Sz 6 Coustoux.
wurde er zehn Jahre vor seinem Tod (1735) er-wählt.
* Couftoux, (Wilhelm), der jüngere, Wil-helm des ältern Sohn. Auch er erhielt schon in seinemneunzehnten Jahre den ersten Preis, und damitdie Pension zu der Reise nach Rom . Nach dor-tigem fünfjährigen Aufenthalt kehrte er nach Haus,wo sein erstes Geschäft war, seinem Vater inExekutirung der oben erwähnten Pferdegruppen zuMarly beholfen zu seyn. Begierig nach Gelegen-heit, sich bekannt zu machen, blieb er dennoch langeohne bedeutende Beschäftigung, bis ihm der Königvon Preussen, Friedrich 11 . die Statuen des Marsund der Venus übertrug, deren schon das Lexikon,so wie des Grabmals des Dauphins, Vaters Lud-wigs X VI. u. s. f. Erwähnung thut. Noch bemer-ken wir von ihm: Seine Bildsäule Ludwig X V. zuMenars ; das metallene Basrelief der HeimsuchungMariä in der Kapelle, zu Versailles , und .dasjenigeauf dem Fronton von St. Genoveva: Das vonEngeln angebetete, stralende Kreuz. „Dieser Künst-ler" (sagen Wareletund Levesque) »war ebennicht sehr arbeitsam. Man macht ihm die Erfin-düng seiner Werke nicht streitig; aber man weiß,daß er wenigstens bey der Ausführung sich aufandre geschickte Meister verließ, welche ihre Um-stände nöthigten, ihm ihr Talent zu verkaufen; sowie z. B. Duprö, der in der Dunkelheit starb,viel Antheil an seinen letzten Arbeiten hatte". ImI. 1764. erhielt er das Brevet der Aufsicht überalle neuern Sculpturen im Louvre, und 1770. dasRectorat der Akademie. Er starb i? 77 . Somitirrt sich A) der ihn um 179a. noch unter den Leben-den anführt. Wie er kurz vor seinem Tode den St.Michaels-Orden erhielt, wird bey d'ArgensvÄeetwas verschieden vorn Lexikon erzählt. Dort ( 11 .807—15.) findet man überhaupt ausführliche Nach-richten von ihm und seinen Werken, nebst, viel-leicht allzugünstigen Urtheilen über ihn, wovonerstre aus Familien - Nachrichten im Journal deParis 1777. dl°. 93. und letztre aus einem demVNerküre de France Sept. 1777. beygerücktenBriefe des Bildhauers Eoys geschöpft zu seynscheinen. Da heißt es z. B. am Schlüsse: »SeineArbeiten zeigen einen Mann an, der mit denMustern vertraut war, nach welchen er in Italien seine treflichen Studien gemacht hat. Man findetdarinn Correktheit, und öfters auch Festigkeit mitGrazie vereinbart. Sein großes Talent muß umso viel mehr in Erstaunen setzen, da sei» bloßesGenie ihn auf die Stuffe hob, wo der Ruhm ihnerwartete." Auch unser Wilhelm blieb, gleichseinem Oheim, unverheirathet. Aufrichtigkeit,und jene Ruhe, welche die innere Stille eines wohl-bestellten Gemüths verkündigen, waren die Grund-züge seines Charakters.
<t 0 urellier, ( ) ein französischer Kupfer-
stecher, arbeitete um 17^0. zu Paris in gefärbterLuschmanier. Mehrere Bildnisse von ihm, meistvon Schauspielerinnen, dann aber auch des Dr.der Theologie I. D. Cochin's, führt an.
Eoutouly, ( ) wird im Hlmauacb 6 e 8
Lesux-^rts von iZoZ. unter den damals zu Paris lebenden Baumeistern, und zugleich als Aufseher derGebäude des Nanoualmuseums der Naturgeschichteangeführt.
Coueure, ( ) baute um 1780. in dem
Palais zu Paris die Galerie der Gefangenen, denSaal der Kanzley, und die Treppe die zu derRequetenkammer führt.
* Couvay, (Johann), geb. zu Arles um1622. Er kann für einen geschickten Kupferstechervom zweyten Range gelten, der den Grabstichelmit Leichtigkeit führte. Sein Styl hat Achnlichkeitmit dem von Villamena. Er hat Bildnisse undGeschichte gestochen. Ueber zwanzig berühmte Mei-ster, nach welchen er gearbeitet hat, führt S. da-neben auch ein Paar Bildnisse (der Königin Mariavon Schottland und des St. Franzisc von Sales)
Coypel.
ohne Namen des Malers an: Bey Rost (VII.205—6.) dann finden sich mehrere, meist historischeBlatter, nach Blanchard, le Brun, Guercino , G.Huret, Poussln (die Marter von St. Bartholomäus,das man für sein Hauptblatt hält), Jac. Stella,Raphael, und Cl. Vignon an. Von zweyen der-selben: Der Pallast der Seelenkcäfte, und: Derschöne Aufenthalt der fünf Sinnen, nach Huret,bemerkt man, daß solche in der Manier von Abr.Bosse gearbeitet sind. Einen St. Hieronymus inbüßender Betrachtung nach Guido führt Füßli II.221. und eben diesen Heiligen nach Guercino (ib.36z.) an, und nennt letztres ein seltenes Blatt.Sein Zeichen, ein in 0. ist 1. c. abgebildet.
Couvrllrers. S. Cuvilllers.
<Louvreux,( ) wird im Mmanacb äesLeaux-^rts von iZoz. als ein damals in Paris lebender Baumeister, und zugleich als Jnspekteur-Conkrolleur der Gebäude des Seine-Departementsangeführt.
Couwenberg oder Couw erborg, (Egi-dius van). So nennt /k. einen holländischen Kup-ferstecher und Kupferhändler, der nach verschie-denen Meistern gearbeitet haben soll, und von wel-chem er namentlich ein Bildniß Ebert Lionin's, von1575. datirt, anführt, so wie man anderwerts Kin-der mit einem Todtenkopfe nach A. Bloemaert vonihm angezeigt findet.
* Coxcie oder Coxie, auch Coxr's undC 0 cks, (Michael). Er gieug frühe nach Italien ,arbeitete lange zu Rom, und starb zu Antwerpen .In Italien nannte man ihn auch Michael Fla-mingo ; daher man ihn mit Michael Manriqueoder Manriquez, Rubens Schüler, welcher ebendiesen Namen trug, nicht verwechseln muß. Lführt eine ziemliche Anzahl Blätter, (biblischen Jnn-halts) an, welche verschiedene alte Meister, wieC. Cork, I. Ditmar, B. Dolendo, Sadeler,u. s. f. nach ihm gestochen haben, und von denenmehrere in dem winklerschen Katalog weit ge-nauer beschrieben sind. Auf einem derselben (derehernen Schlange) legt er sich selbst oben erwähn-ten Beynamen zu. Dann findet sich eine Aufer-weckung Lazarus nach ihm in dem neuern Werke derGalerie von Düsseldorf . Eine Geschichte der Araberin 63. Bl. von Melchior Lorich gestochen undeinzig mit seinem Monogramm bezeichnet, wirdvielmehr, auch für die Erfindung dieses letztemgehalten.
* — — ( ) der niederländischeGeschichts-
maler ohne Namen, den das Lexikon anführt, hießPeter. Derselbe wurde 1705. nach Berlin alsHofmaler König Friedrich I. mit einem Jahrgehaltevon loc>o. Thlt. und unter dem Bedinge berufen,für niemand anders als diesen Monarchen zu ar-beiten. Mcolal. I- G. Wolfgang hat nach ihmeinige Titelblätter, dann das Grabmal der Königinvon Preussen Sophia Charlotta, und ein Bildnißdes Kaufmanns G- C. Beyers, und endlich einUngenannter (1712 ) zu Amsterdam «ine Ansicht der'Pforte Strahlau, worinn man Windmühlen er-blickt, und wo er Locks heißt, gestochen. Fj.
* Coypel, (Anton), iJatalisSohn. Derselbewar nur zwölf Jahre alt, als ihn sein Vater nachItalien führte. »Aber" (sagt Wareler) »wederderAnblick der Meisterstücke Roms, noch das Bey-spiel seines Vaters konnten ihm das Gefühl derwahren Größe beybringen, die sich nur mit demEinfachen verträgt. In Rom machte er Freund-schaft mit Bernini ; er liebte seine Manier, u»dfolgte seinem Rathe; dadurch verlor er auf dereinen Seite, was er auf der andern durch die Stu-dien, die er nach Raphael und den Carracci'smachte, hätte gewinnen können, und ward er so-wohl durch die Anlagen seines Geistes, als durchdie Lehren seines Freunds, für die Malerey inFrankreich das, was Bernini in Italien für dieBildhauerkunst war—der Geschmackverderber seiner