Band 
Zweyter Theil [1].
Seite
334
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ZZ4 Evelyn.

Evelyn, (Maria). Eine Künstlerin diesesNamens ist durch zwey Titelblätter bekannt, welcheWenc. Hollar. nach ihrer Zeichnung zu einer Ueber-sctzung des Lucrez von M Evelyn (1656.) undzu Sprarr's Geschichte der Königl. Gesellschaft(1667.) gestochen hat.

Evemerus. Dieser Name findet sich aufeinem Carniol im Churfürst!. Kabinette zu Hessen-Kassel, und stellt Mars mit Schild und Lanzevor. Lippert Suppl. d!°. 74

Eveque, (Heinrich l'). So nennt der Wink-lersche Katalog einen Maler, Zeichner, Kupfer-ätzer und Künstler in Aquatinta - Manier aus Genf ,von dem er zwey große colorirte Aussichten vondieser Stadt kennt, und bemerkt, daß solche äus-serst sorgfältig ausgeführt, und zugleich (was stehselten beysammen findet) von sehr malerischemEffekte sind.

* S. auch Evesque.

* Everardi, (Angelus>, geb. 1647. SeineGemälde sollen, seines frühen Tods wegen, sehrselten seyn LamLi ll. 197.

* Everdingen, (Aldert van). Auf einerReift, die er in Morden machte, ward er durcheinen Sturm an die Küsten von Norwegen gewor-fen, wo er sich über ein Jahr aufhielr. Er be-nutzte die Zeit, um die wilde Natur dieser Gegen-den zu studiren. Man bewundert in seinen Ge-mälden von vortreflicher Farbe vorzüglich seine mitMoos bedeckten Felscumassen, seine mit großerKunst durch Streiflichter reizend beleuchteten Fich-tenwälder, seine so ungezwungen, und doch soschön colorirten Himmel. Er hat Meerstürme vor-gestellt, deren Wahrheit mit Schauder erfüllt.Hier" (sagt Descamps)vermischen sich dieWellen mit dem Himmel; dort brechen sie sich anFelsen, welche zu zerspalten und einzustürzen schei-nen Kein Maler hat besser die Wasser darzustellenverstanden; die Wellen stoßen aneinander undbrechen sich; sie erheben sich in die Luft und werdenzu Nebel; man glaubt, das an dem bestürmtenHimmel verbreitete Feuer brennen zu sehen." DieserKünstler arbeitete mit besondrer Leichtigkeit, malteAlles nach der Natur, und seine Figuren von Men-schen und Thieren waren in gutem Geschmacke ge-zeichnet. So weit Rost (VI. 125.) nach Wareler,über Everdingen den Maler. Ueber den Aetzerwollen wir nun Barrsch (II. 157-60.) den be-währten Kenner, und selbst großen Meisterin dieserKunst, hören.Von seinen etwa 162 Blättern"(sagt er) scheinen ioz. ganz nach der Natur ge-zeichnet zu seyn; es sind kleine Scestücke, Aussich-ten von Dörfern, Flecken und Büsch- und Berg-gegenden. Alle sind wahr, ohne Verschönerung.Statt angenehmer Lagen, statt Hügeln mit frischemRasen bedeckt, statt zierlicher Häuser und sichschlängelnder Bache, sind Alles arme Oerter, woFelsen und Klippen, Waldwasser und Wasserfälle,Gtrohhütten, sich vereinigen, seiner Landschafteinen vielmehr düstern und bäurischen Charakter zugeben. Die erstauncnswürdige Verschiedenheit derGegenstände seinerAetzungen ist dann eben so groß,als die Wahrheit, mit welcher sie dargestellt sind;jene beweist die große Fruchtbarkeit seines Genie,diese seine seltene Geschicklichkeit Diese Blättersind mit einer mehr groben als feinen Nadel, aberdafür immer mit unendlich vielem Geist schnell undkühn gearbeitet. Dem Grundsätze getreu, niemalsdie Wirkung des Ganzen einem noch so köstlichenDetail aufzuopfern, gab er sich vorzüglich Mühe, allemögliche Wahrheit in die Formen zu legen, undsie einfach, genau, pünktlich zu geben. Dabeyaber vernachläßigte er das Detail bey Weitemnicht; in einigen seiner Arbeiten findet sich solchesmit großer Vollendung dargestellt Dann machenL7. seiner Blätter die Zierde des bekannten Rei-nette des Fuchses seines Landmanns Heinrichsvan Ulkmar aus. Die verschiedenen darinn vor-kommenden Gattungen von Thieren sind durchgängig

Evesque.

in ihrem wahren Charakter vorgestellt, und schil-dern die Rolle eines jeden, Meister Fuchsen's be-sonders , in der mannigfaltigen die er spielen muß,meisterhaft. Eben so gut sind dieselben gruppin,und das dabey vorkommende Landschaftliche,mbeßten Geschmack ausgeführt. Nur Figuren " (be-hauptet Barrsch, und wir dürfen ihm glauben)zeichnete er hier, und überall, mittelmäßig, undzuweilen (wie z. B. in seiner Venus und Amor, inSchwarzkunsi geschabt, wenn solche anders vonihm ist) wirklich schlecht. Gute Abdrücke seinerBlätter sind selten; die Landschaften größkenkheilsaufgestochen, und durch den Grabstichel mit arm-seligen Lüften in Parallelstrichen versehen, woranman sie eben erkennen kann. Die retvuschirtenThierblätter dann sind weniger verdorben, undlediglich an der Arbeit mit der kalten Nadel kennt-lich , wovon sich hingegen in den alten Abdrückenkeine Spur findet." Hierauf folgt, auf mehr alshundert Seite», die dckaillirte Beschreibung undWürdigung aller dieser Aetzarbeiten von unsermKünstler, mit gewohnter Genauheit und Unbefan-genheit. Von Copien nach ihm hat Barrsch bisdahin keine geliefert, was indessen im Verfolgenoch zu hoffen steht. Auch bey Rost VI. 12650.findet sich ein raisonnirtcs Verzeichniß von 5z.Blättern, welches vor Erscheinung des keintreOraveur das unterrichtendste war. Von Stichennach ihm kennt man (was seltsam scheinen mag)nur sehr Weniges. Der winklersche Katalognämlich führt einen Wasserfall von Michel und eineSeeaussicht von le Veau, dann eine wilde nor-wegische Gegend von G. W. Weise (1773.), be-sonders aber eine Folge von 12. norwegischen Land-schaften und Marinen (die zwölf Monate vorstel-lend) von H. Spielmann an, welche dort, sehrartig und leicht in Tuschmanier geätzt, genanntwerden. Der Brandes'sche Katalog dann hat:Ein Dorf am Meersstrand, von Ploos van Amstel(1782.) in Zeichnungsmanier, die sehr schön heißt;Rost endlich I. 0. führt ein großes vortrcflichesBlatt nach ihm von I. L- Prestcl, ebenfalls inAqua tinta gearbeitet und braun abgedruckt an,welches Vasca ie »:n We-Wpkalie zur Unterschriftführt. Unser Everdingen war zugleich ein ebenso rechtschaffener als geistreicher Mann. Durchseine Frömmigkeit verdiente er die von ihm beklei-dete Stelle eines Diakonus an der reformirtenKirche seiner Gelmrtsstadt, und er hatte Sitten,die diesem Stand angemessen waren.

* Everdyck, (Cornelius), und'Ihelm,dessen Sohn. Wahrscheinlich ist es dieser letzt«,nach welchem Matham das Bildniß Joh. de Drune,Rathspensionnairs von Seeland , und Suyderhofdasjenige des Middelburger - Pfarrherrn I. deMay gestochen hat.

Evertse, ( ). So hieß ein niederländi-

scher Kunsiverleger, bey dem sich ein BildnißAdrian de Ruyter^s, nach G- van Eckhout fand.Tlkc.

* Evesque, (P. C l'), hieß Peter <sarl,Kupferstecher, seit 1774. der Akademie der Schö­ nen Künste zu St. Petersburg Einverleibter, undMitglied der ehemaligen Akademie des Jncrip-tions, geb. zu Paris 1727. Er hitzlt sich siebe»Jahre in Rußland auf, wo er sich indessen eins-weilen mehr mit der Schriftstellerey als mit derKunst zu beschäftigen schien, und die Stelle einesLehrers der Schönen Wissenschaften bey dem dor-tigen Kadettenkoicps bekleidete. Um 1730. kam ernach Paris zurüek. Seine mannigfaltigen Schrillten von 17611800. finden sich in Ersch kröntelitt. und in dem Nachtrage dieses Werks ausführ-lich verzeichnet. Zu dem Wichtigsten gehört ohneZweifel seine zuerst im I. 1781. erschienene Ge-schichte von Rußland Womit er sich aber beson-ders als Freund der Künste um das Publikum vevdient machte, ist, daß er das vicrionnaire ae»Leaux - Hrt» fortsetzte, welches warelet angefangen, und bey seinem Tode unbeendigt gelasst»