Band 
Zweyter Theil [1].
Seite
293
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Doni.

* Doni, (Adonis ). Ueber seine Lebenszeitgehen die Nachrichten um ein volles Jahrhundert(das XV. und XVl.) von einander ab. Das Wahrescheinlichste ist aber, daß er 1565. vielleicht selbst1572. noch lebte, vasari hielt ihn (glaublichirrig) von Ascoli gebürtig, wo er wenigstens ganzunbekannt ist, da sich hingegen zu Assist, welchesgewöhnlich für seinen Geburtsort gehalten wird,Mehreres in Fresko von ihm in der Kirche degliAngeli befindet, nach welchem die dortige Jugendlange zu studiren pflegte. Dann steht man zu St.Francesc in Perugia seine große Arbeit eines Welt-gerichts. Nach Lanzi 37071- wurde er voneinigen (doch wohl der Zeit wegen unwahrschein-lich) für einen wirklichen Schüler von Pietro Peru-gias gehalten. Wie dem aber immer seyn mag, sonennt ihn erwähnter Schriftsteller: Den beßtenMaler von Assist, welcher wenig mehr von demalten Styl beybehalten, in der Färbung der neuernSchule von Perugia gefolgt sey, und übrigensbann doch mehr Genauheit als Geist in seinen Wer-ken verrathe.

Donini oder Dann int, (Hieronymus ).Lanzi II. 2. 196. giebt Franz Stringa für denersten, dal Sole für den zweyten, und Cignani fürseinen dritten Lehrer an; bemerkt aber, daß er indes letzter» Schule gegangen, nicht um ein machi-noser Freskomaler, sondern um ein angenehmerKünstler von Kabinetsstücken zu werden , was ihmauch wirklich gelungen sey. Dennoch kenne manauch meisterhafte größre Arbeiten von ihm, welcheden Beschauer an seinen letzten Meister erinnern,die man in der Romanei, zu Turin , an seinemGeburtsort, und namentlich auch ein sehr schönesAltarblatc, seinen St. Anton , bey den Philippinernzu Bologna finde.

* S. auch Donnins.

Donker, (H.), malte um 1645. mit Figurenund Thieren gezierte Landschaften, die wohl ge-zeichnet und vortreflich ausgeführt sind. ^lLc.

Donnabella, (Julius), ein Maler, zudessen Ehren der Ritter Marina in seiner Osl-ierir ein Sinngedicht über die Fabel Arions, ohneZweifel gegen ein Gemälde dieses Künstlers, ver-fertigte. M-c.

* Donner, (GeorgRaphael). Dieser talent-volle Mann hatte sich in der Wiener-Akademie,nach der Natur, und den damals dort vorhande-nen wenigen Abgüssen von den Antiken selbst ge-bildet, und von dem Italiener Johann Giulianinur die mechanische Handgriffe der Kunst erlernt.Derselbe war unstreitig in Deutschland der beßteBildhauer seiner Zeit. Das anmaaßende Wesender damals in Wien befindlichen italienischen Mei-ster, nebst Donners Schüchternheit, blieben langeZeit die Ursachen, daß ihm keine öffentliche Arbei-ten aufgetragen wurden, bis endlich der Wiener-sche Stadtmagistrat ihm Gelegenheit gab, seineTalente an dem großen Brunnen, auf dem dorti-gen neuen Markte zu Tage zu legen. An diesemWerke, welches Füßli (Annalen 11 . n.) »bisherdas schönste in seiner Art zu Wien " nennt, so wiean allen übrigen Arbeiten unsers Künstlers, findetman weder Manier noch Zwang, sondern überalldie ungezierte Nachahmung einer mit Geschmackgewählten Natur, verbunden mit einer mehr rich-tigen als lebhaften Einbildungskraft, und einermehr leichten als kühnen Behandlungsart. Anjenem Brunnen werden zumal das Weiche desFleisches, nebst dem Festen der Muskeln und Seh-nen an den dabey angebrachten Figuren der Vor-übung, und der vier österreichischen Flüsse Ens,Aps, March und Traue, von allen Kennern be-wundert. Vor einigen Jahren (iZoi.) hatte diesesMonument durch den Professor Fischer eine sehrgeschickte Restauration erhalten. Ein Paar andrevon Donners vorzüglichsten Werken sind die An-dromeda von Perseus erlöst, in einem Hofe desRathhauses zu Wien ; die Statue St. Martins

Doomet. 29z

zu Pferde in der Domkirche zu Preßburg , und einAltar-Basrelief eben daselbst, welches den dama-ligen Primas von Ungarn , Emmerich Esterhazi,an einem Kruzifixe knieend, vorstellt; endlich, vonseiner frühern Arbeit, eine schöne Statue CarlsVI. im Belvedere . Dieser vortrcfljche Künstlerkonnte es, ungeachtet der Leichtigkeit, mit der erarbeitete, nicht dahin bringen, fich ein von Nah-rungssorgen freyes Leben zu erwerben, und starbin diesen Umständen 1741 in seinem 46. Jahre.Italien hatte er niemals gesehen. Er hatte vieleSchüler. Unter denselben befanden sichAnton,nicht N. Mol, und Matchaus, nicht MatthiasDonner. Fußli I. c. 1017.

Donner, (Jgnatius), vermuthlich des nachfol-genden Matthias Sohn, geb. zu Wien , ebenfallsMedailleur, arbeitete zu Wien bereits um 1730.und starb dort, als erster Graveur im Kais. Kon.Münzamte 1803- im 51- Jahr seines Alters. Vonihm kennt man, neben Anderm, eine Schaumünzevon 1785. welche auf ihrem Averse das BildnißKais. Joseph II. auf dem Reverse den Schutzgottder Künste vorstellt, wie er die Genien der Malerey,Sculptur und Baukunst dem Tempel Mincrvenszuführt. Mensel Miscell. XXX. 361. undEben das. Archiv II. 171.

* (Matthias), der Medailleur, dessenim Lexikon unter dem Art. von Georg Raphaelkürzlich gedacht wird. Füßli (I. 15. und II. 47.)sagt von ihm: Daß er zwar auch viele Talente fücdie Sculptur besessen, sich aber noch bey Lebzeitenseines Bruders auf das Stempelschneiden verlegt,und es darin auf einen hohen Grad der Vollkom-menheit gebracht, und dann daß derselbe, alsRektor der Akademie, sich sehr um dieselbe verdientgemacht habe. Seinen Namen findet man aufeiner Schaumünze des Churfürsten Karl Albertsvon Bayern , von 1727. datirt. (l/n.

Donner, (Samuel). So nennt das Supple-ment des Lexikons, ohne Weiteres, einen Kupfer-stecher, der durch Bildnisse bekannt sey.

* D 0 n n in 0, (Angelus). Lanzi 1 .120. nenntihn, nebst etlichen andern, einen (schwachen) Ge-hülfen des Michael Angelo , an der sixtinischenKapelle.

S. auch Donini.

*Don;ello, (Peter und Hipolythus del).Dieselben waren Stiefsöhne von Angelus Franco,und Blutsfreunde von Julian da Majano, ihrenLehrern, und die ersten Maler der neapolitanischenSchule, deren vasari Erwähnung thut, dieselbenaber (doch irrig) eher für Loskaner zu halten scheint.Wohl scheint eine Abnehmung vom Kreuze in derGalerie zu Florenz von der Arbeit eines dieserBeydenzu sey». Weit mehr von ihnen, ».zumal vonHipolythus findet sich in Neapel , wie z. B. in demRefektorium von St. Maria nuova, und nochmehr zu Poggio Reale; dort vornämlich in einemSaale die Verschwörung gegen den König Ferdi-nand, welche Sannazar in einem seiner Sonnette(II. 4l.) preist. Ihr Styl war demjenigen ihresMeisters Franco ähnlich, ihr Colorit jedoch ange-nehmer. Dann gehörten sie zu den frühesten,welche Architektur, und in Basreliefs-Weise Grauin Grau malten. Dabey war der ältere (Peter) eiuvortreflicher Meister in Bildnissen, dergleichen nochheut zu Tage im Pallaste der Herzoge von Mataslona aufbewahrt.werden, die man bey Erneuerungeines dortigen, von ihm bemalten, Saals von demverdorbenen Ueberrest aus der Mauer schnitt. LanziI. 59091. Als Baumeister dann führten sie theilsdie von ihrem Meister Majano in Neapel ange-fangenen Arbeiten nach dessen Tode aus; theilssieht man dort Verschiedenes von ihrem Eignen,wie z. B. den grandiosen Pallast Cararccioli derPrinzen von St. Buono auf dem Platze Et Johana Carbonara. MrlrH Dclir. terr:. I. 163.

0 nrer, ( ). So heißt ein Niederländer,

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