Band 
Zweyter Theil [1].
Seite
186
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ig6 Cesio.

perlen sparsam; sein Colorit mehr angenehm alsstark. Man sagt, daß Guido vor seinen Gemäldenzu St. Jakob und Martin zu Bologna oft ganzeStunden gestanden. Vielleicht war er noch starkerin Fresko-Arbeiten, wo er ausführliche Geschichts-Gegenstände mit großer Beurtheilungskraft, Man-nigfaltigkeit, und allen Kunstvortheilen darzustellenwußte. So z B. in feinen Abentheuern des Aeneas im Pallasie Favi; so an dem Bogen zu Forli ,worauf er die Thaten Clemens VIII. malte, undwelche sich bis auf diesen Tag noch, unter freyemHimmel, wunderschön erhalten haben." Mal-vasia kann seines Lobes nicht satt werden. Seinezierliche Manier (sagt er) gefiel nicht bloß; manwurde darein verliebt. Die Carracci schätzten ihnhoch; und alle Kunstbeflissenen liebten ihn noch ebenso sehr der Rechtschaffenheit seines Charakters, alsseiner Kunst wegen.

* oder Cesius, (Carl). Sein Ge-burtsort Antrodoco ist ein Dorf im Kirchenstaate.Er starb zu Rieti . Fiorillo I. 44 «. nennt ihneinen Maler von großem Studium, und Lanzi I.528. sagt, daß er zu denen gehöre, welche mitUrtheil und Beyspiel die ausschweifende sogenannteFertigkeit, und andre schädliche Kunstneuerungenseiner Zeit verdammten. In der Galerie des Quiri-nals steht man von ihm ein Urtheil des Salomo .Indessen ist er weit mehr als Kupferstecher bekannt.Seine Blatter sind in einem malerischen Geschmackegeätzt und mit dem Grabstichel überarbeitet. DieZeichnung ist correkt; nur vermissen Kenner darinmehrere Lieblichkeit der Ausführung und mehr.Fein-heit des Ausdruckes. Neben seinen bekannten grös-ser,, Werken, deren das Lexikon erwähnt, findetman noch etliche einzelne Blätter von ihm beyRost IV. 4950. angeführt. Seine FarnesischeGalerie zieht Fäßli II. , 85 - derjenigen des Aquilavor, weil er seine Figuren größer gehalten, unddas Charakteristische derselben bestimmter ausge-führt hat. Dagegen findet man darin bloß dieHauptvorstellungen, ohne ihren Zusammenhangmit den übrigen Verzierungen und Stukkaturar-beiten , die man dafür bey Aquila antrift. Auchdie Galerie Pamphili , nach seinem Meister Berret-tino, nennt eben dieser Kunstrichter (II. 74.): Ineiner leichten und geistreichen Manier geätzt. Einige,nach seinen Gemälden, von Lubin, C- Mafsi, St.Picart, und W. Ballet gestochene Blätter führt//. an.

*Cespade oder Cespedes, (Paul). Ausseinen al Fresco's in Rom auf Trinita di Monteu s. f. scheint Lanzi l. 447 . nicht viel zu Haltey.Dies waren aber seine Jugendarbeiten; und schöndas Lexikon bemerkt, daß man Besseres von ihmin Spanien suchen müsse.

Cestari, ( ) ein Künstler aus Neapel ,

der sich vornämlich mit Restauration alter Gemäldebeschäftigte, und seiner Zeit, von seinem Hofe pen-fionnirt, Jahre zu Rom lebte, wo ihm dieAkademie von St. Lukas ihren Beyfall schenkte,gieng hierauf, neben anderm mit Empfehlungendes Bildhauers Canova versehen, nach Paris , underhielt auch dort Certifikate seiner Kunst von denHH. Barbier dem Aeltern, Monsiau, Vanloo,u. s. f. wie er uns solches in den Xouvelles öes^rts IV. 277. 8- I'aris , 8 c> 4 - Alles selber erzählt.

Chabouillö, ( ) Wird im Almanach 6es

Leaux-^rts von ,8c>3- unter den damals in Paris lebenden Baumeistern angeführt»

Chaboullin, (I.), ein französischer Maler.F. Fevre, F. Sevin u. s. w. haben um 1673. Bild-nisse nach ihm gestochen. Er arbeitete vermuthlich zuTroyes in Champagne . Dieses ist wohl

offenbar der nämliche, den 17 ) mit üblicher Ver-hunzung der Namen (als ob solches auch des Deut­ schen Pflicht wäre, sobald er französisch schreibt)I. Cbabullicy nennt, und von ihm sagt, daßsein Name, als Maler, sich auf einem von F.

Challe.

Sokin (?) gestochenen Bildnisse von Eustach Qui-naut finde.

* Chabry , (Marc), geb. 1660; lernte beyP.Puget, und starb 17,7. D*** 11. ,oo.

Challl 0 n, ( ). So nennt Fiorillo III.2,6. (fast vermuth' ich, irrig) einen geschicktenfranzös. Emailmaler, der zugleich die, nach leBruns Ideen, zu Versailles gefeyerten Feste, ge-meinschaftlich mit Chauveau und le Pautre inKupser gestochen habe.

Chaise, ( la), Geschichtsmaler und Einver-leibter der Akademie zu Paris um ,790. Mrc.

Chalcosrenes, ein antiker Bildformer vonAthen , welcher Statuen von Schauspielern undKlopffechtern, vorzüglich aber irdene Gefässe, dieentweder bemalt oder mit erhobener Arbeit geziertwurden, verfertigte. IN«. L. III. 0. 8.

*Cbaletre, ( ). Von diesem Künstler

führt Fiorillo III. 208. zwey große Gemälde an,welche die Einzüge Ludwig XIII . zu Toulouse vor-stellen, von denen er sagt: Daß sie zwar sehrdunkel, aber doch im Ganzen schätzbar seyen, unddaß ^ man besonders darin einige gute Köpfe er-blicke; daß übrigens diesen Stücken freylich (derSchule gemäß, aus welcher der Künstler entsprungenist) jene Würde mangle, welche bey Darstellung vonderley Gegenstand besonders beobachtet werden muß.

Chalgrin oder Challegrin, (I. F. The-rese), war schon um 173c». erster Baumeister desGrafen von Provence , ältern Bruders Ludwig desXVI. Er baute zu Paris verschiedene Kirchen undandere öffentliche Gebäude. Siehe auch den Ar-tikel I. B. Pigalle. M-c. Wohl ist es derselbeKünstler der seit der Revolution neuerdings (undzwar itzt unter seinem erwähnten Taufnamen) alsArchitekt des Senats auftrat, im I. 1302. in dasCommitts zu Untersuchung der artistischen Entwürfezum Andenken an den Frieden zu Amiens ernannt,und, zufolge eines Dekrets der Reg. vom 2Z. Jan.,8vz. zum Mitgliede der vierten Klasse (der Schö-nen Künste) dritter Sektion (der Baukunst) desNational - Instituts zu Paris erwählt wurde. ImMman. 6. Uesux-^rts I8vz. werden: Der neueThurm von St. Sulpice, St. Philipp Ronle,die Restauration von Brunoy, und das Hotel del'Jnfantado unter seine Bauten gezählt.

Chalier, ( ) ein französischer Baumeister;

verfertigte 1774. auf das Leichenbegängniß König Ludwig des XV. die bey dergleichen Anlässen üb-liche Verzierungen vor dem Hauptportal der Cathe-dralkirche zu Paris , welche in einem Perisiil voncorinkhischer Ordnung, und einigen zu diesem Um-stände dienlichen Basreliefs bestanden. Mrc.

Chaligny, ( ) General - Commissarius

der Stückgiesserey in Frankreich um 1692. Erund seine Voreltern waren in dieser Kunst berühmt,und gössen auch Bildhauerarbeit. IHrc.

* Challe, Challe', oder Challes, (MichelAng.)> H. nent ihnZeichner desKabinets desKönigesund Ritter vom St- Michael-Orden, geb. ,7,8.Seine Aufnahme in die Akademie setzt er in i? 5 Z.und führt dann verschiedene nach ihm von B. L.Henriquetz, I. B. Michel, Piaco und Tillardgestochene Blätter historischen, mythologischen,und besonders galanten Inhalts, und endlich zweysolche: Ein Frauenzimmer im Bade, von Vorneund vom Rücken vorgestellt, an, die er selbergeätzt habe.

* (Simon), der Bildhauer, des Obi-gen Bruder, geb. 1719. dessen im Lexikon unterdes letztem Artikel gedacht wird. Seine dort er-wähnte Kanzel der Kirche von St. Roch zu Paris wurde von Kennern sehr getadelt, und davon ge-urtheilt, daß solche der Loge eines Opernsaalsgleiche. Er starb ebenfalls als Mitglied der Aka-demie 1765- Auch nach ihm fuhrt 77 . s. v. Cha^