14. Jahrhundert. Pest nach 1350.
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Städten, ausserhalb des Ortes ihren Platz hatten; sie lagen z. B.in Pisa mitten in der Stadt. Die Sanitätsbehörde von Venedig gebot, die Todten in eigens auf den Laguneninseln angelegtenFriedhöfen zu begraben.
Verfolgen wir jetzt die weitere Ausbreitung der Pest.
Erst 1351 kam der schwarze Tod nach Eiderstadt undFrankfurt a. 0. (Ann. march. Brand.), in demselben Jahre nachLivland (Cr. Livon.). In d. J. Pest in Bremen , wo 6766 namhaftePersonen starben. Den Stuttgarter Annalen zufolge hielt die Pestnoch in den Jahren 51 und 52 in Deutschland an. In diesenbeiden Jahren trat die Seuche auch in Pleskow, Nowgorod ,Smolensk, Kiew, Tschernigow, Susdal und in andern russischen Provinzen auf. In Gluchow und Belosero blieb angeblich Keineram Leben. In Pleskow wüthete die Seuche von Frühjahr biszum Winter 52, in Nowgorod von August 52 bis Ostern 53.(Karamsin, Gesch. d. russ. Reichs IV, 230.) Am 18. Okt. 52begann ein grosses Sterben zu Constanz, welches ein Jahr an-hielt. (Mone.) Auch in Frankfurt a. M. grassirte die Krankheitwieder. Im J. 52 sollen zu Danzig 20000 an der Pest gestor-ben sein, nach anderer Nachricht in d. J. und dem folgendenfeuchten Winter innerhalb der Ringmauern 13000. Oxford , wodie Seuche aber schon im Mai 49 war, verlor bis 57 zwei Drittelder Studenten, deren Zahl man vor 1349 auf 30000 hier imCentrum der klerikalen Erziehung schätzte. (Erst im J. 62 sollman ein kirchliches Dankfest für das Aufhören der Seuche, undauch da noch zu früh, gefeiert haben.)
Von 53 erwähnt eine Kölner Chronik: „grose sterfde anden drose“. (Vielleicht war auch Moskau , wo der Grossfürstmit 7 Kindern plötzlich starb, noch Sitz der Pest.)
1354 herrschte in England „eine epidemische Tollheit“(Typhus?, Geisslerfahrt?) nach Webster. Wenn 54 zu Erfurt in- einigen Hospizen monatlich 7—8 „an der Pest“ starben(Chron. Sempetr.), so könnte man vermuthen, dass dies eine Typhus-Eqidemie gewesen, wenn nicht die Berichte über die nächstenJahre bestimmter die Drüsenpest bezeichneten.
Im Augustinerstift zu Sagan starben 14 Brüder an derPest im J. 55, sonst fehlen für d. J. die Angaben, für welchesvon Heuschrecken in Afrika, Cypern und Thüringen berich-tet wird, die auf warme Luftströme deuten.
Die Chronik von Limburg setzt das zweite grosse Sterben,wobei die Leute „mit grossen Haufen an derselben Seuche,als sie stürben im ersten sterben“ (nämlich dem von 49),draufgingen, in das Jahr 56. Zu Brixen starben in d. J. vieleLeute. (Lechner 81.) Damals war die Pest an vielen Orten.*)
*) „Annona preciosa. facta est pestilentia in multis partibus terrae.“Chr. Magunt.