jl7. Jahrhundert.
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dass die an Pest Gestorbenen am 4. Tag, die anderen am 6.sollten begraben werden. Auch zu Dortrecht*) und Haarlem herrschte sie. (Spaan.) In Wien wurden fast nur Leute mitunregelmässiger Lebensart von der Pest ergriffen. (Höfer.) Auchin Graz herrschte Bubonen-Pest. (Peinlich, Pest in Steiermark ,1878, II. 439.) Eine räthselhafte, pestartige Seuche zu London **].55 oder 56 pestartige Krankheiten an den Küsten der Nord-nnd Ostsee — theils erst im J. 57 — auf Malta und Sicilien.(Schnurr.)
In den J. 55, 56 Pest zu Alexandrien . (Kanold.) Im J. 56war sie unter den Türken auf Candia. Sie herrschte in d. J.(oder 57) in Riga . Zu Guhrau in Schlesien wurden Todten-gräber, weil sie die Pest durch Gift verbreitet haben sollten,in schrecklichster Weise hingerichtet! Seit dem sehr heissenSommer d. J. herrschten in Kopenhagen bösartige Tertianen mitPetechien, selbst mit Bubonen. Eine mörderische Blättern-Epidemie gehört auch wohl diesem Jahre an. (Barthol.) ZuLeyden sollen 1656 wohl 31000, zu Deventer 11000, in Vries-land Viele an der Pest gestorben sein. Auch Groningen warbefallen; der dortige Rath erliess wieder neue sanitäre Vor-beugungs-Maassregeln. Pest in Bremen .
In den J. 56 und 57 wurde fast ganz Italien , mit Aus-nahme Toscanas, durch eine mörderische Pest verheert, welchevon Petrus a Castro und Cardinal Hier. Gastaldi beschriebenwurde. Die Schrift Gastaldis ist besonders für die Pestpolizeiund Contagionslelire von hohem Interesse. Bei dieser Epi-demie sollen im Königreiche Neapel 400000, im Kirchen-staate 160000 (zu Neapel 280 000, zu Rem 14500 oder 22 000,zu Genua 60- oder 80 000 gestorben sein, vielleicht übertriebeneZahlen, da einer anderen Nachricht zufolge in Italien in fünfMonaten 300000 daran gestorben sein sollen. Wohl 50000 (?)Leichen sollen (wo?) gleichzeitig verbrannt worden sein. NachNeapel soll die Krankheit von Sicilien oder aus Sardinien ge-kommen sein. Am 6. Juni 56 hätten zu Neapel wohl 80000krank gelegen, im Juli hätte sich die Krankheit vermindert undnach anderer Nachricht seien an einem Tage d. J. 15000 ge-storben. Scheinbar ganz Gesunde seien plötzlich todt hinge-stürzt. Die Aerzte entgingen der Contagion nicht.***) Die Leichen
*) Die Utrechter Pest des J. 55 und die Dortrechter des J. 56 ist beiBonet (456) erwähnt.
**) Ein Brief Agricolas aus London an Bartholin vom Febr. 1656beginnt: „Nuper hic in Anglia iterum morbus exortus est, ubi aegri inlumbis, ac praecipue ubi receptaculum (s. glandulae lacteae) situm est.ingentes dolores percipiunt: deinde etiam in mesenterio (ubi innonnullis sentitur) dolor vehemens percipitur, accedit ventriculus vitiosuset ciborum fastidium; nonnulli aegri mania item laborant, nonnullisloquela defecit.“ (Aderlass, Abführmittel u. s. w. machten den Schmerzschlimmer und starben Viele bei dieser Behandlung.)
***) Sept. 1656 schreibt Guido Patin an Bartholin: „Saevissimograssatur in quibusdam Italiae partibus Ines ipsa pestilens, praesertim
Lerscli, Geschichte der Volksseuchen. -0