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Geschichte der Volksseuchen nach und mit den Berichten der Zeitgenossen, mit Berücksichtigung der Thierseuchen / von Dr. B. M. Lersch
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17. Jahrhundert.

eine bedeutende Epidemie gewesen sein; diese war im Aprildes f. J. noch nicht erloschen.

51, 52 sind Wechselfieber in Dänemark und im nördlichenPreussen mit Erbrechen, Durchfall und nicht selten mit Petechien.

52 zu Kopenhagen Tertianen nach Bartholin. (Sommer sehrheiss.) Ygl. Bonet. Pol. 252. Ruhr in Kopenhagen u. Irland,Typhus in Burgund , typhöse Pneumonie zu Glarus . In d. J.sollen bei Theuerung viele hitzigen Krankheiten zu Groningen geherrscht haben und wohl 130 Personen in Einer Woche ge-storben sein. (Nyenborgh, vgl. Trips Ziekten 1867, 43.) GelbesFieber zu St. Christoph. Scharlach zu Schweinfurt . Zuerst be-schriebener tödtl. Friesei bei Kindbetterinnen zu Leipzig .

Zu Saragossa starben 7000 an der Pest, darunter BAerzte;von 300 an der Morberia Angestellten entgingen nicht zehndem Tode. Zu Krakau starben 17000 Christen, 20 000 Juden ander Pest, zu Danzig 640 Pers., in Königsberg 490 an EinemTage (Spaan). Bis 1652 dauerte die Pest in Spanien (Fuchs).

Im J. 53 starben zu Danzig zur Pestzeit 11616 st. 8025,etwa 1 /6 der Einwohner, wöchentlich 5600. Flecktyphus inAgen , Winter auf 54 zu Kopenhagen ; Pest in Kairo und Ro-sette. (Kanold 1721.) 5364 Wechselfieber stationär in Eng-land. (Molo.)

Die Pest war in Ungarn (Pressburg ) und der Türkei im J. 54verbreitet, Hunde, welche zu Moskau an Pestleichen d. J. gingen,sollen wüthend geworden sein und Menschen zerrissen haben(?).(Gothofr. Chron.) In Moskau starben in 4 Monaten über 14000,in Kopenhagen , wo ihr mehrere Wochen hindurch je 900unterlagen, im Ganzen 9000, darunter mehr junge Leute, Neu-verheirathete und AVöchnerinnen, als Männer und Greise. Wasser-Blasen an den Füssen und Bubonen, wenn jene nicht zurück-traten. Es war die letzte Pest für Dänemark . Auch Chesterist von der Pest (55 nach Schnurr.) befallen (Webster, pest. dis.1800). 1654 wüthete die Pest zu Arras , obwohl sie in keiner

der Seeprovinzen Frankreichs herrschte. (Boyer.) 1654 und 55hauste die Pest zu Wien stark; Sorbait berichtet über seine indieser Epidemie gemachten glücklichen Kuren. (Med. pr. tr. YI, 9.)Im Herbst 54 herrschten die Pocken stark in Oxford ; die Meistenkamen aber durch. (Willis.) In d. J. starb Ferdinand IY. an denPocken. 5457 Pest in Deutschland . (Burkh.)

55. Im Juni ist in Neu-England Influenza sehr allgemein.Cromwells Truppen leiden an einer dem gelben Fieber ähn-lichen Krankheit in Jamaica . Masern herrschen (Rivier), z. B. zuGroningen . Pocken in Island . (Eine Seuche unter den Yögelnerwähnt Lebewaldt.)

Trotz der Strenge des Winters auf 55 war die Pest in d. J.noch mächtig. Die Niederlande wurden fürchterlich heimge-gesucht. In Leyden starben vom 3. Juli20. Nov. 10489 (i. J.13 088), in Amsterdam vom 3. Juli25. Dez. 13287, zu Utrecht im Jahre an der Pest 1724. In Groningen wurde verordnet,