Band 
Zweyter Theil [1].
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192
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IZr Caudet.

Pensiönnair der französischen Akademie zu Rom um i?83. wo seine Arbeiten bereits vorzüglichenBeyfall fanden; alsdann nach seiner Rückkehr(Anverleibter der Akademie schon seit 1790. Vonihm sah man im I. 1796. die cvlossalische Gruppein der Vorhalle des französischen Pantheons,welche den öffentlichen Unterricht vorstellt: Minerva ,in der Friedenstoge, hält einem Knaben einenKranz vor. Diese Gruppe war eben so treflich ge-dacht, als gut ausgeführt. — Und eben daselbstein Basrelief: Der Genius des Ruhms unterstützteinen Soldaten, welcher sterbend an dem Altar desVaterlands niedersinkt, indem er sein Schwerdtdarauf hinlegt. Meyer I. 163—70. Alsdannvernahm man wahrend dem stürmischen Laufe derfranzösischen Revolution nichts weiter von ihm,bis er zu Anfang des XIX. Jahrh, wie von Neuemauftrat, und sich durch verschiedene Arbeiten,hauptsächlich durch die beyden Statuen des jungenCyparissus, und des Hirten der den Oedipus alsKind vom Tode rettet, dann durch einen Amor,besonders aber durch eine vortrefliche und höchstähnliche Büste von Bonaparte, so wie späterhindurch eine andre von der Kaiserin Josephine (nachletztrer hat Beaublö der Sohn ein Blatt gestochen),einen ausgezeichneten Ruhm erwarb; so daß er,besonders nach Juliens Tod (an dessen Stelle er in1805. zum Mitglied der Bildhauerklasse des Natio-nal-Instituts erwählt wurde) für den ersten Meisterseiner Kunst in Paris geachtet wurde. Von demlebensgroßen Modell im Umrisse des oberwähntemHirten mit dem Kind Oedipus , welches im Sept.1301. ausgestellt wurde, und wofür er den Preisvon Zooo. Fr. erhielt, sagt Landon I. 146. und163. (wo er davon zugleich eine Abbildung im Um-risse giebt): „Obgleich nicht ganz ohne Fehler, istes doch eine Gruppe, die den schönen Formen derAntiken sich sehr nähert, und eines Meisters in derKunst würdig ist." IM I. 1802. war er auch indie Kommision ernennt worden, welche die mannig-faltigen artistischen Entwürfe zum Andenken an denFrieden zu Amiens untersuchen sollte. Sein ingleichem Jahr ausgestelltes Modell eines Amorsder einen Schmetterling (das Bild einer mensch-lichen Seele) fangen will, ward zur Ausarbeitungin Marmor, auf Unkosten der Regierung, bestimmt.Auch von diesem giebt Landon (i. c. IV. 9.) nebstder Abbildung die Beschreibung, und legt der geist-reichen Idee sowohl, als dem reinen Styl in derAusführung das verdiente Lob bey. Im I. 1804.erhielt er» nebst drey andern der ersten Bildhauer zuParis (Moitte, Lemot und Roland), den Auftrag,die Frontons an der Nordseite des Louvre mitBasreliefs auszuzieren, und damit des französischen Michael Angelo's , Johann Goujeon's, ehemaligevortrefliche Arbeit, in dem gleichen Geiste fortzu-setzen und zu vollenden. Von feinen Gemäldendann (vermuthlich aus frühern Tagen) wird beson-ders eine Flucht des Aeneas der schönen Komposi-tion und richtigen Zeichnung wegen gerühmt, undnamentlich darin ein Kopf der Creusa, als inRaphaels Geiste gemalt, gepriesen. Ebenfalls imI. 1805. lieferte er zu der bey Didot erschienenenPrachtausgabe von Racine die Zeichnungen für dieSchauspiele Brittanicus, Esther, und Athalia.Sein Bildniß findet sich in dem bekannten Blatte:Röllnion äes ^rtistes diJ22 und FiorilloIII. 53?.

Chauder, (Madame), des vorgedachten Künst-lers Gattin. Malerin im Geschmacke von Grenze.Neben andern, sah man von ihr bey den Ausstel-lungen von iZoi. und s. mit großem Wohlgefallen:Ein Kind in der Wiege, das durch einen Hund ge-rettet wird, zu dessen Füßen eine todte Schlangeliegt; dann zwey spielende Kinder, von denen einestrinkt, das andre es daran behindern will. Dannein andres Mädchen, welches einer Henne mitihren Küchelchen Futter reicht. Dieses letztre Ge-mäld ist von der Kaiserin Josephine gekauft worden.Fiorillo III. 523—24. Von allen dreyen giebtLandon III. 133- und 45. und IV. 34. Beschrei-bungen und Abbildung, und bemerkt überhaupt

Chauvea«.

von dieser Künstlerin: Daß sanfte Unschuld undliebliche Einfalt ihren Pinsel bezeichnen; so wie erdenn die fließende und leichte Zeichnung und diefeine Ausarbeitung bis in geringste Detail (wiemöchten besonders sagen, das ganz Unmanierirte)in dem von der Kaiserin gewählten Stücke vor-züglich rühmt.

Lhaudiere, (Franz), Königl. Goldarbeiterund Ciselirer zu Paris um 1720. Msc.

* Lhauffard. S. Lhoffard.

Chaufourier, (Johann). Derselbe lebte zuParis , und gab neben anderm in 1734. Zeichnungenzu der Geschichte der Abtey St. Germain desPrez, und eben so einige für die bekannte Oescrip-tion «Zes ^rts et Metiers. Dann hat er nachNattier gestochen. Hinwieder kennt man nach ihmeinen Prospekt von Paris vom Carrefour her, vonDüperouy, und und eine kleine geätzte Landschaftvon Soubeyran. F/. Der Gantkataiog von Bran-des kennt 8> kleine Landschaften von Franz Sil-vestre herausgegeben, mit der Unterschrift: Om»/-/onrrer' inv. et fec.

Ehavigne' oder Cbavigny, (David oderDavy Ve). So nennt einen Baumeister, derden Entwurf zu einem Denkmal machte, welchesLudwig XV. zu Ehren auf dem neuen PlatzeBourbon, dem Monumente von Heinrich I V. gegen-über errichtet werden sollte. Nach demselben kenntman ein Blatt von Gustav Taraval. Seit derRevolution trat dieser Künstler von Neuem auf,und kennt man von ihm neben anderm den Ent-wurf eines, auf die Grundmauern der unausgeführ-ten Magdalena-Kirche berechneten, der Eintrachtund dem Religionsfrieden gewiedmeten Tempels,wovon man die Beschreibung, Beurtheilung undAbbildung seines Grundrisses, Durchschnitt- und ^Aufrisses bey Landon (Annal. IV. n2. 120. und !i28 ) findet.

Chauler, ( ) ein französischer Kupferstecher,

arbeitete zu Paris um 1670. nach P. Mignard u. a,/I. führt: 1a kuelle von Chaule und le Tellier an. j

Chaumont , ( Ritter von), ein der Mechanikund Zeichenkunst erfahrner Edelmann; that 1768.auf Königl. Unkosten eine Reise in Italien um diePläne verschiedener Schaubühnen aufzunehmen;worauf er, diejenige des Königlichen Schlosseszu Versailles anzuordnen, Befehl erhielt. Sac/m»--rront MeMvrE sec-'etL 's. II. p. 57. Noch kenntman von ihm eine Schrift: Des Vues sur laconstrnction ä'un Hiöätre ci'Opera, a I'ussAe <le1a krance, sulvant les Principes äes Italiens .

2. ?art. Ff.

— — Bsudan. S. ithomonk-Boudan.

Chaufsard, ( ) wird im Hlmanack, lies

Leaux-^rts von 1803. unter den damals in Paris lebenden Baumeistern angeführt.

— — (P.), ein andrer Künstler dieses Namenswird ebendaselbst als ein um 1803. in Paris leben-der Kupferstecher angeführt. Im 1.1800 hat der-selbe ein Blatt nach Davids berühmter Gemälde:Der Raub der Sabinerinnen, geliefert.

* Lhauvsau, (Franz), geb. zu Paris 1618-und daselbst gest. 1676. (somit 58. I- alt). Auchals Maler sieht man von ihm zahlreiche Werke >«Frankreich , die wegen eines »»gemeinen Feuers mder Komposition Bewunderung verdienen. Vor-züglich aber ist er durch die große Menge seinerStiche bekannt. Zuerst legte er sich auf das Stechenmit dem Grabstichel, dem er aber bald die Nadelvorzog, weil jener ihm nicht mit solcher Geschwin-digkeit, als er, und die Buchhändler, für die er vor-nämlich arbeitete, verlangten, ^ Genügen leistenkonnte. Wen» man in seinen Blättern nicht immereine gefällige Arbeit findet, so entdeckt man dochdarinn mit Vergnügen das Leben, die Kraft, duWahrheit, die Abwechslung und die sinnrMt