Cousin et.
* Cousin er, (Catharina Elisabeth), geb. ZuParis 1726; nachher Gattin von Ludwig Simonl'Empereur, nach Rost (VIll. 20z.) Schülerin vonCars und Fessard, nach L von Peter Aveline;zeichnete sich unter den Kupferstechern ihres Zeit-alters sehr zu ihrem Vortheil aus. Sie lebte nochzu Paris um 1790. L der die verschiedenen Mei-ster anzeigt, nach welchen sie gestochen hat, undRost >. c. welcher wirklich ein Dutzend ihrer Blatternach Boucher, Pannini, Teniers , Wouwermann,und hauptsächlich nach Vernet, meistens Seepro-spekte, anführt.
Coussee. S. Thomas Gousss.
Coussin, (H.), heißt Hardouin, geb. 1709,arbeitete in seiner Geburtsstadr, und zu Lyon , theilsnach den Meistern, deren schon das Lexikon ge-denkt, theils nach den beßten Bildnißmalern seinerZeit. Der dort ebenfalls angeführte H Couffin,der schon 1700. auch in Lyon in Schwarzkunstgearbeitet haben soll, kann folglich entweder mitunserm Hardouin nicht der gleiche, oder es mußin einer der beyden oben angeführten Jahrzahlenein bedeutender Irrthum seyn. Hingegen ist derauch bey -V. befindliche H. Harduin ohne Zweifelder unsrige.
— — ( ) ein junger französischer Bau-
meister, noch gegenwärtig Pensionnair der französ.Schule zu Rom , untersuchte den ganzen unternTheil des kleinen runden Tempels der Vesta an derTyber, welchen Desgodets in seinen L-llüces an-tigues weggelassen hatte. Auf der dortigen Kunst-ausstellung vom IviZol- sah man von ihm, denEntwurf zu einer Kunstschule und einem Versamm-lungssaal für das National - Institut; und endlichauf derjenigen von r805. zwey andre: Den einenzur Restauration des oben gemeldten Tempels;den andern zu Bädern — nach der Sitte der Alten;was wohl ein (?) verdient. Landon (Annal. 1 .38 . 257.) und Hkc.
Coussp, (Friedrich de), ein Mohr aus Guinea gebürtig, war in Diensten der Churfürstin vonBrandenburg . Er lernte auf Churfürst!. Kostendie Malerey von 163». bis 1637. bey Heinrich deFremandeau und Jakob Vaillant. Aicolal.
* Coustoux, (Carl Peter), des unten folgen-den Wilhelms des jüngern jüngerer Bruder, dessenim Lexikon, am Schlüsse des Artikels Wilhelmsdes ältern, ebenfalls kürzlich Erwähnung geschieht,war Königl. Baumeister und Aufseher über dieKvnigl. Gebäude. Nach seines Bruders Tode er-hielt der Graf d'Angivilliers von dem Könige fürihn die Ehre des nämlichen St. Michaels - Orden,deren Wilhelm nur so kurze Zeit genossen hatte.
II. 412. Sein Todesjahr ist unsunbekannt. Im von
>8oz. erscheint er nicht mehr.
* — — (Niklaus). Er kam in seinem acht-zehnten Jahre nach Paris , trug schon in seinemdrey und zwanzigsten einen Preis davon, und giengalsdann, von dem damit verbundenen Jahrgehaltunterstützt, nach Rom . Dort legte er sich beson-ders auf das Studium der Werke Michael Ängelo'snnd Algardi's, „und mäßigte" (sagt Warelerund Levesque „das Rauhe (?) des erstem mitdem Anmuthigen des andern. Hier war es auch,wo er die Copie des Herkules Commodus verfer-tigte, und es (da das Original nur ein Werk derspätern Zeit ist) für erlaubt hielt, sich nicht skla-visch daran zu binden. Nach einer Abwesenheitvon drey Jahren kam er nach Paris zurück, undsah sofort sein Talent gesucht. Die wichtigste Ar-beit, die er alsdann begann, war die colossaleGruppe, welche die Vereinigung der Seine undMarne vorstellt, und, unsers Wissens, noch jetzteine der Zierden der Tuillerien ist. Eben so findetman sein ganzes Talent in der Gruppe der Tri-tonen, welche die wilde Cascade zu Versailles schmückt. Seines Meisterstücks, der Abnehmung
vom Kreuze (das Gelübde Ludwig XIII . genannt)erwähnt schon das Lexikon. Andre Bardon meint,dasselbe erschöpfe Alles, was die Zeichnung Großes,und der Ausdruck Erhabenes darbieten kann. Vonihm sind auch die Grabmäler des Prinzen von Contiauf dem Chor der Kirche St. Andre des Arcs,und des Marfchalls von Crequy bey den Jakobi-nern in der Honoriusstraße. Für die Stadt Lyon goß er die Statue der Saone in Erzt, welche einstdie Statue Ludwigs XI V. zierte. Er arbeitete biszehn Jahre vor seinem Tod, und sein letztes Werk(ein Basrelief das den Gang des Rheinflusses vor-stellt) im Saale de la Guerre zu Versailles , warnoch eines seiner geschätztesten. Er starb 17ZZ.nicht wie das Lexikon sagt. Seinen Kunstcha-rakter geben die oben angeführten Kunstrichtcr kurz,und, wie wir denken, gründlich an, wie folgt:„Coustoux zeichnete sich durch den Geist seinerEntwürfe, und durch den Reiz der Ausführungaus. Seine Formen haben Reinheit; aber dennüchternen (ssZe) Charakter der Alten findet mannicht darinn; man dürfte ihn tadeln, daß er dafürzu sehr in denjenigen seiner Nation eingedrungensey, und mehr Annehmlichkeiten als Größe gehabthabe." Cousin de Conramine von Grenoble hat1737. auf ihn eine historische Lobrede geschrieben,welche d'Argensville in den Vies äcs lämcux8culpteur8 etc. IV II. 276. zu dem Leben unsersKünstlers vornamlich benutzt zu haben scheint.Coustou lebte im Cölibate. Dennoch war er vonsanftem, umgänglichem Charakter, und dabey sehrgalant Als eines Tags einer seiner Freunde ihn,aller Instanzen ungeachtet, nicht bereden mochte,für ihn ein Basrelief zu zeichnen, lud er ihn mitein Paar artigen Verwandtmnen zum Essen ein;was ihn dann so in vergnügten Humor setzte, daßer sofort zum Reißbley griff, und den Wunsch desGastgebers über alle Erwartung befriedigte. —Gestochen nach ihm kennt //. seine Sculpmren inder Invaliden-Kirche zu Paris , in der bekanntenBeschreibung dieses Gebäudes; dann sein Grabmaldes Prinzen von Conti, von einem Ungenannten;und endlich drey seiner Statüen, den ruhendenJäger, eine Jagdnymphe, und die Vogeljagd,von Cochin.
* Coustoux, (Wilhelm), der altere, NiklausBruder. Auch Er reiste mit einer KöniglichenPension nach Rom , an deren Genuß ihn aber un-aufhörliche Chikanen verhinderten, und ihn nöthig-ten , dort lediglich für seinen Lebensunterhalt zuarbeiten, bis ihn endlich le Gros in sein Hausaufnahm. Nach einem Modelle dieses letzter« ver-fertigte er itzt sein schönes Basrelief des St.Ludwigs von Gonzaga für die dortige Kirche St.Ignatz. Bey seiner Rückkunft nach Paris um1704. wurde er in die Akademie aufgenommen.Zu seinen vornehmsten Werken zählen Warelerund Levesque (welche, wie sonst Wenige, glau-ben, daß er seinen Bruder noch übertroffen habe),seine Figur der Rhone , an der schon unter jJik-laus Art. bemerkten Statüe Ludwig XI V. zu Lyon ,und dann seinen Fronton de Chateau d'Eau, wor-auf er die Seine und die Fontaine von Arcueildarstellte; und endlich seine zwo Gruppen auf derTerrasse zu Marly, deren jede aus einem sich bäu-menden Pferde voll Feuer, nebst dessen Reuterbesteht, das zugleich seine letzte Arbeit war. d'Ar-gensville (II. ZV2—zu.) der sein Leben nnd seineSculpturen ausführlich beschreibt, scheint etwasgeringer von ihm zu untheilen, und beschreibt ihnvon Körper, Geist und Kunst kürzlich wie folgt:„C- war klein, lebhafter als sein Bruder, hatteweniger Ruf, aber auch weniger Delikatesse, min-der Eleganz und minder Hoheit in seinen Gedanken.Er zeichnete eben so gut wie jJiklaus; aber derCharakter der Antiken zeigt sich mehr in den Werkendieses letztem. Er hatte viel Witz. Als einst einFinanzier, und sogenannter Kunstliebhaber ihn zusich rief, und bey ihm ein Paar Pagoden bestellenwollte, antwortete er: „Sehr gerne, wenn Siemir sitzen wollen!" — Zum Rector der AkademieGg-r