, 24 (in Deutschland ?)Seuche unter Hornvieh, Schafen und Schweinen, auch sehrgrosse Hungersnoth und Kälte, wobei viele Leichen unbegrabenblieben, dann 25 wieder in England Rndviehseuche und Hungers-noth. Letztere wurde im J. 25 nach einem nassen Sommerallgemein, namentlich in Gallien . (Palmer., A. Aquisgr. u. a.)*)In Ostfrankreich war sie der Art, dass man die Leichen derVerhungerten zu 100 und 1000 in gemeinsame Gruben legte.(Herbordi vita Ott. ep. Bab.) Die sehr strengen Winter 23 u. 25trugen gewiss zu dieser Noth viel bei. Es wird berichtet, dassdie im Herbst 25 erschienene Seuche so heftig wüthete, dassan mehreren Orten die Lebenden zum Begraben der Todtennicht ausreichten. Diese Seuche wird vielfach erwähnt. (Chr.Ursp., Chr. Elnon.) Nach der Sachs. Weltchronik starb wohlein Drittel des Volks daran.**) Es wird zumeist Hungertyphusgewesen sein. Doch wird diese Epidemie als h. Feuer bezeichnet.(Sigeb., Hob. de Mont.)***) und legte man die Schuld auf denGenuss verdorbenen Korns, f) Nach der Chronik von Nangisfolgte auf den strengen Winter eine grosse Sterblichkeit derTliiere 1125. Die Bäume blühten im Mai. Das viele Regnenverdarb die Ernte. Viele starben am sacer ignis. Nach Torfssoll die Seuche aber entstanden sein durch die Fäulniss vonTausenden Fischen, welche die strenge Kälte getödtet habe.AVegen des sehr harten Winters hielt die Hungersnoth an,weshalb das Brauen verboten wurde. (Chr. Bavar.)
Papon nennt 26 u. 27 als Pestjahre. Im J. 28 herrschtenicht blos unter den Menschen eine Seuche, sondern auch unterHausthieren und Wild. Namentlich nach dem kalten Märzgingen Schafe, Kühe etc. zu Grunde. (Anselm.) Grosse Hungers-noth war in Russland, namentlich zu Nowgorod . Mangel an
*) 1124. „Maxima pestilentia boum et hominum, magna fames.“ A.Saxon. 1124. „Gravis pestilentia famis super terram de qua nonnulli fameperierunt.“ A. Camer. 1125. In Braband mehr, als in Flandern , starbenViele Hungers. A. Egmund.
**) „In den tiden was grot winter ende grot hunger, darna so vol-gede so grot sterve, dat men profde, dat de dridde del des Volkes dotbeleven were, allermeist des gemenen Volkes.“
***) 1124 „Multi sacro igne aduruntur.“ Anselm. Cf. Sigeb.
1125 „Hiemem asperrimam fames validissima et mortalitas erude-lissima secutae, tantam stragem per universas provincias, maxime de vul-garibus dederunt; ut pene tertia pars populi notetur occubuisse.“Ekk. 1125 „Fames vehementissima.“
1126 „Clades permaxima, quae tum divitum quam pauperum innume-rem extinxit multitudinem.“ Sigeb. Cont. Burburq. Dieses Sterben wirdvom Chr. S. Bavonis auf 27 gesetzt.
D „In Gallia plaga ignis divini desaevit in homines cujuslibet aeta-tis, conditionis et sexus, qui extinguitur in multis per Galliam b. Mariaeoratoriis, sed praecipue Suessonis.“ Chr. Bald. Ninov. Chr. v. Viaend. I.