Band 
Zweyter Theil [1].
Seite
231
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Cosway.

Kunst unterrichtete. Sie selbst wiedmete sich dannder Geschichtsmalerey, und übte sich auch imAetzen. Man kennt von ihr vornämlich zwey Mei-sterstücke: Die Nymphe Lodona und die Geburtder Themse . Einer Kirche in Italien schenkte siezum Altarblatt einen Christ der das Kreuz trägt/welches ebenfalls sehr bewundert wird. Eben sogeschätzt dann sind zwey nach ihrer Erfindung/ inHogarrhs Geschmacke/ gestochene Folgen vonBlattern, welche die Fortschritte der weiblichenTugenden und des weiblichen Lasters vorstellen. Nacheinigen Jahren begab sich diese Künstlerin nachParis , wo sie um 1302. anfieng ein Werk zu liefern,von welchem wirklich zwey Nummern unter demTitel erschienen waren: Oalsris clukouvre, repre-sentes pur clss Zravures a l'eau-korte, executecspsr lllacl. Marke Loswar/, avcc uns 6 e 8 criptlonhistoriguc et critlgue äs ckiagus tableuu etc. purA. ccuver etc. etc. i. u. 2. Von

diesen beyden Nummern enthielt die erstere drey,die zweyte zwey Blätter im größten Folio, aufwei-chen sich zusammen 69. Vorstellungen befanden.Eine nähere Beschreibung dieses seltsamem Werkes,nebst der Beurtheilung jeden Gemäldes (das Ur-theil über die Arbeit der Cosway ward erst nochversprochen) findet sich in der Allgein. Bunftz. II.110143. Bald nachher gerielh indeß dieß Unter-nehmen nach Wiederausbruch des Kriegs in Stecken.In Frankreich erhielt unsre Künstlerin namentlichdas Lob, daß sie, weit besser als andre Künstlerihrer Nation, den Werth der französ. Kunst zuschätzen wisse. Indessen nagte, mitten im Genußdes Vergnügens, des Ruhms, und der Freund-schaft aller derer die sie kannten, ein stiller Graman ihrem Herzen, den der Verlust eines geliebtenKinds ihr verursacht hatte; sie faßte den Entschluß,die große Welt zu verlassen, und befindet sich der-mal (1805.) zu Lyon , an der Spitze einer vonden frommen Stiftungen, welche seit der Revolu-tion an die Stelle der vormaligen Klöster getretensind. BMirk Sie soll auch eine vor-

lrefliche Künstlerin auf dem Forte Piano seyn.Mehrere nach ihr von Bartolozzi , V. Green, undI. Walker gestochene Bildnisse sowohl als histori-sche Blatter, meist mythologischen Jnnhalts vonden I. 178z, 87 - u. s. f. führen A. und der Gant-katalog von Brandes an, wo sie zugleich beurtheiltwerden. In neuern Tagen kennt man nach ihr:Den Schutzengel, von Philipps, und das Bildnißder berühmten Madame Recamier, von Dürantgestochen.

Cosway, (Richard). Derselbe war Mitglied derneuen Akademie zu London ; daher findet sich auchstm Bildniß in dem bekannten großen Blatte vonZofani dl°. iZ. Eine ziemliche Zahl nach ihm vonAartolozzi, Dawe, Dickinson, Dixon, Green,Ichner, Shervin, I. R. Smith, Townley undWhite gestochener Bildnisse sowohl als historischerBlatter von 173z- u. s. f. dalirt, führen 7 /. undtmige, welche dieser nicht hat, der Gantkatalogvon Brandes an) wo solche zugleich gewürdigt,überhaupt aber alle schön genannt werden.

Corel , (B.). Diesen Namen findet man aufeinem päbstlichen Thaler von 1703. Sammlungberühmter Medailleurs d!°. 209.

* C 0 reIle, (Johann), von Meaux . wel-cher anführt, daß er für die Gobelins-Manufak-turen gearbeitet habe, nennt ihn den Alten, imGegensatze mit

dessen Taufnamen hingegerbas Lexikon nicht kennt, den er den Jungen heißtDerselbe arbeitete um 1670. zu Rom in Gesellschafwlt P P. Sevin, dessen von ihm gemaltes BildnijVermeulen gestochen hat. Nach beyden ver"tllcht führt L dann eine Anzahl Bildnisse sowoh^ historische Blatter geistlichen und mythologiichen Jnnhalts an, welche L- David, Dupuis, dffrmessin, Limosin, Massö, B.Picart, F. PoillyL. Rouillet, L. Simoneau und Tardieu naclihnen gearbeitet haben.

Cottard. Lzr

* Lotes, (F.). M. nennt ihn Franz. SeineWerke sind voll von den reizendsten Zügen; dieStellungen besonders glücklich und das Gewandsehr natürlich und gefallend. Eine Menge schönerBlatter nach ihm, von den beßten englischen Kup-ferstechern, meistens Bildnisse, führen und derGantkatalog von Brandes an, in welchem letzter»solche nach ihrem Kunstwerth und Seltenheit ge-würdigt , überhaupt aber fast durchgehends Hochsgepriesen werden.

(Samuel). Nach einem englischenKünstler dieses Namens führt der einzelne Gant-katalog von Brandes ein Bildniß der Schauspie-lerin Aates, im Charakter der Elektra, von R.Houston schön in Schwarzkunst geschabt, an.

Cotiber, (Franz), ein französischer Maler,dessen Werke Handlungen des bürgerlichen Lebensabbilden. Die Zeit, in welcher er arbeitete, istuns unbekannt. Mallet hat nach ihm: la kille Ldlmonette, und l'üeureuse ^eauette gestochen.

* Lotignola, (Bernardino da), des folgen-den Franz jüngerer Bruder, dessen das Lexikonunter dem Artikel dieses letztem gedenkt, malte ge-meinschaftlich mit diesem 15,04. ein sehr schönesAltarblatt, welches die H. Jungfrau zwischen St.Franzisk u. Joh. Battista vorstellt, und in der iniiernKapelle der P. P. der Observan; zu Ravenna auf-bewahrt wird; und eben so noch ein andres von1509. das man zu Jmola bey den Riformati sieht.Zu Pavia dann ist das im Lexikon Angeführte seinebesondre Arbeit. Lrespi hat irrig aus jbeydenBrudern Eine Person gemacht, die er dann FranzBernardino nennt»

* (Franz). Derselbe war Rondinello'swirklicher Schüler, und trug den Beynamen Mar-chefi (pltt. öle Parma), nach Andern Zaganelli( 6 ui<la iil Ravenna). In der Komposition beson-ders mußte er seinem Meister weichen. Indessenkennt Lanzi (II. 2. 29.) sehr schöne Arbeiten vonihm; wie z. B. seine Auferweckung des Lazarus zuClasse (?) die er wirklich berühmt nennt, und seineTaufe Christi zu Faenza , wo er sein Feuer mäßigte,seinen meist schönen und gut drappirken Figurenunter Lebensgröße eine bessere Ordnung gab, dannaber freylich hie und da eine von seinen Bizzareriendurchblicken ließ. Hauptsächlich aber rühmt--ersein großes Altarblatt bey den Observantinern zuParma , die H. Jungfrau zwischen etlichen HH.und zwar die Idee sowohl als die harmonischeAnordnung des Ganzen, die schönen Beywerke vonSäulen u. s. f. In diesem Gemälde sollen sicheinige Bildnisse befinden. Hinwieder sey das Coloritdarin» etwas schwächer als gewöhnlich gehalten,da er sich nämlich sonst die lebhafte und fröhlicheFärbung des Mantegna zum Muster vorgesetzthatte.

* Lotta, (D. Jakob). Auch führt vondiesem Künstler etliche Blätter: Das Bildniß desGrafen Johann Sorbellone von Castiglione, danndie Zusammenkunft Jakobs und Rebecca's an, u. s. f.Auch soll er nach F. Cayron gestochen haben.

(Johann Franz), geb. 1727. zu Morsbegno im Veltlin. Seine Eltern wiedmeten ihnden Studien, mußten ihm aber nachwerts gestat-ten, seinem vorzüglichen Hange zur Malerey zufolgen. Er gieng in dieser Absicht nach Bologna ,wo er in der Schule des berühmten Torelli eine sehrgute Manier annahm. Er arbeitete in Oel und inFresko, und hat in seinem Vaierlande, wo er im1 .1798- noch lebte, verschiedene schöne Stücke fürKirchen und Privatpersonen verfertigt. Füßli V-ior. und Lehman» II. 332.

(Peter Anton). So nennt L einenMaler und Kupferstecher, der nach Guido Rhcnigeatzt haben soll.

Cottard, (Jldefons), ein Franziskaner. NachGemälden von ihm soll A. Bosse geätzt haben-