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Geschichte der Volksseuchen nach und mit den Berichten der Zeitgenossen, mit Berücksichtigung der Thierseuchen / von Dr. B. M. Lersch
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14. Jahrhundert, Pest nach 1350.

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Petr.) (Nach einem Citate bei Lechner war die Pest im f. J.dort.) Es starb im Jahre 82 der Probst des Klosters Voran inSteiermark an der Pest. Im Danziger Stadtbuch findet sich einVerzeichniss der in dieser Zeit an der Pest Verstorbenen, dieVermögen hinterliessen. Güthe bemerkt, dass in d. Jahre kein"Wind gewesen, deshalb die Luft faul geworden und ein grossesSterben veranlasst habe. Auch die Chr. von Neustadt a. d. H.erwähnt, dass trotz der Wohlfeilheit der Lebensmittel die Sterb-lichkeit gross gewesen und dass dies Jahr durch Feuchtigkeitbei mehrmonatlichem Fehlen des Windes ausgezeichnet war.Nach Chalin waren im August und Sept. viele Meteore, auchNordlicht ähnliche Erscheinungen.

Die von Avignon ausgegangene sog. vierte Pest verbreitetesich in diesem Jahre nach Italien, Griechenland, Frankreich undSpanien , überhaupt zu allen Ländern des Orients und Occidents.(Palmarius.) Syrien, Deutschland, England, Schottland gehörtenauch zu den befallenen Ländern*).

Chalin de Vinario führt unter den Zufällen der Pest, ohnezwischen den einzelnen Epidemien, die er bis 1382 erlebte, zuunterscheiden, folgende auf: 1. zuweilen trockener Husten, 2. zu-weilen Blutspeien oder Abgang von Blut durch Mastdarm, Blaseund Nase, wobei die Kranken am 2. oder 3. Tage starben,3. Schläfrigkeit an den 2 ersten Tagen, Wachen am 3., wobeidann die Meisten starben.

1382 war Italien schon seit März nicht mehr frei von der Pest(Manzano). In Venedig , wo sie von Mai bis Oktober herrschte(Mitte Okt. starb noch der Doge), soll sie 19000 Personen mit-genommen haben (Murat. XXII, 743. Hoerschelmann gibt56000 an.) Aber auch Imola, Faenza, Forli etc. waren nichtpestfrei. (ib. XXII, 192). Bezüglich der Epidemie des J. 1382sagt Chalin: „maior morborum epedimicorum varietas in istanunc apparet ut multe putredines pruritus et scabies ulce-rose, colice et uliace, vermium appariciones plurime fere inhominibus . . . generacio et febrium emitriciorum eciammultiplicacio.“ Der Tod trete bei Kindern bis zum 6., bei Jüng-lingen bis zum 5- oder 7. oder gar bis zum 14. Tage ein; manchewürden auch gesund. Es sterben vorzüglich Jünglinge undjunge Frauen, wenige Greise; von Juden kommt einer von fünfdurch (de quinque transit unus), bei den Christen nicht Einer. Die

*) „1382 quarto subsecuta est mortalitas nunc de anno presenti etde tempore dom. Clementis VII. a. 4 que primo incepit in Avinione nota-biliter de mense augusti tam universalis et que tantum invaluit ut univer-saliter in uno anno affiixisse videatur orientales partes occidentales etseptentrionales ac per plura climata mundi suam pestem mortiferam exer-cuit . simul nam fuit eodem anno et adhuc est in Syria , Gfrecia, Ytalia,Almania, Anglia, Scocia, Francia, Hyspania et Naverna quamvis plus in unaregione quam in alia et in uno loco quam in alio secundum exigenciam

agencium et dispositionem passorum.in quarta (mortalitate) vigesima

(decima alia lectio) pars gencium mortua est fere et qui ex epidemiailla fuerunt infirmati plurimi et multi evaserunt in Avinione.“ Chalin.