David.
er nach dem Sturze von Robespime ins Gesang-niß geworfen, aber durch sein großes Küirstlertalentund die Thätigkeit seiner Schüler gerettet wurde.Bey der Amnistie vom 4. Drüm. I. IV. erhielt erseine Freyheit wieder. Unter Davids Arbeiten,welche Revolutionsscenen enthalten, gegenwärtigaber völlig verschwunden sind, verdient die Ermor-dung von Marer und pelletier, vorzüglich aberdie große Zeichnung von dem Schwur im Ball-hause erwähnt zu werden, wovon behauptet wird,daß der Künstler angefangen habe, sie auch im Ge-malt» auszuführen. Sein Pinsel schien, aus unsunbekannten Gründen, selbst nach seiner erwähntenWicderbefreyung, eine geraume Zeit zu ruhen, alsim I. 1799- seine Sabiner erschienen waren,welche er einige Monate hindurch für 36. Solssehen ließ, was ihm 60000 Livr. einbrachte, sodaß eine Weile lang ganz Paris über einen solchen(von seinen Nationalfeinden, den Britten, entlehn-ten) Eigennutz schrie, und er sich darüber sowohlals über die Nacktheit der darin angebrachten Hel-den, in einer eigenen Schrift vertheidigen mußte.S. Ie 'sableau äes 8abmes, cxpose publlgue-ment au Palais national lies 8cisnces et öss ^rtspsr Ie Eit. Dam'ct, lVIembre <is l'Institut dlationala Paris , ehe? Disot l'aine. ^nn VIII.). Auchdieses berühmte Gemälde ist von Moreau gestochen,einem Künstler, den er sich eigens nach seinem Sinnegebildet hatte! (Allg. Runstz. I. 31.). Bey derneuen Consular- und nachwärts Kaiserlichen Regie-rung kam er in solchen Ruf: Daß er im I. 1804.zum ersten Maler des Kaisers ernannt wurde, undden Auftrag zu 4. Gemälden erhielt, von denen einesdie Caremonie der Kaiser-Krönung, ein zweytesdie Austheilung der Adler auf dem Marsfelde, eindrittes das Fest auf dem Stadthause zu Paris vor-stellen sollte, (l^ouvelles lies - 4 ,rts l8c>4- P. 92.wo der Jnnhalt des vierten nicht bemerkt wird).In demselben Jahr stellte er in der Galerie desSenates ein Bildniß des Pabstes aus (I. c.). Und. endlich gehören ebenfalls zu seinen neuern Arbeitenverschiedene Abbildungen des Kaisers, von denendas berühmteste denselben, noch als ersten Konsul,zu Pferde auf dem St. Bernhardsberge vorstellt,wie er den Truppen, die sich mit dem Transporteder Artillerie beschäftigen, die Bahn zu ihremRuhme vorzeigt. Auch dieses Werk ist durch einenvortreflichcn Stich bekannt. Von dieses Künstlers,und seiner ganzen Schule Kunstcharakter urtheilteübrigens schon vor einigen Jahren Fernow inseinem Sirren - und Rulrurgemälde von XonrE. 520—24. wohl eben so gründlich als strenge ,wie folgt: »David bildete, vielleicht von seinemkehrcr, Dien , zuerst auf diese Spur geleitet, ausdem Studium der Antike, der gemeinen Natur,und des Theaters seiner Nation, eine neue Manier,welche seither in Italien, Frankreich und Deutsch-land viele Nachahmer fand. Erstres findet sich indem größer» Styl der Zeichnung des Nackten undder Gewänder; das zweyte vornämlich in den Ex-tremitäten und nicht selten auch in den Köpfenalter Personen; das dritte in der Wahl der Gegen-stände, und in der Anordnung sowohl als in derHandlungsweise der Figuren, da nämlich die Kom-position mehr auf den malerischen Effekt einerkünstlichen Gruppirung als auf die ausdruckvolleDarstellung der Handlung berechnet ist, diese aberweist mit gesuchter und überspannter Gestikulationrepräsentiern. Die Licblingegegensiände Davidsund seiner Schule sind daher gewöhnlich tragischen-.mnhalts; solche, welche den höchsten Grad desAffekts erheischen, dessen Ausdruck dann aber ebenbis zur Grimasse übertrieben wird. Hienächst ahmtlw von den Gewändern der Antike nicht bloß denschönen Styl des Wurfes, sondern auch ihr nassesAnkleben an den Körper, und die kleine» Faltenm den Vertiefungen, und somit das was bloßes-vcdinfuiß der Bildhauerey ist, allzusklavisch nachso wie ihre sogenannten griechischen Profile meistseelenlose Karrikaturen derselben ohne wahre Phy-siognomie sind; welches dann, an männlichen Figu-ren zumal, mit den der gemeinen Natur nachgc-
David. 26z
malten übrigen Theilen des Körpers nicht seltenden unangenehmsten Contrast ausmacht. Andremalewerden dann vollends in demselben Gemälde dieeinen Köpfe der Antike, die andern der wirklichenNatur nachgebildet; daher ihr Ausdruck fast im-mer entweder zu allgemein oder zu individuell ist.Da sich diese Schule zum löbliche» Grundsätze ge-macht hat, nichts ohne Studien nach der wirk?lichen Natur auszuführen, so haben auch ihre aus-geführten Arbeiten gewöhnlich viel materielle Wahr-heit und mechanisches Verdienst; aber der auf dasDetail gewandte Fleiß schadet oft der Hauptsache.Eigentlich ist demnach ihre Manier ein Aggregatverschiedener theilweise aus Natur und Kunst ge-sammelten Stoffes, dem aber die innige Vereini-gung fehlt, welche nur das ächte Genie durch Ver-arbeitung und Assimilirung desselben in der Phan-tasie hervorbringen mag. Ihr großes Verdienstübrigens, den ehemaligen faden Kirchenstyl decAkademisten von St. Luca zu verdrängen, ist nichtzu verkennen, und gewiß aller Ehre werth." Inder oft angezogenen Schrift: Dinkelmann undsein Jahrhundert S. 369. heißt es hinwieder vondieser Schule: »Jetzt entstand die kräftige ManierDavids und seiner Genossen, Darstellungen vonRömerthaten, die, gehoben durch Verwandtschaftmit den herrschenden politischen Tendenzen, mehrBeyfall erhielten, als sie vielleicht ihrem innernKunstwerthe nach hätten erhalten sollen. Wir möch-ten diesen Geschmack etwa den kriegerischen, odernoch paffender den theatralischen nennen, weil inder Darstellung etwas maskenhaftes herrscht, unddie Figuren sich wie Schauspieler gebährden." Be-schreibungen und Beurtheilungen der merkwürdigstenArbeiten unsers Künstlers finden sich, neben anderm:Von seinem Belisar (jetzt im Besitze Lucian Dona-parte's) inLandons R»nstai,nalen 1.57—62.nebst der Abbildung im Umrisse, nach Moreau'sStiche, wovon es dort heißt/daß der Maler selbstdem Kupferstecher einige Veränderungen angegebenhabe; und bey Fiorillo III. 453. wo die (vielleichtvon eben erwähntem Umstände herrührende) Sageerzählt wird: Daß D> diesen Gegenstand nocheinmal gemalt, und verschiedne vortheilhafte Ver-änderungen damit vorgenommen habe. Von denHoratlern und Turlariern (in der Galerie desSenates aufgestellt), neben der schon oben ange-führten Stelle aus der Schrift: Wmkelmam»u. s. f. auch bey erst gemeldtem Schriftsteller (I. c.454 — 56 .). Von dem Tod des Sokrares (jetztim Besitze des H. Micaur de Tourbaron) l. c.459 - und Landcm (l. c. III. 143.) mit dem Um-risse ; und von Paris und Helena (jetzt im Mini-sterium des Innern) wieder bey Landon (l. c. II.192.) mit dem Umrisse, und bey ^iorillo (l. 0. 459)Don diesen beyden letztem heißt es irgendwo:»Zwey Werke, wo in dem erster» der ganze Ernst,und in dem zweyten die ganze Grazie des Alter-thums sichtbar ward." Dann von den Sabinern,dieser letztre (l. c. 460—62.). Ferner Lr. Schle-gel in der Europa I. r. loo. Von Siersdorpf'sBemerkungen u. s. f. I. 372. B snr Is
'psbleau cles 8ab:nes , 8- Paris iFoo. eine (nichtübel gerathene) Lobrede auf dieses Gemäld; unddamit vergl. die Beurtheilung dieser Schrift in decAllgem. Lunftz. I. 31. und endlich Reichardc(vertr. Br. 1 . 478 .) wo die reiche und große Kompo-sition, so wie das streng Gedachte und künstlichGeordnete der einzelnen Gruppen, und wieder ihremalerische Verbindung unter einander zu einemgroßen Ganzen sehr gerühmt und dann also fort-gefahren wird: »Der Ton aber hat etwas soKalkigtes, Trockenes und Kaltes, daß man dasBild ohne Beleidigung der Augen nicht lange an-sehen mag. Hierin,, ganz von seinen Horaner,,unterschieden, die er vor 20. I von Rom nachParis brachte. Daher denn diese Verschiedenheitzu dem tollen Gerüchte Anlaß gab, daß letztge-nanntes Gemälde großentheils das Werk eines an-dern jungen Künstlers sey, der bald nach dessenVollendung in Rom (wie hinzugesetzt wird, vonDavid vergiftet' gestorben sey. Davids äusserst