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und daselbst gestorben 17?^. als Graveur desKöniges. Schon seine ersten Stiche, in denen ermit der Nadel stark vorarbeitete, gaben eine hoheMeinung von seiner Kunst, die er immer mehr,und mit Erfolg, zu vervollkommnen bemühet war.Man kennt von ihm eine große Menge Blatter ,sowohl Bildnisse als historische und Gattungsstückenach einer Menge (meist neuerer) Meister, von wel-chen Rost Vlll. 157—60 an die 30. ein Verzeich-nis meines sel. Vaters hingegen an die rzo. an-führt, unter welchen: Der Herr des Weingartensund sein Taglvhner, nach Rembrandt , dann eineDiana im Bade nach Jac. Bassano, für dasKabinet von Crozat, und endlich die 16. großenStiche nach den Gemälden von Ch. Natoire in derKapelle der Findelkinder zu Paris , und nach derZeichnung von A. de St. Aubin , sich vorzüglichausnehmen sollen.
Festa, (Augustin). So wird bey Mosca einMaler von Ferrara genannt.
* Feei, (Dominikus). Unter seinen Arbeiten(meist Staffcleygeniälden> gedenkt Lanzi II. 249.seiner Brodverwandlung, in der Akademie su Man-tua, mit zahlreichen Figuren, welche indessen mehrgroß als grandios zu nennen seyen, aber dafürviel Abwechslung, schöne Verkürzungen und eingutes Colorit haben. Eine größere Kompositionvon ihm in Fresko (welche aber eben, wie gewöhn-lich, minder Lob als seine Oelgemalde verdient) istdann diejenige in dem Domchor, ebenfalls zuMantua . „ Ueberhaupt" (sagt erwähnter Schrift-steller) »haben seine Werke, bey sonst mancherguten Eigenschaft, den Fehler einer allzu symme-trischen paarweise» Gruppirung." In der Schriftlvinkelmann und sein Jahrh. S- i 87 - wird vonihm geurtheilt, wie folgt: „Der Styl, in welchemer vorzüglich biblische Parabeln vorstellte, und sichdamit in Anseht, setzte, war nicht vorschlich niedrig,sank aber doch bis zur gemeinen Natur herabIm Ausdrucke herrscht Geist und Leben, im ColoritKraft; die Wirkung ist zuweilen gut. Da seineFiguren selten über einen Fuß hoch sind, so möchteman der Behandlung etwas mehr Fleiß und Zart-heit wünschen." Mehren, Beyfall ertheilt unsermKünstler Füßli . Bey ihm heißt es (I. 231-32):„Feei ahmte die gemeine Natur mit einer großen,kühnen und geistreichen Manier nach. Sein Haupt-zweck war, durch die Anordnung, Beleuchtungund Färbung , und durch eine mehr große als rich-tige Zeichnung, eine starke Wirkung auf das Augzu machen, und solches durch eine saftige undfreye Behandlung des Pinsels zu vergnügen. Erwählte meistens Vorstellungen, die keine ausge-dehnte Komposition erforderten, und selten solche,wo man eine besondre Erhabenheit der Ideen, undTiefsinn in der Bedeutung erwarten konnte. Fürdas Simple und Naive aber, was wir in der ge-wohnten Natur finden, war er scharfsinnig, undwußt' er es mit »„gemein viel Feinheit zu fassen;und eben so, seinen Figuren eine gewisse ungekün-stelte Anmuth zu geben, welche, verbunden mitabgedachten Eigenschaften, seine Werke für alleKenner schätzbar macht." Maeeler dann rühmt,neben Anderm den Relief, welchen er seinen Gegen-ständen zu geben wußte, und rügt dagegen seinezwar lebhafte, aber in den Schatten ein wenigschwarze Farbe; und bemerkt endlich, seine Ge-mälde seyen selten, und würden sehr gesucht wer-den , wenn sie gemein waren. „Unter den siebenGemälden" (sagt l'Eprciö), »welche sich demKönigl. Französ. Kabinette befinden, und Alle großeSchönheiten haben, zeichnet sich denn doch beson-ders daS aus, welches Loth und seine Töchter vor-stellt. Man kann nichts Treffenderes sehen, so-wohl in Rücksicht der Zusammensetzung, als derschönen Farbe, der Starke des Ausdruckes, undder Kunst des Pinselstrichs. Es ist ei» wahrerDiamant.'' Von dem Vorzüglichsten, was nachihm gestochen worden, nennt Füßli (I. c. 32—36.)das meisterhafte Blatt: David, mit dem Hauptund Schwerdt Goliaths, von I. Chereau; den so-
Fevre.
genannten Schutzengel, in erwähntem Könial.Kabinette, von N. Dupuis; Tobias, der seinemblinden Vater wieder zum Gesichte hilft, von PMonaco; die Anbetung der Hirten, für die Crorzatsche Sammlung, von S. F. Ravenet; dieMelancholie, und das Bild der Landlebens, beydewieder aus dem Königl. Kabinette, von S. Tho-maffin (letztres besonders sehr gut gestochen).Ueberhaupt führt dann der Lvinklersche Katalogan die 20. und ein Verzcichniß meines sel. Vatersvollends an die 30- Blatter nach diesem Künstleran. Heinecke (lclöo Aenörsls 123.) sagt gar,man könnte einen kleinen Band von Stichen nachihm anfüllen.
Feven, (Peter). S. Freuen.
Feuille, ( la), ein Kunstvcrleger, ausdessen Verlage man, neben Anderm, das Bildnißdes Herzogs Friedrich von Schomberg , und dieAufhebung der Belagerung von Barcellona im I.1705. kennt. Msc.
Feuillöe, ( ) ein französischer Jesuit;
zeichnete auf seiner Reise in Amerika , besondersin Peru , mit großem Fleiß auf Pergament eineMenge Fische, Vögck und allerhand Insekten.Dieses in 109. Folioblätkern bestehende Werk wardaus des Marterte Sammlung um 325. Livresverkauft. Mrc.
Feuiller, ( ) ein Bildhauer; verfertigte
das Grabmonument des I?6l. verstorbenen PfarrrHerrn der Kirche St. Gervais zu Paris , von Gips-arbeit.
Feuquieres. S. Fouquieres.
Fevre, (A. Hubert le). So nennt sich einneuerer Kupferstecher zu Paris , von dem, nebenAnderm, im I iZo^. zwey Blätter: Der jagendeFaun aus der Villa Älbani, nach Reverdins Zeich-nung, und die Venus von Medicis , nach derZeichnung von Granger erschienen waren, wo esdann, zumal von dem erster» hieß, daß solchesdie edeln und graziösen Formen des Urbilds mitgroßer Reinheit darstelle. In demselben Jahr gaber, unter Tardicu's Leitung, das erste Heft vouKöpfen nach Raphael, aus den Vatikanische»Stanzen, nach den Zeichnungen von C- L M-A- Belle. (S. den Art. dieses letztem). Ob esdieser oder ein andrer le Fevre sey, von wel-chem ein Kunstkatalog von 1806. einen in Farbengestochenen Kopf der Creusa nach Dominichino an-führt, ist uns unbekannt.
* — — (Claudius). Er legte sich, wahr-scheinlich auf Anrathen von le Brun, dessen Eifer-sucht sein emporstrebendes Talent fürchtete, aufdas Portrait, und brachte es darin zu einer be-wundernswürdigen Stärke, wiewohl er das histo-rische Fach nicht gänzlich aufgab. Fiorillo lll.207. Dieser Künstler genoß die Ehre, den ganzenKönigl. Hof zu malen. Für sein Aufnahmsstückin die Akademie gab er das (nachwärts von B-Audran gestochene) Bildniß Colberts. Neben die-sem wurde vorzüglich dasjenige der Herzogin vonBouillon, mit einem Blumenkranz umgeben, all-gemein bewundert. Zu London , wo er sich in kur-zer Zeit den Namen eines zweyten Vandyk's er-warb, starb er in demselben Jahre (1675.), wo erdahin gekommen war. Ein Verzeichniß meines sei-Vaters führt 5§. zum Theil von den berühmtestenMeistern nach ihm gestochene Blatter (ein Brust-bild der H. Jungfrau von I. Boulanger ausge-nommen) lauter Bildnisse an. Noch müssen wirbemerken, daß der P. Grlandi in seinem AbecedarioPittorico unsern Claudius mit dem unten folgen-den Valentin le Fevre verwechselt.
— (Fr ), ein Kupferstecher von Lroyes inChampagne, der 1678. ein Bildniß des Kunstlieb-habers Eust . Quinot's nach I. Chabouilliny gestorchen hat.
M- — (Heinrich und Jakob). Ob der Jakob,