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andern Vorzug, der das reine Gefühl beftiedigenkönnte. Nur bey der Figur des H. Matthäus ineinem der vier Seitenecken scheint der Künster denberühmten Johann den Evangelist (in der Ent-zückung) von Dominichino an der Kuppel von St.Andrea delle Valle in Rom vor Augen gehabt zuhaben. Mit alledem bezauberte ein solcher Farben-glänz die — Pariser." Er erhielt von allen Seitenzahllose Auftrage. Jedoch wurde, nach dem Todeseines Gönners Mansard, Verschiedenes, das manfür ihn bestimmt hatte, zwischen Coypel, Jouve-„et und den Boullogne's vertheilt. Unter derMenge seiner Gemälde verdienen die unbefleckteEmpfängniß, im Kloster dieses Namens, und eineGeburt der Minerva (Deckenstück in der GalerieCrozat) vorzüglich Erwähnung. Im Ganzen chara-terisirt diesen Künstler Florillo l. c. wie folgt:„La Fosse hatte eine fehlerhafte Zeichnung; seineFiguren sind, wie diejenigen seines Lehrers le Brun,gemeiniglich zu kurz. Seine Drappcrien haben keineschöne Formen und einen falschen Wurf; und ob ersich gleich bemühte, durch eine übertriebene Lebhaf-tigkeit der Farben Wirkung herbeyzuzaubern, unddie Augen des Zuschauers zu blenden, so bemerktman dennoch, daß die Tinten seines Fleisches mangel-haft sind, und nichts von der Wahrheit, Wärme,und Lebenskraft besitzen, die uns in den Werkenwahrhaft großer Coloristen dahinreißt. Uebcrallsticht bey ihm das Blendwerk der Manier undder nachtheilige Einfluß hervor, den die Werkevon Rubens auf den Geist der fränzösischen Arti-sten seiner Zeit gehabt haben; und nur selten er-kennt man wieder mit Vergnügen einige Züge, dieer aus dem Studium des Paul Veronesc entlehnthat." Das Alles ungefähr sagt auch wareler,weißt es aber, nach seiner Weise, in beynahe un-beschränktes Lob umzuwandeln. Man höre! „LaFosse's Genie zog ihn zu großen Kompositionen.Wenn man ja an ihm tadeln kann, daß er nichtsehr elegant, nicht sehr correkt in der Zeichnung ge-wesen sey, daß er ein wenig Manierung in denDrapperien gehabt habe; wenn man genöthigt istzu gestehen, daß die Schönheit seiner Farbe mehreine Praktik verrath, die auf Wirkung zielt, alsjene Wahrheit, die wir an Titian bewundern, sowird man wenigstens zugeben müssen, daß wenigeKünstler die Zauberey der Töne, die Pastosität desPinsels, den Werth der Lokalfarbcn, das Anziehndeder Harmonie einer malerischen Maschine besser ver-standen habe. Man muß in seinen Werken nichtden höchsten Charakter, nicht idealische Schönheit,selbst nicht die größte, so wie sie sich in der Naturfindet, suchen; man muß sich begnügen, hier sehrschöne Parthicn der Kunst zu finden; und dieß isthinreichend, einem Künstler seinen rechtmäßigenRuf zu sichern. Im Kabinette des Königes siehtman von ihm ein Etaffeleygemälde, die Ehebre-cherin , und bemerkt darin eine Stärke der Fär-bung , welche er seiner starken Uebung im Fresko-malen zu verdanken hatte." Gestochen kennt manwenig über So. Blätter nach ihm; wovon St.Bruno in Betrachtung von I. Audran, der Par-naß von L. Chatillon, der Raub der Proserpinavon L. S. l'Empereur, Acis und Galathee von E.Jeurat, der Raub der Nymphe Orylhia undIphigenia in Aulis von L. Surugue, und die Ver-mählung der H. Jungfrau von S. Vallee zu demBedeutendsten gehören dürften.
Fasse, (Joh. Baptist Joseph), der Kupfer-stecher, der im Lex. ohne Taufnamen erscheint,geb. zu Paris i?si. ein Schüler von Fessard; ar-beitete viel für die Buchhändler, und meistens nachden Zeichnungen von Carmontelle , einem Lieb-haber, der, ausser der treffenden Kenntlichkeit seinerBildnisse, auch noch besonders das Gebehrdensvielseiner Originale glücklich auszudrücken wußte.Dieses war auch das vorzügliche Verdienst derBlätter von la Fosse. Rost VIII. 186-87. deretliche der geschätztesten (von 1757—65. datirk)anführt. Dahin gehören: Der Herzog von Or-leans, der auf die Jagd reitet; Ebenderselbe imLehnstuhl, mit seinem Sohn auf dem Arm des
Fouch erot.
Stuhls sitzend; Rameau , durch seine lange ge-krümmte Taille charakterisirt; der Abbe Chauvellnmit der (verkehrten) Unterschrift: Xon slbi seakatklu- natus, und (weßwegen ist uns unbekannt)1757. datirt; Leopold Mozart begleitet seineKinder (Mariana welche singt, und Wolfgang derauf dem Klaviere spielt) mit der Violine; und dieFamilie Calas (ohne den Vater), letztres ein Blatt,dem in Deutschland dasjenige von Chodowincki,nicht ohne Grund, weil vorgezogen wurde. DasTodesjahr dieses Künstlers, das Rost (1804.) nochnicht anzeigt, ist uns unbekannt. .
* Fosse, (Joh Carl de la), der Baumeister.
Nach ihm hat auch der in dem vorhergehndenArtikel erwähnte Carmontel den Generalplan undverschiedene Aussichten der Gärten des SchlossesMonceaux auf 18 Blättern, die mit carmonteläel. bezeichnet sind, ans Licht gestellt, und Varineinen geometrischen Plan des Bassins de la Garegestochen. In Ersch krance litteraire wird
seine: Xouvslle IconvloAi'e Ül8torique. kol. 76z.angeführt. Er scheint 1806. noch gelebt zu haben.
— — (Quintin de), ein Goldschmied vo»Bethune; arbeitete um 1580. zu Antwerpen . Der-selbe ist übrigens bloß durch fein Bildniß bekannt.
— — ( )> So wird im ^Imanack.-les
Leaux-^rts von igoz. einer der Administratorendes Museums Napoleon (tamanv les fonctions«l'öoonolne) genannt. Ob er selbst Künstler sey,ist uns unbekannt.
Fossiler, ( ) ein französischer Zeichner,
nach welchem Desnos die Bildnisse der Königein Frankreich verlegt hat. ^rc.
Fossoyeup, ( ) ein französischer Künstler,
Schüler von Delaunay dem Aeltern, der in frü-hern Tagen Vignetten nach Moreau, Gravelot,u. a. dann auch Bildnisse für die Vo^s xirw-re8gue la 8ui88e gestochen hat. rec.
Lrl. und Nicht unwahrscheinlich derselbe,
der, (Fosseyeup geschrieben) im Hlmanacd <lesKeaux-/;rt8 von IZOZ. noch unter den damals jeParis lebenden Kupferstechern erscheint, und vonwelchem dort ein Blatt: Fernand Cortez, in gan-zer Statur, angeführt wird.
Fouard, (Moses Joh. Baptist), ein Kupfer-stecher zu Paris um 1690. Derselbe arbeitete miteinigen andern an des 8eba8vlen cie ?ontsut °ekosulieu Oorr^rrete ste /e Ein Werk
welches 1694. zu Paris erschienen war. Mn.
Foucaud,( ). So wird irgendwo, ohneWeiteres, ein Kupferstecher genannt, der zu Paris gearbeitet habe.
* Fouche, (Niklaus). Nach ihm führt elnVerzeichniß meines sel. Vaters ein Zehnd Blatter an; wie z. B das Bildniß des Marquis vonHospital, von Edelink sowohl als von Rochefcrt;dann Venus im Bade von B. Audran; Diana undEndymion, und Venus und Cupido, beyde vo »5Desplaces; Cupido's Erziehung (vielleicht dasgleichvorsiehnde Grupp) von I. Johnson, und Lbloe«leliZKvs von I. Faber gestochen.
— — oder F 0 ucher, ( ). So helft
ein neuerer französischer Künstler, nach dessenZeichnung Daudet einen Mondschein und Dkg»«vauvilliers einen Leuchtethurn, beyde nach Dernei,für das XXVIl. und XXXVI. Heft des Muse-Xupoleon gestochen haben.
Foucheror, auch Foucheroup, ( ^
Wahrscheinlich derselbe, der schon oben, unter demNamen Faucheror, und eben so im Art. Faurtterscheint, mir welchem er 7782. von einer Reinaus Griechenland zurückkam; und wohl eben lzuverläßig derjenige, der in öffentlichen Blatter Foucheror von Tonerre heißt, und zufolge ve
Dekrets der fränkischen Regierung vomsz. 3 ^