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siecher, geb. zu Paris (nicht um 1600, wie Rost sagt, sondern merklich früher) Bruder von Carl,der eine große Menge Bildnisse u. a. gestochen hat.Er reiste nach Italien , wo er zu Anfang des XVII.Jahrhunderes arbeitete. Sein Styl hatte vieleAehnlichkeit mit dem seines Bruders. Seine Bild-nisse, ohne Namen des Malers, finden sich am voll-ständigsten bey die historischen u. a. Blatter, vonseiner Erfindung sowohl als nach andern Meisternhingegen bey Rost VIl. rog. verzeichnet. Unterletztem befindet sich eine Folge von 42. Blattern,nach den Zeichnungen von Montano, welche Kir-chen, Grabmäler und Altare von Rom vorstellen,und von Soria (1603.) herausgegeben sind. EineMaria mit dem Rosenkränze nach Guido, tragtdie Jahrzahl 1621. Von einem St. Sebastian nachGiorgione sagt Füßli III. 17. daß solcher in einersteifen und harten Manier gearbeitet sey.
* David, (Jakob Ludw.), geb. zu Paris r ?5 -legte sich in seiner Jugend auf die Schlachtenmaslerey, und gieng im I. r? 74 - als er die Preisebey der Königl. Akademie erlangt hatte, nach Rom ,wo er in Gesellschaft mit Potin, le Tien, Garnier,Favre, Gaunon, Dcmarais, u. a. unter Vien'sLeitung kam. Hier wirkten die Wunder der altenund neuen Kunst auf sein reizbares Gefühl, undbewogen ihn dieselben mit der größten Beharrlich-keit zu studiren, und die Fehler abzulegen, welcheer in seiner Jugend zu Paris angenommen hatte.Sein Sinn und Enthusiasmus für das große Alter-thum zeigte sich bereits in den ersten Werken, welcheer während seines langen Aufenthalts zu Rom ver-fertigte , und nach seiner Rückkehr zu Paris bekanntmachte. Auch legte eines derselben, derH Rochus,der die Pestkranken heilt, das sich gegenwärtig zuMarseille befindet, den Grund zu seinem großenRuhme. Es war um diese Zeit der (jetzt wieder er-neuerte) Gebrauch, daß der König die jungen Pen-fionnairs in Rom periodisch zu einem rühmlichenWettkampf auffoderte, und für das beßte Bildeinen Preis von 4000. Livr. zur Belohnung aus-setzte. Pierre machte, als damaliger Direktor underster Königlicher Maler die Aufgabe bekannt, undsah es ungern, als er vernahm, daß David, inwelchem er, schon aus andern Proben, den Schü-ler Viens, und überhaupt einen kräftigen Wieder-herstellet des bessern: Geschmacks erkannt Hatte,nun einer der ersten sey, welcher ebenfalls um diePalme ringen wollte. (Die diesfälligen Versuchedes alten Kautzen s. man bey Fiorillo lll. 45 r—53.). Allein verjünge Künstler ließ sich von sei-nem Vorhaben nicht abbringen, entwarf seinendurch Moreaus vortreflichen Stich bekannten Beli-sarius, und schonte keine Kosten, um gute Modelleund den beßt erleuchteten Saal in Rom zu er-halten. Als dieses Gemälde vollendet im I. 1782.nach Paris gesandt, und dort öffentlich ausgestelltwurde, erregte es durch den scharf bestimmtenCharakter seiner Figuren, die streng richtige Zeich-nung, das kraftvolle Colorir und die vollendeteAusarbeitung, bey wahren Kennern allgemeine Be-wunderung, und erwarb seinem Urheber noch indem nämlichen Jahr eine Stelle in der Akademie,wofür er ihr sein Gemäld: Andromache die denTod des Hectors beweint, überreichte. Dieseund andre Arbeiten machten seinen Namen so be-rühmt, daß ihm nunmehr der König ein großesBild zu malen auftrug, und den Gegenstand ganzihm überließ. Er wählte den Lampf der dreyHoratier und Curiarier, worüber er schon Jahrelang nachgedacht, und bereits alle Studien undScizzen gemacht hatte. Alsdann gieng er zur wirk-lichen Ausfertigung desselben im I. i? 84 - wiedernach Rom , weil er sich dort mehr als irgendwozur Wahrheit der heroischen Empfindung hinaufzu-schwingen glaubte, und vollendete jetzt dieses be-rühmte, ebenfalls durch Moreaus schönen Stichbekannte, Werk in kurzer Zeit. Wie sich die Ur-theile darüber unter seinen Kunstgenossen in Rom theilten, f. man bey Fiorillo I. c. 455. In derSchrift: Minkelmann und sein JahrhundertS. 5-3—15 heißt es: »Als David zu Verferti-
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gung jenes Gemäldes nach Rom kam, hatte manbereits vor einigen Jahren seinen Belisanus ge-sehen, und erwartete daher,etwas tüchtiges vonihm; überdem erzählten seine Bekannten, die jh»an dem neuen Werke arbeiten sahen , Wunderdingeund so war die Aufmerksamkeit aufs höchste ge-spannt, als dasselbe endlich im Frühjahr 178S.(wir glauben 85 ) zur öffentlichen Schau ausge-stellt wurde. Nie ist wohl ein Gemälde mit sol-chem Zulauf und lauterem Beyfall geehrt worden.Wenige Stimmen nur erhoben sich tadelnd gegeneinzelne Theile, indem sie jedoch die Verdienste desGanzen anerkennen mußten; auch war das Werküberhaupt betrachtet sehr lobenswerth; eine vor-züglich feste, gründliche Zeichnung in derb ausge-sprochenen Formen der Krieger, ihre Festigkeit,Muth und rasche Bewegung, der ängstlich stillenBetrübniß zarter Frauen und eines unschuldigenKindes entgegengesetzt, bewirkten mit dem äusserstkräftigen Colorit und hochschimmernoen Farben inGewändern und Waffen einen bestechenden Effekt;die Figuren waren gut im Raume vertheilt, selbstals Gruppen wohl angeordnet, die Falten in gutemGeschmack gelegt, der Grund einfach und für dendargestellten Gegenstand passend; da aber, wo derAusdruck zart, innig werden sollte, in den jam-mernden Weibern, im Kinde, da hätte man aller-dings mehr Gemüth, mehr Lebendigkeit verlangenkönnen. Auch in der Anlage des Ganzen, im Ge-danken überhaupt, in den Gebehrden, welche dieHandlung aussprechen, schlich sich etwas Theatra-lisches ein; man vermißte ungern in einem Kuichwerk von so vielen Verdiensten die schöne Wahr-scheinlichkeit, das völlig Ungezwungene, die natür-liche Einfalt, womit die Kunst ihren Produktenallein wahres bleibendes Interesse, welches imöftern Anschauen nur immer erhöht wird, verschaf-fen kann, wornach sie immer streben muß undwelches auch als Forderung an sie nie aufgegebenwerden darf." In Paris indessen, wohin nun derKünstler mit seinem Gemälde zurückkehrte, entstandob demselben ein allgemeiner Jubel. Man vcr- !götterte seinen Urheber, und hielt es damals f»r !seine glücklichste und gelungenste Arbeit. Ein an- ldres Bild, das bey der öffentlichen Ausstellungvon 1737. großes Aufsehen erregte, stellt den Toddes Gokrares (nachwerts von Maffard dem Vatertreflich gestochen) vor. In 1733. verfertigte er fürden damaligen Grafen von Artois (sehr charakteri-stisch) die Liebschaft von Paris und Helena, wo«von Vidal ein (schlechtes) Blatt geliefert hat. ImI. 1789- während dem Ausbruche der Revolutiondann, unternahm er ein neues sehr großes Ge-mälde: Brutus, der seine Söhne zum Tod ver-dammt. Viele zogen es, selbst seinen Horaticrnnoch weit vor; wozu, nebst dem innern Werthedesselben, auch die damalige politische Stimmungder Gemüther das ihrige beytragen mochte; danämlich unser Künstler wahrend der ganzen Schrei-kensperiode ein genauer und unverhohlener Freundvon Robespierre , einer der, wenigstens durch sei-nen Feuereifer, vorzüglich marquirenden Convents-Deputirter war, und die meisten Ideen zu den zahl-reichen Monumenten und republikanische» Feste"desselben Zeitpunktes gab. „Ob er aber" (sagtFioriUo I. c. 458 ) „an der Zertrümmerung sovieler Kunstwerke während jener barbarischen Periode einen großen Antheil gehabt — durch seineDeklamationen die allgemeine Zcrstörungswuth begünstigt. in der Ueberzeugung nämlich, Frankreich besitze nichts Dortrefliches in den drey Künsten- Iund es sey zuträglicher, Alles jn einem besseren ^Style wieder von Neuem zu schaffen — und ober endlich durch sein Ansetzn bey Robespierre ver-schiedene Künstler auf die Guillotine gebracht'lassen wir" (klüglich) „unentschieden. So vielenaber ausgemacht, daß er durch seinen Einfluß vieleKunstwerke dem Untergang hätte entreißen können.Noch an einer andern Stelle (S- 463.) heißt cs-„ Diejenigen, welche David näher kennen, möge"einst mit Wahrheitsliebe seine merkwürdige Lebens- !beschreibung aufzeichnen z wir bemerken nur,