France.
Innern derselben ersichtlich sind. Hierauf wurdeer von seinem Landesherrn mehrere Jahre in Pisa angewandt, wo man von ihm ebenfalls verschie-dene sehr schöne öffentliche Arbeiten sieht Endlichward er 1601. von Heinrich lV. nach Frankreich berufen, wo er eine Wohnung im Louvre nebsteinem Jahrgehalt von — 6o. Thalern erhielt, undnach des Königes Tode auch von Ludwig XIII . zuseinem Baumeister und ersten Bildhauer ernanntwurde. Aber, seltsam! seine Arbeiten in Paris schienen bey Weitem nicht mehr den Werth seineraltern zu haben. So z. B. die vier Sklaven vonEczt am Piedestal der Ritterstatüe Heinrich I V. anwelcher Magerkeit, Trockenheit, und ihr Unverhält,niß zu der Hauptfigur geri'iget wird. Bekanntlichbeschäftigte er sich auch mit der Malerey, undkennt man von ihm sowohl Bildnisse als Gegen-stände aus der Geschichte. Ausser seinem Micro-cosmus schrieb er noch zwey andre Werke, daseine geometrischen, das andre cosmographifchenInhalts. Vie clos 8culptLurs II.
253—264. Das Jahr seines in Paris erfolgtenTodes ist unbekannt.
France , (Joseph de), K- K. Kammerrathund Oberaufseher der K. K. Schatzkammer Unddes dortigen Münzkabinets. Derselbe brachte lieben-dem für sich selbst eine ansehnliche Sammlung vonMünzen, Gemmen, großen und kleinen Statuenvon Erzt, Marmor, Elfenbein u. s. f. Büsten,Basreliefs, Gefässe» u. a. zusammen, die aus6r66. Stücken bestand, wovon man ein ausführ-liches Verzeichniß gedruckt findet. Er st. zu Wien 1761. pIicolal Reisen I V. 509.
*Francesca, (Peter della). Dieser alteKünstler war einer der ersten, der die Geometrie,wie einst die Griechen, auf die Malerey anwandte.Pascoli u. a. halten ihn gleichsam für den Vaterder Perspektive. Sein eigentlicher Lehrmeister istunbekannt. Als Sohn einer armen Wittwe halteer vielleicht keinen andern, und gewiß keinen bes-sern, als sein ausserordentliches Genie. Zuerstzeigte er sich an dem Hofe zu Urbino in kleinenWerken, womit gewöhnlich solche anfangen, diekeinen großen Meister haben. Die Kunst seinerZeit hatte, in Absicht auf Nachahmung der Licht-effekte , auf verständige Zeichnung des Nackten, aufvorläufiges Modelliren der Figuren in Erde, aufdas Studium der Falten, die er übrigens nochziemlich kleinfügig und geschlossen hielt, seinemBeyspiele sehr Vieles zu verdanken; und fast sollteman denken, daß Bramante und dessen Zeitgenos-sen Manches von ihm gelernt hatten. Seine,schon im Lex. angeführten, Arbeiten zu Arezzo zei-gen die Malerey bereits ausser den Schranken ihrebKindheit, so viel Neues sieht Man darin über Giotto hinaus, in Verkürzungen, in Rundung, und in somancher andern besiegten Schwierigkeit. Hätte ernoch Grazie von Masaccio gehabt, so wäre erwm völlig an die Seite zu setzen. Lanzf 1 .358—m. der von ihm noch , neben Anderm eine Himmel-fahrt in der Kirche St. Clara zu St. Sepolcroanführt, worin man freylich noch Trockenheit derZeichnung, zu weit ausgespritzte Füsse, und ebenauch den kleinlichen Faltenwurf seiner Vorgänger,dann aber dafür in all' klebrigem gleichsam die ScizzedesStyls finden kann, welchen nachwärts sein Schü-ler, Perugino , und endlich Raphael, so sehr ver-bessert haben.
* Franceschk, (Paul), Fiaminghs ge-nant. Nach ihm kennt man, nebett Anderm:Den Doge, der die Staatsgaleere besteigt, (wahr-scheinlich nach dem Gemälde von welchem das kex.weicht) aus Louisa's Verlage, dann eine Pietäbon I. Matham; eine büßende Magdalena vonCasp. Patavinus (ab Avibus^; eine Geburt Christi,eine H. Jungfrau, vor welcher die Engel dasacind in Windeln wickeln, beyde von G- V Veen;""Dianen-Bad von Sadeler, und endlich Dianaund Actävn, bloß mit 6. (forz. dambaratu) so.
unterzeichnet, und /l/rc.
Franceöchini. Jgr
* Franceschr'ni, (Balthasar). Anfänglich
lernte er die Zeichnung bey Cosmus Daddi, wor-auf ihn sein gleich folgender Vater zur Bildhauer-kunst zog, die er auch einige Zelt übte, bald aber fürb. Malerey mehrereLust bezeugte. Ungleich geschickterfür große Arbeiten als für bloße Kabinetsstücke, warz B. seine Kuppel zu Sänke Croce in Florenz einWerk, das selbst noch einen Bewunderer von Lansfranco in Erstaunen setzen kann. Ein Elias dannin einer Kapelle von Maria Maggiüre daselbst istso gut verkürzt, daß er an den berühmten St.Rocco von Tintorett erinnert. Mit seinen Talen-ten hatte er den Johann Mannozzi, der ihn nochsehr jung bey seinen Arbeiten im Pallaste Pitti zumGehülfen nahm, eifersüchtig gemacht. Sein Feuerwar immer durch Ansiandsgefühl und Ueberlegunggemäßigt, und seine ursprüngliche Zeichnungsmasnier wußte er durch das kurze Studium des Stylsandrer benachbarten Schulen gleichsam zu vergrös,fern, als die Marchesen Niccolini- seine Gönner ,ihn einige Monate nach Parma und Bologna reisenliessen. Auch Pietro von Cvrtona muß er — viel-leicht nur ein wenig zu gut gekannt haben. Bal,dinucci lobt ihn eher zu sparsam als zu vel,wenn man das überall Angemessene seiner Erfin-dungen, seine bey Machinistcn so seltene Richng-keir der Zeichnung, seine schon genannte Geschick-lichkeit in den Verkürzungen-, den Geist seines Ge-behrdenspiels, seine gründliche, aber dabey klare,angenehme und harmonische Färbung seiner Veskorarbeiten in Erwägung zieht. Ungefähr dasselbeläßt sich auch von seinen Oelgemalden sagen Soz. B. von seinem St. Philippo Benizzi in derVerkündigungskirche zu Florenz , von der herrlichenFigur seines St. Johann des Evangelisten undandrer HH. zu St. Clara in Volterra , von sei-nem St. Carl der den Pestkranken die Hostie reichtin der Nunziate zu Pescia, welche alle eine Vol-lendung haben, die sonst nicht immer sein Thun war. Das nämliche endlich giltet von seinen Staf-feleygemälden in den Grvßherzoglichen Pallästenund in andern großen Häusern zu Florenz , undzu Volterra ; hier namentlich in den Häusern Mas-se! und Sermolli. I. 221—23. Nach ihm
kennt man gestochen: Den H. Ludwig von B.Eredi;die Klugheit, von Fiessinger; eine Ruhe in Egyp-ten, und Christus zur Schädelstätte geführt, beydevon C. Gregori; die Götter des Olympus vonSteph. Molinari; St. Martin, der seinen Mantelmit den Armen theilt, von I. Traballesi (geätzt);bey Winkler zwey Allegorien: Die Geschichte, diedem Laster die Maske wegreißt, und die Tugend,welche Amor bey den Flügeln faßt, und (heißt es,wenig galant), ihm die Federn ausrauft, vonJos.Zocchi (dieses braunroth abgedruckt); und noch einPaar andre (Homer und eine H- Familie) die sichin der bekannten Sammlung des Marchese Gerinrbefinden; in den neuesten Tagen endlich: Die Zart,lichkeit der Mutter, von Wrenk zu Wien in Schwarj-kunst geschabt. und Tsksc. Das
einzele, von ihm geätzte, Blatt seines Christus derdie offene Seite zeigt, gab er deswegen, weil ervon dem Gemälde selbst nicht genug Copien schaffenkonnte.
France «chl'ni, (Caspar), Balthasars Va-ter; verfertigte aus Alabaster, Tufstein und Holzkleine Figuren und Gruppen. Gleichwohl siehetman auch von ihm in der Kirche St. Franciscus zuVolterra die Statue dieses Heiligen in natürlicherGröße. Fa/är»»5cr.
* — — (Jakob), Canonicus, des nachfol-genden Marc Antons Sdhn, dessen das Lex. unterdem Art. dieses letzter« gedenkt. Lanzi II. 2.137.sah neben Anderm von ihm in Genua , wo er sei-nem Vacer bey mehrern Arbeiten behelfen war,ein großes Werk im Pallaste des Marchese Durazzo,welches alles Lob verdiene. Er starb ,745.
* — — (Marc Anton). Einige setzen seineGeburt in 1650. Derselbe war nicht bloß Cigna,ni's Schüler, sondern zugleich sein vertrautester
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