Band 
Zweyter Theil [1].
Seite
143
JPEG-Download
 

Calis.

ernsthaften Untersucher nur übrig zu bedauern, daßdie obenberührten glänzenden Vorzüge und Eigen-heiten , die wir an diesem großen Maler bewundern,mit den letztbenanuten, vorzüglich erforderlichenEigenschaften eines historischen, den Verstand inte-reffirenden Gemäldes, wenn nicht unmöglich, dochäusserst schwer zu vereinigen sind." Hierauf führter 24. der vornehmsten nach ihm gestochenen Blät-ter, wie gewohnt mit seinem Urtheil über Malerund Stecher an, und zeichnet unter denselben dieHochzeit zu Canaa von I. B- Vanni geätzt, dasMartyrthum der H. Justin« von August Carracci ,und das Abendmal mit den Jüngern von Emaus,von S. Thomaffin vorzüglich aus. Der Winkler-scheKatalog zahlt an die 150. Blätter nach unsermKünstler. Rost (III. 210.) glaubte, daß niemandbesser als PH. Andr. Kilian nach ihm gestochen habe.Einige Nlit k. C. und bezeichnete Blätter

soll er selber geistreich geätzt haben, wovon Rost1 c. eine Anbetung der Weisen und zwey schlafendeHeilige (letztres ohne Namen und Zeichen) nament-lich anführt. — Pauls Todesjahr wird allge-mein in > 583 . sein Alter hingegen von einigenauf 58. von andern (einem Nekrolog zufolge) amWahrscheinlichsten gar auf 60. Jahre angegeben.

* Lalis. S. Lslis.

* Lall, auch Calius, (Johann van). InItalien , wo er sich eben mit diesem letztem Namennannte, legte er sich aufs Bildniß r und Geschichte-malen. Man kennt auch Thiere von ihm. I. B.Nolin hat nach ihm das Bildniß des P. Joh Leon.Luchese, ganzer Statur, dem ein Engel des Con-stitutionenbuch seines Ordens übergiebt, gesto-chen. /f.

* — — (Peter van). //. giebt irrig 1757.statt 37. für sein Todesjahr an.

Lallamar. S. Lalamare.

Lallar, (A.), ein römischerBildnißmaler umr?8o, nach welchem D- Cunego das Bildnißdes Kardinal Bernis gestochen hat. und

Lallest, ( ). So nennt sich ein englischer

Künstler, von welchem man auf der Londner-Kunst-ausstellung von 1805. gute Landschaften sah. Mrc.

Lallet oder Caler, (Anton F.), ein franzö-sischer Gcschichts- und Bildnißmaler, lernte beyAnton Boizot, und machte sich zuerst 1776 durchdie Restauration bekannt, welche er mit le Moine'sPlafond der Marienkapelle von St. Sulpice vor-nahm, der durch eine Feuersbrunst gelitten hatteDiese und andre Arbeiten verschaften ihm um1780. eine Stelle in der Akademie Im IV. I.der Republik stellte er ein großes Gemälde nachder Jlias aus, ^ Venus die dem Aeneas zu Hülfeilt und der Wuth des Diomedes durch Apolloentrissen wird) das aber von Kunstrichlern vorzüg-lich deswegen strenge getadelt wurde, weil es,ohne einigen Relief, mehr einer mit Farben über-striechenen Fläche , als einer Malcrey gliech. Fürnicht viel besser hielt man zwey allegorische Bildervon ihm: Das eine auf den I8> Brumair, amEnde des IX. Jahrs, und das andre im XII.Jahre der Republik , auf den Einzug des erstenKonsuls in Lyon ausgestellt. Beyde verloren sichin eine Unbestimmtheit, die noch erst einen großenCommcntar erfoderte, um verstanden zu werden.Erstres nennt auch Lands» (Annal. I. i 4 r.) „eineungeheure, seltsame Komposition", wovon er eineausführliche Beschreibung giebt, dann aber bey-fügt^: „Bey allen Fehlern, die man diesem Riesen-gemälde vorwirft, muß man ihm doch viel Poesie,viel gute Gedanken, ein warmes Colorit, und ineinzelnen Theilen eine richtige Zeichnung zuge-stehen; und das ist schon viel; denn Einfachheit,strenge Wahrheit, und vollkommen deutliche Dar-stellung allgemeiner Sachen, ist von einer so großenAllegorie schwer zu erwarten." Dann sah manvon ihm in der Galerie des Senat-Pallastes eineAurora, und ein andres Gemäld in der Galerie

Callot. -4A

zu Versailles. Auch in Wien besaß man von seinerArbeit Dieser Künstler schien sich indessen wettmehr als Bildnißmaler ausgezeichnet zu haben.Nach seinem eben so schönen als kenntlichen BildeLudwig XVI. in ganzer Statur hat Bervic seinbekanntes prächtiges Blatt gestochen. Lallet lebtenoch zu Paris um 1803. und zufolge des Alma-nachs lles öcaux-^rts desselben Jahres wurdendas Fest der Ceres, und Hector , den Achill umdie Mauern von Troja schleift, damals unter seinebeßten Arbeiten gezählt. Auch P. Savart soll nachihm gearbeitet haben. FiorAs III. 495—90. undMn.

Lallet, ( ) ein andrer Künstler dieses

Namens wird in dem eben erwähntenAlmanach unterden 1803 zu Paris lebenden Baumeistern ange-führt; und bekleidete das Amt eines CommissaireVoyer.

Lalllas, (A.), ein französischer Formschneiderum das Ende des X VI. Jahrh. Ma» hat von ihmein Sinnbild auf den gegen Bönig Heinrich I V. vonFrankreich durch Johann Chastel versuchten Königs-mord. (tzkc.

Lall inst, ( ) wird im Almanach stss

keaux-^rts von 1803. unter den damals in Paris lebenden Baumeistern angeführt.

* Lallst, (Jakob). Er machte dreymal dieReise nach Italien , und zweymal wurde er widerseinen Willen zu seinen Eltern zurückgebracht,welche Alles lieber als einen Maler aus ihm ge-bildet hätten. Endlich ließen sie ihn doch seinerunüberwindlichen Neigung folgen. Wohlgebildetund witzig gefiel er der Frau eines seiner Lehrer,Ph. TbomaM; dieser merkte ihre Intrigue, undjagte den Schüler aus dem Haus. Zu Rom hatteer nur mittelmäßige Fortschritte gemacht, und eswar eigentlich zu Florenz , wo er anfieng zu ätzen,und die kleinen Stücke zu erfinden, in denen er soglücklich war. Dort wurde er von dem damaligenGroßherzoge Cosinus II. sehr geschätzt; und ebenso fand er bey seiner Zurückkauft bey Haus einenneuen Beschützer an dem Herzoge Heinrich vonLotharingen und Bar. Hier verheirathete er sich miteinem adelichen Frauenzimmer aus dem Geschlechtevon Marsal , blieb aber ohne Kinder. Sein An-sehen , das von Tag zu Tage wuchs, machte, daßer von der Gouvernantin der Niederlande , Elis.Clara Eugenia, einen Ruf nach Brüssel erhielt, umdie Belagerung und Einnahme von Breda durch denMarquis von Spinola zu zeichnen und zu stechen;und im I. 1628 einen zweyten von Ludwig XIII .nach Paris , um zwey andre berühmte Belagerun-gen, die von Rochelle und der Insel Rhs abzu-bilden. Dasselbe sollte er nachwarts i6zr. ausAuftrag dieses Monarchen, in Absicht auf dieBezwingung seiner Vaterstadt Nancy thun Seindießfalliges Verweigern erwarb ihm die größteEhre, und sogar das Anerbieten eines Jahrgehal-tes von 3000. Livr. wenn er in des Königes Dienstetreten wollte, was er aber eben so edelmüchig aus-schlug. Einige Jahre nachher faßte er den Ent-schluß, sich auf immer nach Florenz zu begeben,als ihn der Tod überraschte. Man erstaunt überdie Menge seiner vortreflichen Werke, wenn manzumal seine kurze Lebenszeit in Erwägung zieht.Das vollständigste Verzeichniß derselben war ehe-mals Gersaints, jetzt aber Heinecke's, woman auch das Bedeutendste desjenigen findet, wasvon andern nach ihm gestochen worden Seinegeätzten Blatter sind denjenigen mit dem Grabstichelweit vorzuziehen. S RoftVII.72 u. ff. woman eben-falls gute Notizzen einer Auswahl des Beßten,mit mancherley für Sammler und Liebhaber derKunstgeschichte nützlichen Bemerkungen antrift.Seine Versuchung des H. Antoniuö; dann dasBlatt:Die Todesstrafen, und die größer«: alisei-cs «rmsliienrs -lc la üucrrc auf 18. Blattern, werdenunter seine Meisterstücke gezählt. Eine Menge guterund schlechter Stecher was sonst nur Wenigen sei-ner Kunst begegnet) haben seine Werke, freylich