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16. Jahrhundert.
Bordeaux, wo viele starben, und Konstantinopel , wo sie sehr ver-heerend auftritt und eines Tages 17 Prinzessinnen mitgenommenhaben soll.
Der Pest des J. 99 zu Turin gedenkt Manzoni. Es starbenzu Prachawitz in Böhmen über 700 an der Pest. Dieselbeherrschtzu St. Nicolas in Eiandern und zu Maeseyk im Limburgischen.Im Juli ist im Münsterschen die Pest allenthalben, die Jesuiten-schulen wurden geschlossen; grosses Sterben war unter denOesterreichern. (Roechells Chr.) Boocangelinobeschrieb die in diesemJahre in Spanien herrschende Pest 5 Jahre nachher.
Gegen Ende des Jahrhunderts Verheerungen der Pest inPleskow und Iwanogorod.
Von 1599—1633 wurden vom Magistrat in Antwerpen über60 Verordnungen hinsichtlich der Pest erlassen.
Pestschriften: Gemma de vera rat. cur. bubonis atq. carbun-culi pestil. Dantisci 1599. Julius das tödl. Lager d. KönigsHiskias etc. zu Lehr . . . allen denen, so v. d. gifft. Seuch derPestil. heimgesucht. Erf. 1599.
Dem 16. Jahrhunderte gehört wohl das folgende Einblatt an:M. Rembold Romanischer Doctor der Artzney. Unten 12 ZeilenReime: „Wie hie figürlich ist zu sehen Zu Rom die ArtzneyDoctor gehen Wan sie die Krancken thun curieren An der Pest,wo sie thuet grassieren etc. — Einem „Kurtzen Bericht der Pesti -lentzischer Seuch vorzukommen“, welcher dem Schlüsse des 16.Jahrh. anzugehören scheint, entnehme ich folgende diagnostischeAngaben: „Man spüret dass einer mit dieser infection behafft
I. auss grossem kopfwehe und Schwindel. 2. ungewöhnlicherschwärmütigkeit. 3. Verliehrung dess appetits. 4. Uebergebungoder zum wenigsten Neigung darzu. 5. auss Ohnmacht undzittern dess hertzens. 6. Mattigkeit und Verlierung der Kräfftenin kurtzer Zeit, ja in wenig Stunden. 7. inwendig Hitz, auss-wendig schuttern. 8. Durst. 9. Geschwinden Pulss. 10. Ver-enderung der gewöhnlicher physiognomie dess gesichts, sie sehengra'wsamlich und verbaast, wie etwa dolle und wütende leuth.
II. Desto mehr die Kranckheit zu argwohnen wan solche Patien-ten an infectirten örther gewesen oder mit solchen Leuthen umb-gangen. 12. Wan an sichern örtern dess Leibs beulen, geschwülsund Blattern sich eräugen, ist nit mehr daran zu zweiffelen,sonderlich wann die Kranckheit durchgehents mehr angreifft.Auss einem oder anderm zeiclin stehet nit zu schliessen, sondermüssen die meiste Zeichen dar sein, sonsten möchte mancher baldgrosse phantasie fassen, und seind woll die principaliste Zeichendas 1. 5. 6. 10. 11. 12.“
1599 Im Venetianischen die Rindviehseuche stark grassirend.Ramazzini in Sydenh. Opp. I, 292. Pocken decimiren die Schaf-heerden (in Schweden ?) nach Colerus. (Oeconomie 1599, vonOidtmann citirt.)
Die Kriegsseuchen des 16. Jahrh. sind sorgfältig gesammeltin Graf Untterodt zu Scharfenberg: Zur Gesch. der Heilk. 1875.