Band 
Zweyter Theil [1].
Seite
343
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Fants.

1. c. an. Die dort genannten vier Tugenden sind:Der Glaube, die Klugheit, die Gerechtigkeit unddie Starke. Dann enthält der Winklersche Ka-talog ein Paar andre Blätter von ihm, welche erbeyde höchst selten nennt, und bemerkt: Daß daseine (die Muse Thalia) nach Leo Daris Weise mitunterbrochenen Strichen, das andre aber (einenackte Bacchantin) in Bonasone's Geschmack ganzmit dem Grabstichel gearbeitet, von 1507. datirt,und nicht (wie sonst immer) mit k. sondern mitk) - 4 . bezeichnet sey was freylich Alles, ebenso, wie das eine bey Rost sich vorfindende Mono-gramm unsers Künstlers, über die Identität diesesund einiger andrer ihm zugeeigneten Blatter einwenig stutzen macht.

Fants, (Michel). Unter diesem Namen (wirwissen nicht, ob des MalerS oder Stechers) findetman das Bildniß des Kardinals Wilhelm du Blanc.

Mc.

* Fanz 0 ni. G. Ferarr.

Far, (Eustachius de St.). So nennt Basan(. 8ec.) 8. V. Gainr-Far, einen Baumeister desKönigs und Ingenieur des Grafen von Artois,der, nach seinen eignen Zeichnungen, eine Aussichtder Brücke von Mante, und ein kleines Heft vonvier Blättern (Plan, Aufriß und Durchschnitt dervon Sonkflot gebauten Kirche St. Genevieve ),und endlich in Tuschmanier, gemeinschaftlich mitP. Anguier, antike Architektur nach I. P. Panninigestochen habe.

*FarelIi, (Jakob). Lanzi (l. 62324.)nennt ihn eine» gute» Nachahmer seines MeistersVaccaro, von welchem sich ein schönes Gemäldein der Kirche St. Brigitta zu Neapel befinde, dasdiese Heilige vorstellt. Späterhin habe er, z B.in der Sakristey del Tesoro, den Dominichin nach-ahmen wollen, was ihm aber nicht gelungen sey,und worüber er allen seinen frühern Ruf einbüßte.

Farffler, (Stephan). S. Varia.

* Fargues oder Fargue, (I. Ellas undP C. la). Von dem letztem sagt der wmklerfcheKatalog, daß er auch selbst in Kupfer geätzt habe,und führt von ihm zwey Aussichten von Ryswick,und achte aus den Gegenden vom Haag an, dievon ,761. und 64. datirt, und mit den Blätternnach ihm von Charpentier und Tardieu nicht zuverwechseln sind.

* Farjar, (Benedikt), geb. zu Lyon 1646. Ersalzte seinem Lehrer Chateau nach Italien , undübertraf ihn bald durch einen breitem und mar-kichtecn Stich. Man kennt von ihm eine Mengegesuchter Blätter nach den berühmtesten italieni-schen Meistern, deren Rost VII. 348 49 - einigeder vorzüglichsten, ein Verzeichnis meines/el.Vaters aber an die 50. anführt, worunter Fußli0-278 ) eine Flucht in Aegypten , nach Ciro Ferri ,v>e,lachst (II. 222.) einen St. Franzisk in der Ein-öde vor dem Cruzifix, nach Guido Rheni, vornäm-uch auszuzeichnen scheint; von seiner Communiondes St. Hieronymus nach Dominichin» dagegen0 - c. zz2.) sagt: Daß er, des schönen Stichs un,geachtet, daran bey Weitem nicht was Frey, undselbst weniger als Testa geleistet habe.

Farina, (Fabritius), ein Bildhauer zu Florre>>i um 1610. Er arbeitete in Porphyr nach einemModelle von Horaz Mocchi das Brustbild desAroßherzog Cosinus I. welches in der Galerie zuFwrenz gezeigt wird. La/Äm-cci XI V. 194., Fio-rillo 1. 46i. scheint ihn unter diejenigen zu zählen,welche das Geheimniß besassen, das Eisen so hartiu stahlen, daß man eben in Porphyr damit ar-beiten konnte.

Ferinaro, (Horaz ), dessen das Lexikon amSchluß des Art. seines Vaters Paul nur mitzwey Worten Erwähnung thut. Derselbe starb sehrlung; »und" (sagt Lanzi II. 131.)es ist wohlder größte Lobspruch, den man ihm geben kann,

Farinato. 24Z

daß er sich in so kurzer Zeit nicht bloß dem Styl,sondern selbst der Kunst seines Vaters genäherthabe. Zu St. Stephan in Verona befindet sichvon ihm ein Altarblatt mit Gläubigen, die vonden Aposteln den Geist empfangen, das sich mitden beßte» Gemälden andrer Veroneser, die ihmzur Seite stehen, den einzigen Caliari ausgenomrmen, messen darf." Nach seinem Vater hat der-selbe zwey große Blätter: Eine Abnehmung vomKreuze und Pharao im rothen Meer ersauft, ge,ätzt, die der winklersche Katalog Kapitalblatterheißt, und mit 159z. bezeichnet sind; was unge-fähr auf seine Lebensdauer deuten mag.

* Farinato, (Paul), Maler, Modellirer,Bildhauer und Kupferätzer. Ueber diesen Künstlerwird sehr ungleich, und in Einem Punkt eigentlichwidersprechend geurtheilt. Eine glückliche Erfin-dungsgabe und lebhafte Einbildungskraft sprechenihm alle Kunstgeschichtschreiber zu; eben so einekecke Zeichnung, welche aber einige, so wie nament-lich auch das Lexikon, meist unrichtig nennen.Dann begnügen sich viele zu sagen, daß er ebennicht unter die glücklichsten Coloristen gehöre, undzumal in Oel ein wenig mark, in Fresko etwaskräftiger sey, und daher auch seine Zeichnungenoft höher als seine Gemälde geschätzt werden, mitt-lerweile andre (man kann sich des Lachens, und der ewig wiederkehrenden Frage: Was ist die Wahr-heit? nicht enthalten) seine feurige Farberühmen, und ausdrücklich bemerken, daß er gleichgeschickt in Oel und in Fresko gearbeitet habe.Dann überfließt ganz besonders der sonst scharfgenug richtende Lanzi (II. 13036.) fast wie sonstvon keinem andern Künstler (die wenigen Haupt-lichter ausgenommen) von seinem Lob.PaulFarinaro" (hebt er an)ist in eben dem Grabe eingroßer Maler, wie hingegen Paul Caliari einreizender zu nennen. Man behauptet, daß auchEr in Venedig gewesen, und nach Titia» undGiorgione studirt habe; aus seinem Styl zu ur-theilen, sollte man meist denken, daß Jul. Roma-nuS sein Lehrer im Zeichnen gewesen, und baß erim Colorite die Nenetianer zwar nicht vorbeyge«gangen, aber sich dann doch sein eigenes Systemgebildet habe. Er erreichte sein hohes Alter, stetsvon seinem treflichen Humor unterstützt, und thatsich mit Recht nicht,wenig darauf zu gut, aufsein berühmtes Gemälde von der Speisung derFünftausende sst. 79. zu schreiben. Paul gehörtzu den Wenigen, die mit zunehmenden Jahren inder Kunst immer weiter rücken. Wenn er in einigenseiner frühern Arbeiten etwas ins Trockene fiel,so blieb hingegen in jenem seines neun und siebzig-jährigen Alters nichts zu wünschen übrig, wederin Absicht auf den vollen Umriß, noch auf Bizar-rerie der Kleidung und des Kopfputzes" (so sollauch dieses ein Lob genannt werden?)noch aufFleiß in den Figuren und der Landschaft. SeineZeichnung wurde wie Weniger aus seiner Schulegerühmt. Zu St. Thomas in Verona findet sichvon ihm ein sitzender St. Onofrius, welcher ausdem Torso des Belvedere entlehnt ist, und über-haupt bemerkt man an seinem Nackten eine Praktikdes Antiken, die bey den Venetianern sonst so seltenist. In seine Carnation mischte er eine bronzirteFarbe, die sehr gefällig ist (?) und dazu dient,seinen Tinten einen Accord zu geben, da solchemeist gemäßigt und tief gehalten sind, so daß dasAug darauf angenehm, ohne Ermüdung ruht."(Was an dieser Art Färbung Andre tadelhaft fin-den, kennt auch Lanzi ganz gut; aber ihr Urtheilist nun einmal nicht das seinige). Farinaro hatauch mit einer leichten flüchtigen Nadel mehrereBlätter geätzt, die von Kennern sehr gesucht, von1566-35. datirt, und theils bey Rost UI. 193-94.theils im winklerschen Katalog verzeichnet sind,bey welchem letztem sich dann auch Einiges vondem (eben nicht sehr Zahlreichen) findet, was andrenach ihm gestochen haben; worunter die zweyschon oben angeführten Blätter von seinem Sohne,dann: Eine Entführung der Europa und ein Fall