Band 
Zweyter Theil [1].
Seite
227
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Corrodi.

i2o> Jahre gebracht habe, ist eine Fabel. Destomehr verdient nachgelesen zu werden, was Lanzi I.6ion. von ihm erwähnt: Von seiner abentheuer-lichen praktischen Fertigkeit im Hinklecksen seinerArbeiten, die er in kürzerer Zeit vollendete, als vierandre zusammen es nicht hätten thun können; vondem, was er in seiner Manier mit andern, z. B.neben Tmtoretto mit dem Ritter Arpinas Aehnlicheshatte, und was ihm hinwieder Eigen war, wiez B. sein schattigtes Regen schwangeres Gewölke.In Oel malte er wenig; aber das Wenige mit vielerStärke des Colorits. Seiner Geldbegierde behagtenweit besser großes Maschinenwesen auf nassen Kalk.Am vorzüglichsten zeigte er sich da, wo seine Arbeitneben derjenigen wirklich großer und berühmterMänner zu stehen kam; so z. B. in der St. Januars -Kapelle der Karthause neben einem Gemälde vonCarracciolo, u. s. f. Noch vernimmt man (I. c.)daß unser Urian die vortreflichen Perspektiv-Stückeseines Zeitgenossen Desiderio mit kleinen geistvollenFiguren zu staffiren pflegte.

Corrodi, (Caspar), ein Pastellmaler vonZürich , malte gut gleichende Bildnisse. Er wohntein einer Gegend, nächst bey der Stadt, die zumLreuZ heißt. Als er um 1743. in der Absicht dieWerke der flammändischen Meister zu studieren, indie Niederlande kam, machte das Ungefähr ausdem erwähnten unbedeutenden Umstände, ein Mittelzu seinem Glücke. In Brüssel bekam ein gewisserBaron von Areuz, Obrisi bey einem kaiserl.Frey-korps, ein Bildniß von Corrodi zu sehen; es gefiel,und er ließ den Künstler rufen, um ebenfalls vonihm gemalt zu seyn. AufBefrage»: Woher, u. s. f.antwortete der junge Maler: Ich bin ein Zürcher ,ein Corrodi von» Rreu;; dieß, und die Bemerkungvon Erziehung, Anstand und feinen Kenntnissen,bewog den Baron ihn zu adoptiren. Bald ward erHauptmann bey gedachtem Freykorps, und bekamin der Folge von der Regierung in Zürich ein Diplomals Patrizier Corrodi, von, Kreuz. Seither aberhatte man nichts weiter von ihm vernommen. Mrr.

(Heinrich), geb. zu Zürich ,762. SeinVater war anfangs ebenfalls Maler, vertauschteaber schon in seiner Jugend den Pinsel an dieKanz-Icyfeder, und starb da Heinrich noch ein Kind war.Dieser ward H. Wüst in die Lehre gegeben, beywelchem er das Landschaftmalen lernte. Hernachaber legte er sich zu Wien aufs Bildnißmalcn, undkam 1789. als ein geschickter Künstler in sein Vater-land zurück, wo man von Zeit zu Zeit auf den dorti-gen Kunstausstellungen 18001805 theils sprechendeBildnisse, theils recht gute Frachtstücke von ihmerblickte. L/Lc.

Corsl, (Dominicus). Einem solchen soll (nachH'onllo I. 461.) Rafael Curradi (der um 1580.lebte) ein freylich schon dreyssig Jahre früher vonbcm Großherzoge zu Florenz , Cosinus!, entdecktesGeheimniß mitgetheilt haben: Vermittelst eines ausgewissen Kräutern destillirten Wassers das Eisen sozu harten, daß man in Porphyr damit arbeitenkonnte.

* (Mark Anton), Kupferstecher vonslorenz, arbeitete nach I. D. Campiglia, Cipriani,G- D. Ferretti, P. M. Pacchi, Pignati und I.socchj. Auch kennt man von ihm viele Devo-Nvnsstücke.

. * E 0 rs, n,', ( ) Nach einem Künstler Vie-

ws Namens (vielleicht auch nach dem schon im Lexik,enthaltenen Bildhauer Aug. Corsini) hat A. Vivi-Mo eine unbefleckte Empfängniß gestochen. Mrc.

* Corso, (Niklaus), hatte zwar eine mittel-mäßige Zeichnung, aber liebliche Farbengebung,lagt.florillo !l. 87,. Sopran, rühmt noch mehr,neben seinem lebendigen und dauerhaften Colorite,me Fruchtbarkeit seiner Ideen, und seinen gutenAbdruck der Affekten. Die Frcskogemälde von"-lchen das Lexikon spricht, enthielten die Geschichte

St. Benedikt, und datirten von 150z.

282.

Cork.

* Corso, (Vincenz, auch Johann Vincenz).Wie Stanzioni bemerkt, studierte dieser Künstletvornehmlich die Werke von A. Sabbatini, Polyd.von Carravagio (der sich nach der Plünderung Roms1527. in Neapel niedergelassen hatte), und zuletztdes Pierino del Vaga in Rom . Hierdurch bildeteer sich einen ganz eigenthümlichen Styl. Unterseinen noch in Neapel vorhandenen Gemälden ver-dienen in mehrerer Rücksicht besonders bemerkt zuwerden: Die schon im Lexikon angeführte Dreyfal-tigkeit über dem Eingang von St. Lorenz; dann einKreuz tragender Christ in St. Dominic, und endlichein todter Christ in St. Severin. Fiorillo II. 2.776. Von dem zweyten dieser Gemälde sagt LanziI. 600.), der es aber wohl irrig nach St. Lorenzosetzt: Daß solches retouschirt sey.

* Corr, (Cornelius). Dieser alte Künstlerzeigte schon frühe große Anlagen für die Stecher-kunst, und war vermuthlich ein Schüler vonHiero-»lymus Cock zu Antwerpen , für dessen Verlag eranfänglich Vieles gearbeitet hat, wovon aber dergrößte Theil bloß unter dem Namen dieses letzter»erschienen war. Allein erst in Rom ist es eigent-lich, wo er die Menge schöner Blatter stach, welchenoch heutiges Tages die Freude wahrer Kenner sind.Dort hatte er auch eine Schule seiner Kunst errichtet,in welcher sogar der große Aug. Carracci , dannPhil. Soye, Phil. Thomasfin u. s. f. gebildet wur-den. Bis auf ihn hatte man fast bloß im Kleinengearbeitet. Er öffnete die Laufbahn der Stecher-kunst jm Großen. Er war" (sagt wareler) » dererste, welcher breite und fette (nourrieg) Taillenanbrachte, zuerst ein gutes Korn für die Drapperieerfand, und die Landschaft mit dem Grabstichelwohl zu behandeln wußte. Dieses Werkzeug führteer mit großer Leichtigkeit, und eben aus dieser Leich-tigkeit mußten- neue Hülfsquellen für seine Kunst,und bedeutende Fortschritte zu ihrer Vervollkomm-nung entspringen. Freylich hatte man das Ge-heimniß, der Gravur Farbe zugeben, noch nichtentdeckt; in seinem ganzen Umfange ward es erstvon denjenigen gefunden, welche unter den Augenund der Leitung von Rubens arbeiteten. Indessenscheint schon Cort, in seinem Märtyrertode der Un-schuldigen nach Tintoret, dieses Geheimniß mehrals geahndet zu haben. Eines der vollständigstenVerzeichnisse der Blätter dieses eben so amsigcn alsgeschickten Meisters, der doch so frühe der Weltund seiner Kunst entzogen ward, findet sich beyL und ein sehr guter Auszug des Vorzüglichsten,nach einer bessern Eintheilung, und mit verschie-denen für Sammler nützlichen Bemerkungen überSeltenheit und Werth, bey Rost V. 12736. derauch ein Paar Blätter hat, die bey fehlen. DieGegenstände seines Grabstichels waren von derverschiedensten Art; Bildnisse, Statüen, Land-schaft; doch vornehmlich Geschichte: Manches vonseiner eignen Erfindung; das weit Mehrere indessennach Ander». Aus der niederländischen Schulenach: M. Coxie, F. Floris, Hemskerk, H. Mo-staert, I. Speckart, B. Spranger, Stradanus (nach diesem eine Akademie der Malerey, ei» vor-zügliches Blatt) und van der Wyde; meist vor seinerReise in Italien . Dort nach welschen Meistern:Fr. Barocci , Pol. Carravagio, Jul. Clovius,Mutian, Raphael, Titian , und vornehmlich nachFried, und Thadd. Zuccaro. Ueber die Vorzügeund Gebrechen einzelner Blätter aus dieser letztemKlasse urtheilt besonders Füßl, I. ,22, 96, 2,0,n, i?, 25, 30. und III. Z,, 32^, 34 ,, 59 , >25.mit gewohnter Richtigkeit, und zahlt nämlich zuden beßten: Die Anbetung der Hirten nach Poli-doro; eine H. Familie und die Ruhe in Egyptennach Baroccio; Moses und Aaron, die den Pharaobitten, die Hebräer der Sklaverei) zu entlassen,nach Fried. Zuccaro; Prometheus auf Caukasus,und Tarquin und Lucrezia, nach Titian , und end-lich die sieben Eremitenblätter in Landschaften nachMutian (von 1567. dat.) welche er für des KünstlersMeisterstücke hält, die aber nur selten in gutenDrücken gefunden werden. Endlich ist zu be-merken, daß auch nach Cort, Soye sein Schüler

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