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endlich nennt ee ein curiöfes und nützliches Werk.Von seinem Sohn, Esajas Emanuel, dann ur-theilt er vollkommen, wie das Lexikon. S obenauch den Art. des Johann Fischers von Düsseldorf .
F ischer, (Johann Emanuel und Johann Frie-drich). Nach dem erstem hat I. Sedelmayr dasBildniß des Grafen I. L. D. von Trautsohn ge-stochen. 71 /§e.
— — (Martin), geb. 17^1. zu Bebeln im All-gau , nach andern bey Füssen in der Pfarrey Hopfen,eines Fischers Sohn, der sich schon bey der Hü-tung der Heerde seines Vaters mit allerley Schnitz-lereycn thierischer und menschlicher Figuren beschäf-tigte, und zum Wagner-Handwerk bestimmt war,nachwärts aber, wegen seiner zarten Leibesbeschaf-.fenheit zu einem Dorsbildhauer, Namens Schwei-ger, in die Lehre gethan wurde, bey dem er nurwenige mechanische Handgriffe erlernen konnte, aberbald durch seine eigene Forschbegierde, und die Be-trachtung der ihn umgebenden Natur weiter kam,im I. 1760. mit einem Dukaten Baarschaft nachWien gieng, und bey einem, freylich ebenfallsgemeinen Bildhauer, Talota, ein Paar JahreBeschäftigung fand. Nachwärts unterstützte ihn-er damalige Professor bey der Akademie, Schierrerer, vier Jahre lang, wie ein Vater. Epochebey Fischern machte die Verzierung der Faradsdes Pallastes der Prinzessin Emanuele, Nichte desPrinzen Eugen, welche er gemeinschaftlich mitMesserschmied unternahm. Er hatte die schick-liche Gelegenheit versäumt, als Pensionnair nachRom geschickt zu werden. Dafür verwendete er sichmit gedoppeltem Fleiß auf das Studium derNatur, und suchte solches durch eine genaue Unter-suchung der schonen Formen der Antiken zu berich-tigen. Zu seiner Nebenbeschäftigung machte er dieAnatomie, (womit er aber ja nicht, wie Lett-ner III. L2l. sagt, einen großen Theil seinesLebens zubrachte). Atzt wurden der Prinz vonKaunitz und der ungarsche Bischof Klimo seinebesondre Gönner; und letztrer berief ihn nachFünfkirchen , in der Absicht, das Gefühl seinerLandslente für die bildenden Künste empfänglicherzu machen. Allein eine Krankheit bewog ihn,wieder nach Wien zurückzukehren. Mit Beyhülfedes berühmten Auatomikers Barrh brachte ermit unglaublichem Fleiß eine Figur zu Stande,die jungen Künstlern zur sichern Grundlage einereigentlich korrekten Zeichnung des menschlichen Kör-pers dienen konnte. Dafür wurde er der Akademieals Mitglied einverleibt, und bald hernach von K.Joseph ll. als Professor der Anatomie und Rathderselben, so wie noch etwas spater, neben Zau-nerri, zum Lehrer der Bildhauerkunst angestellt.Da er einzig und unabläßig seinem Berufe lebte,so ist die Zahl seiner Werke, die er in einer Zeitvon 33. Jahren in Oesterreich und Ungarn verfer-tigt hat, sehr beträchtlich. Ueberall findet man indenselben eine ungemeine Wahrheit in Nachahmungder wohlgewahlten Natur, ein einfaches und unge-ziertes Wesen in den Stellungen und Kopfweudun-gen der Figuren, anatomische Richtigkeit in derZeichnung des Nackten, eine weiche Darstellungdes Fleisches, und Drapperien ohne Schwulst,welche die Formen ungezwungen bedecken. Frey-lich ist nicht ein geringer Theil derselben von sei-nen Scholaren, doch immer nach seinen eigenhän-digen Modellen, unter seiner Aufsicht, und oft mitseiner Nachhülfe ausgeführt. Unter seinen vielenArbeiten sind die merkwürdigsten: Ein Grabmaldes Herrn von Tenders; ein Harpokrates für denGraf Joseph von Kaunitz; ein Mutius Scävolaim Garten zu Schönbrunn ; zwey Seiten - Altarefür die Cathedral - Kirche zu Fünfkirch; derBorghesische und der sterbende Fechter in dem Gar-ten des Feldmarschalls von Lascy zu Dornbach;eine Circe für ebendenselben; die drey Grazien fürden Fürst Franz von Lichtenstcin, zu Eisgrub; diePietas und Fides publica, auf dem Portal desRathhauses zu Wien ; mehrere Bilder der Apostel,Evangelisten und der H. Mutier in der Hofkriegs-
F i s ch e r.
und Michaels-Kirche daselbst, so wie in derjenigenzu Lichtenthal; über der Hauptfayade des Ballastesdes Fürsten Ludwigs von Lichtcnstein zwey Wappen-schilder mit vier steinernen, eilf Schuhe hohenFiguren, die den Ruhm, die Heldentugend, Uraniaund die Göttin der Freyen Künste vorstellen; indem Hofe eben dieses Ballastes eine Pallas Chali«mitis, die an der Hypokrene den Pegasus bezähmt,von weichem Metall gegossen; für die verwittibteFürstin von Lichtenstein in dem Garten zu Hütte!«dorf ebenfalls eine Pallas in Lebensgröße; dasGrabmal des Bischof Keren; in der Domkirche zuSt- Pölten; Christus am Kreuze, mit Johannesund Maria in Lebensgröße von Holz geschnittena. d. Hochaltar der Kirche zu Währing ; die Brust-bilder Joseph ll. und des itzigen Kaisers, derGrafen von Wassenaer, Lascy, Saurau, desF.M. Laudons u. s. f. für öffentliche Gebäude undPrivatkabinette; die Statue desFriedeus, von Me-tall, für den Grafen Pr. Zinzendorf, zu Ehreus«brunn; das Grabmal der Gräfin von Welsek, nachStubbach, nach der Idee des um 1802. ver-storbenen Architekts Heinrizi; Moses , der dasWasser aus dem Felsen schlägt, auf dem Brunnendes Franziskaner - Platzes zu Wien , in großemCharakter; Hygiäa, auf dem Brunnen im Hofe desMilitärpallastes daselbst; das Bild der Wachsam-keit im Staat, auf einem andern Brunnen in derAllser-Vorstadt; das Brustbild des Freyherr« vo»Qnarin für die Universität, und das des HofcathSvon Frank für das allgemeine Krankenhaus; undEndlich für die KK Akademie der bildenden Künstedie schon erwähnte anatomische Statue, in wieder-holten sorgfältigst ausgearbeiteten Abgüssen von 6.Schuhen in die Höhe. Noch ist ebenfalls ihm zumTheil die vortrefliche Wiederherstellung des Brun-nens auf dem neuen Markte, des Meisterwerksvon Raphael Donner zu verdanken. Er lebte noch1806. In 1804. wurde seine anfangs erwähnteanatomische Statue zu Wien in weichem Metallausgegossen; und Gipsabgüsse davon werden insAusland gesandt. Meusels Arch. IV. i?o.Füßli's Annalen II. 32—49. Andre kurzebiographische Nachrichten von ihm von Gabr.Fiessinger finden sich in Meusels Lsslus. welcheaber bloß bis 1736. reichen, deren wir aber hiergedenken, weil uns des Verfassers, mit Füßliübereinstimmendes Urtheil über die hohe Einfalt desStyls unsers Künstlers vollends entscheidend zuseyn scheint, einer- und anderseits um der ebensoschönen Bescheidenheit Erwähnung zu thun, mitwelcher er unten ein dort ebenfalls enthaltenes M-zeichniß seiner Werke schrieb: »Wenige dieser ange-führten Arbeiten lohnen derMühe, sie anzumerken."
* Fischer, (Peter), der Kunstgiesser. Sei»Grabmal des H. Sebald hat G. Fennizer gestochen.
— — (Reinhard Ferdinand Heinrich ), Her-zog!. Würtembergischer Hauptmann, Architekt undProfessor der bürgerlichen Baukunst an der Carls-Schule zu Stuttgard, geb. daselbst 174 . Lerntedie Kunst, Gebäude anzulegen, von la Gruppiere,wußte aber große Ideen, die jenem fehlten, damitzu verbinden. Derselbe hat die Plane zu den mei-sten Gebäuden des neuen Residenzschlosses zuStuttgard, der Militär-Akademie, des Lustschlosseszu Hohenheim , Scharnhausen und Solitüde ange-geben, und das Bauwesen selbst geleitet. Lebtenoch 1739. Mensel II.
S (Rudolph), ein Baumeister zu Wien ,studirte 1737 auf dortiger Akademie. MenselMiscell. XXX. 360.
— — (Vincenz), Baumeister und Architektur-
Maler, geb. zuFürstenzell (nach Andern zuSchmid-ham) in Bayern , 1729; lernte anfänglich bloß beyhandwerksmäßigen Künstlern Alsdann kam er1750. nach Wien , und von da wieder nach Bayern ,wo er in Landshut Gelegenheit fand, sich in derGeschichtSmalerey zu üben. Schon 1751. kehrteer nach Wien zurück, wo er mehrere Altarblatcecnach Piktoni, Ricci und Lroger copirte. Jtzt