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Geschichte der Volksseuchen nach und mit den Berichten der Zeitgenossen, mit Berücksichtigung der Thierseuchen / von Dr. B. M. Lersch
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14. Jahrhundert. Pest nach 1350,

In d. J. grassirte seit Angnst auch zu Frankfurt *) die Bubo-nenpest; die Befallenen starben meist in 3 Tagen. Focli imOkt. scheint sie nicht nachgelassen zu haben. Cf. Lechner 125.Zu Würzburg und in Franken trat sie zum ersten Male, aberheftig auf.**) In Köln sollen nach der Chronik 20 000 gestor-ben sein (s. aber 1365); dagegen wurde in Aachen die auf diesJahr fallende Heiligtumsfahrt abgehalten,um die sterfde afzo-bedden, wie die Chronik des Stiftsarcliives sagt. Zu Wismar hauste im Sommer d. J. pestilentia maxima, woran über 10000starben. Die Pest scheint auch anderwärts stark gewesen zusein. (Mortem gens acrius adit: A. Mats.) Auffallender Weiseging der Menschenpest eine Viehpest voraus.***) Nach Mutiusging ein Sterben der Schafe vorab. 56 und 57 war ein grossSterben tun Meiningen , an derselben Seuche, die 1350 re-girt hatte, mit Drüsen unter den Armen, am Halse und obenan den Beinen. (Güthe.)

Stromers Geschlechtsbuch erwähnt ein Sterben in Mailand 57, in welchem J. die Pest auch in Etrurien , Toscana und inFriaul war. (Bardi.) Die Seuche war bis Baden und Baiern, inden Diöcesen Speier, Bamberg, Augsburg , Hegensburg, amKhein, in Hessen, Thüringen und der Wetterau verbreitet.)") InWürttemberg wurde die Gegend von Stuttgart und Gruningenstark heimgesucht. Im Kloster Zwiefalten starben Viele. InKöln starben Unzählige an der Pest. (Fabr. Hildan.) (Die Ge-schichte einer scheintodt Begrabenen, die später noch 3 Kindergebar, s. in Kochells Chr. von Münster.) In Magdeburg kamdie Drüsenpest im J. 57 wieder:In dein jare wart hie grotstervent in der stad, und was der suke (Seuche) der lüde alsvor wesen hadde over seven jaren, also dat den luden droseworden under den armen edder an dem halse edder boven anden beinen. (D. Städtechr. VII, 233.) Die Pest herrschte auchsonst in Deutschland und Böhmen , einzelne Städte verschonend,in den befallenen 2530 Wochen anhaltend; sie machte grosseVerheerungen in Brabant und in den Donauländern und dehnte

*)In Augusto tanta pestis insaevit Prancofordiae, quod mirumfuit. In triduo infecti peste iverunt viam carnis universi. P. Herp.Glances circa crura vel brachia vel alibi in corporibus habentes morieban-tur: Pont. IV., 395.

**)Fuit pestilentia prima in Herbipoli magna et gravis circunqua-que in Franconia. Würzb. Chr. in Buden Samml. 1755.

***)1356 pestis primum per Germaniam grassata est in minorum

pecorum greges, mox etiam in armenta majora, postremo absumpsit maxi-mam hominum multitudinem, praecipue in iis locis, ubi -vehementior ter-rae motus prius f'uerat. Chr. Germ. XXV. nach Bonito.

-{-)1357. magna pestilentia in multis partibus Eheni et in Hassiaet Thuringia et Wedderabia et anno precioso. Chr. Magunt. in Städte-chron. XVIII.

1357.Pestilentia per Alamanniam, Bohemiam et Turingiam. Baluziivit. pont. I, 351; alio 1.:mortalitas et pestilentia et caristia in multis locisAlamanniae. Cf. Diessenh. Boem. Font. IV, 112.