Band 
Zweyter Theil [1].
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Zgr France schink.

Freund; und ihr Band wurde noch näher geknüpft,' als ihm sein Lehrer seine Nichte, eine Schwesterdes Künstlers F Qualm, mit dem er im VerfolgMehreres gemeinschaftlich arbeitete, zur Gattin gab.Nach Genua wurde er berufen 1702. und nachRom 1711. wo er auch mit Maratti innige Freund-schaft schloß, und dort bekanntlich den Christus-Orden erhielt, von dem er aber aus Bescheiden-heit und Achtung gegen Ciguani, so lange der-selbe lebte, keinen Gebrauch machte. In 1714.gierig er zum Zweytenmale nach Genua . Die übrigeZeit lebte er meist in seiner Vaterstadt Bologna .Einladungen an auswärtige Höfe, wie ;. B. diean den spanischen (noch vor Giordano, der denRuf annahm) und eben so an denjenigen des Chur-fürsten von der Pfalz, hatte er abgelehnt.Wasseinen Styl betrift" (sagt Fiorillo ll 667.)sogliech derselbe zwar in seinen ersten Arbeiten, dem-jenigen seines Lehrers; dann aber bildete er sichim Verfolge, durch eine gewisse Lieblichkeit desColorits und Zartheit des Pinsels, einen neueneigenthümlichen, welcher allgemeinen Beyfall fand.Uebrigens kann man nicht laugneu, daß man inallen seinen Werken nur zu viele Manier, undnamentlich eine Gleichförmigkeit in PhysiognomienHanden, Füssen , Stellungen, hauptsächlich seinerKinverfiguren wahrnimmt, welche meist Zwillingengleichen. Mit alle dem verdient dieser Künstlerunsre größte Hochachtung, weil sich in ihm dieletzte Einwirkung der Carracci auf die Bolognesi-sche Schule offenbart." Lanzi dann (H. 2. > 84 .)rühmt, in ziemlichem Widersprüche mit obigem Ur-theil, ganz besonders die Originalität der Köpfe,der Bewegungen und der Kleidung seiner Figuren,und fährt hierauf also fort:Die Frischheit undHarmonie seiner Arbeiten das Gleichgewicht desangefüllten und hinwieder des leeren Raums indenselben, mit Einem Work sein Styl, bot einnoch nie erblicktes Schauspiel dar. Für machinoseWerke schien er wie geboren zu seyn; reich an Ge-danken , war er eben so erfinderisch, dieselben injedem Gesichtspunkte auszuführen, und sie auf jedeWeite hin zu coloriren. Dann war seine löbliche(nachahmungswürdige) Gewohnheit, Kartons Grauin Grau an den Ort hin, wo er etwas Großesausführen wollte, zu stellen, um die künftige Wir-kung des Ganzen und seiner Theile richtig schätzenzu können." Für seine schönste Arbeit in Freskohält dieser Schriftsteller (I. c. i85-) seine Decke imgroßen Rathssaale zu Genua , welche Mengsmehrmals seiner Stunden langen Betrachtung wür-digte, und die späterhin (1777.) leider! in einemBrande zu Grund gieng. Dieselbe stellte verschie-dene Gegenstände aus der Geschichte der Republikvor (ein Theil davon, eine große Friese, ist unsnoch durch das seltene Blatt von Meloni bekannt),volkinamr indessen (lll. 866.) urtheilte vom Gan-zen: Daß es frostig sey, aber (etwas seltsam!)doch gute Wirkung thue. Von Oelgemälden dannnennt Lanzi vornamlich seinen Almosen spenden-den St. Thomas von Villa nuova bey den Augu-stinern zu Rimini , eine Tafel, welche durch dieSchönheit der Figuren sowohl als durch die pracht-volle architektonische Staffirung in Erstaunen setze,und schließt dann überhaupt sein Urtheil über un-sern Künstler mit der Bemerkung: Daß er nochin seinem Achtzigsten, wie in seiner beßten Blüthegemalt habe, wie z. B. aus seiner Pietä bey denAugustinern zu Jmola, und aus seinen Stifterndes Serviten - Ordens in der Kirche desselben zuBologna erhelle; und baß F. im Obern Italien ungefähr was Cortona im Untern geleistet habe,nämlich eben, was wir schon oben bemerkt:Manches vom Styl der Carracci noch beyzubehal-ten, und solches auf gewisse Weise populär zumachen." Ein wenigstens zweydeutiges Lob ! EinVerzeichniß meines sei. Vaters führt nach MarcAnron ein und zwanzig Blätter an, von denenaber etliche dem oben angeführten Baltbasar zu-gchören könnten. Ganz zuverläßig nach ihm sind:Das berühmte Altarblatt in der Abteykirche St.Johann Baptist« zu Bologna (die H. Jungfrau

Franchi.

mit dem Kinde, welche die Huldigung des vor ihrknieenden Abtes annimmt), von R von Audenam'dann Christus der den Jüngern das Abendmalreicht (Altarblalt in Corpus Domini ebendas.) vonI. M. Giovannini; und endlich Frühling und Herbst,durch Kinderspiele vorgestellt, von F. Barkvlozzjschön gestochen, und in Hellbraun abgedruckt.

Von dem gleich vorgemeldten Altarblattein Corpus Domini erzählt Frorillo (i c. 665)das Sonderbare: Daß es von F. anfänglich ,'nOel und erst späterhin (weil sich für jenes, wegendes ungewöhnlich blendenden Lichts, das in er-wähnte Kirche fällt, kein schicklicher Platz zu an-geblendeter Betrachtung fand) von Neuem mit Was-serfarbe gemalt wurde. Noch urtheilt die Schrift:NUnkelmann und sein Jahrhundert (S. 237.)von Franceschinl kürzlich Folgendes: Derselbehatte sich zwar, als Schüler, unter Cignani,späterhin aber, wie aus seinem schönsten unsbekannten Gemälde, einer büßenden Mggdaienain der Dresdner-Galerie augenscheinlich erhelln,vornämlich nach Werken des Guido gebildet, waraber diesem seinem Vorbilde nicht immer so treugeblieben. Gefällige Ausführung mit freyem Pin-sel, angenehmere Beleuchtung (als die seines eigent-lichen Lehrers), mehr Fließendes und Zierliches alsKraft und Bestimmtheit in der Zeichnung, ist derCharakter seiner Bilder."

* Franceschini, (Matthias). Derselbegehörte zur Schule des Ritters von Beaumont,und arbeitete um 1745. wie Lanzi II. 2. ZZr. sagt,mit mehr Leichtigkeit als Studium.

* (Vincenz). Ein Verzeichniß meinessel. Vaters führt von ihm eine ziemliche AnzahlBlätter an: Einmal mehrere Bildnisse (von 1715-28. datirt) wie z. B. des jünger» Buonaroti, nachAllori; des Kardinals Quirini, nach P. Nelli;des March. Andr. Gerini u. s. f dann einenAnkinous, nach der Zeichnung des Campiglia;einen (schlecht gestochenen) Faunskopf (die ersteBildhauer - Arbeit von Mich. Angelo); die Kanzelzu St. Peter, nach P. k. Ghezzi's Zeichnung;einen siigmatisirten St. Francisc, nach F. Lrevi-sani, u. a. Oonf. GandeUini, der diesen Künst-ler einen Römer nennt, und aus dessen Notizzmerhellet, daß ein Theil der eben angezogenen ein-zelnen Blätter zu Londlvi's in 1746. erschienenenVita äi Micbel/zuAelo gehört, so wie er auch Meh-reres für Gori's lVIuseo Ltrusco, dann für dieBildniffesammlung des Uuseo kiorentlno, u.s.s.gearbeitet haben soll.

* Franceschirro, ( ). Lanzi I. 640.

führt von ihm einen St. Pasqualis in der KircheSt. Maria del Monte zu Neapel an, von welchemer sagt, daß sich darin eine schöne Landschaft undeine zierliche Glorie von Engeln befinde.

"Francesco, (Franz), ein Bildhauer. S.F. Siciliano.

* genannt Francesciells.

S. Mura.

Francese, (Ambrosius). S. oben den Art.Nlklaus da Lagli.

* (BafiliusK Derselbe ist vermuthlicheben der Monsu Francese, denBaldmucci unterdes Andreas Camassei Schülern anführt. Die'erSchriftsteller schreibt übrigens das Gemälde, des-sen das Lex. Erwähnung thut, dem Camassei sel-ber zu.

* - - (Claudius). S- auch Mo"s"Adams.

Franch, (Johann). So nennt LMllZr'a (k^.ter-r. I. 155.) einen spanischen Architekt, der voniz 3 l. bis r 4 ' 4 - den achteckigten 207. Palme hohenund eben so viel im Umfange haltenden Thurm derKathedrale zu Valenza erbaut haben soll.

* Franchi, (Anton). Einige setzen seine