4so Gau ermann.
St. Peterskirche zu Rom haben sollte, das Modellfür die Cvlonnade verfertigte.
Gauermann, ( ) So heißt ein uns
sonst unbekannter deutscher Maler, nach welchemDuttenhofer um »8c>z. zwey Ansichten: Des Fin-sterthaler-Ferners.Eisbergs), und des Eingangesin das Otzthal des Tyrols, in die Folge male-rischer Ansichten des Tyrols, für das Kunst-und Industrie-Comptoir zu Wien geatzt und (wiees Inder Ankündigung heißt) aufs Feinste colvrirthatte. Das Blatt kostete »2. st.
Gauffier, ( ) ein neuerer französ. Künst-
ler , gebürtig aus Rochefort. Derselbe war in sei-ner Jugend vom Glück nicht sehr begünstigt,überließ sich aber nichts desto minder seiner lei-denschafilichen Liebe zur Kunst, und machte, nach-dem er nach Paris gekommen war, bald bedeu-tende Fortschritte. Dies gab ihm Muth, sich imI. i 78 z um den großen Preiß (für die beßre Dar-stellung der Cananäerin) zu bewerben, welchen erauch > durch eine ganz besondre Ausnahme) zugleichmit Drouais zu erringen wußte Hierauf gienger mit Königl. Unterstützung, in Gesellschaft seineserwähnten Nebenbuhlers nach Rom , wo er bis»789 verblieb, da ihn dann die französ. Akademiemit dem Diplom eines ihrer Ehrenmitglieder be-schenkte. Wahrend seines Aufenthalts zu Rom malte er neben Andern»: Opfer des Vaters Sim-sons, Manne s, ein Bild welches großes Aufsehenmachte; dann Alexander und Hephästio»; die röini-mischen Damen, welche ihre Juwelen und ihrenPutz dem Vaterlande schenken; Jacob mit denTöchtern des Laban bey der Quelle, dessen Hinter-grund eine der reizendsten Landschaften enthält;Ulysses, Penelope und Jcarius; und eine sehr ge-fällige Zeichnung: Die von der Liebe eingeschläferteZeit (so oft ist es umgekehrt!). Aasi alle dieseGemälde befinden sich noch gegenwärtig in Paris ,wo sie, so wie die Arbeiten seiner Gattin, zumBeßre» seiner zwey minderjährigen Kinder zumVerkaufe stehn. Da Gauffier der Aufenthalt zuRom so wohl gefiel, so gieng er bald wieder da-hin zurück, und heirathete eine liebenswürdige undtalentvolle Italienerin, welche er selbst in der Por-traitmalern) bald sehr weit gebracht hakte Als-dann ließ er sich zu Florenz n-eder, verlor aberdiese vortreftiche Gattin in Kurzem; worüber ersich so tief grämte, daß er ihr (der Glückliche!)drey Monate darauf zu Livorno ins Grab folgte.Er war damals kaum Z8 I- alt, und sollte ebenvon der französischen Regierung eine ehrenvolleStelle erhalten. Fiorillo III. ^27.A»»d 517—18wo von ihm geurtheilt wird, daß er ganz im Stylvon Niclaus Poussin gearbeitet habe. Auch dieSchrift Mmkelinann und sein Jahrhundert(S. 517.) welche bekanntlich der neuesten französi-sche» Schule nie zu viel, aber doch genug Rechtwiederfahren läßt, sagt von dem schon oben ange-führten Jacob am Brunnen (jetzt im Pallasie desInnern): „Dieses kleine Bild war in PouffinsGeschmack angelegt und sehr niedlich ausgeführt.Es hatte eine angenehme Landschaft zum Hinter-grund, und that überhaupt gefällige Wirkung.Die zierlich drappirten Mädchen schienen, in Hin-sicht auf alte Zeit und Simplizität nur etwas zusorgfältig geputzt. Man machte überdieß demBilde den Vorwurf einer nicht ganz richtigen Zeich-nung, und bemerkte Steifigkeit in den Figuren,"u s. f. Von seinem Cananäischen Weibe, seinemUlysses, Penelope und Jcarius, und seinem Amorder die Zeit einschläfert, findet man ausführlicheBeschreibungen, nebst Abbildungen im Umrisse inLands»»« Annalen I V. 71. 8Z V. 2z. Und ineinem Nekrolog von ihm Edendas. (1 207—8 )heißt es noch, neben Andern»: Daß sein lie-benswürdiger, sanfter und bescheidener Personal-charakter auch in seinen Werken athme.
Gangs»n, 'Thomas', Maler »ind Kupfer-stecher, geb. zu Abbeville »7^8, lernte zu London bey Houston , wo er alsdann seinen Aufenhalt
Gauli.
nahm. Von ihm gezeichnet oder gemalt, „„deben so von ihm selbst in punktirter Manier undgefärbt gestochen, nennt der Gantkatalvg vonBrandes: Dke ^Vlke ok 6st!i, und Dks 8kep,lieräels ok tbe als schöne Blätter. Mj»mehrere dann nach ander» Meistern von ihm, um1780. u. s. f. gearbeitet führt ein Verzeichniß meinessel-Vaters an, sowohl Bildnisse, als Scenen ausder englischen Geschichte, Gattungsstücke u. s. f.nach Menageot, Moreland, Northcote, Nvri-nesle, Ramberg , Reynolds und Tavcrner. Ba-sän (Lä. seo.) nennt besonders seine vom Schiff-bruch geretteten zwölf Offiziere (»78».) nach North-cote ein sehr großes und sehr schönes Blatt. Nichtunwahrscheinlich ist es der nämliche Künstler, derin »805. noch lebte, und damals für die ErganrzungS-Nummern im zweyten Bande von Boydell'sPrachtwerk aus Shakespeare : Jmogcn in Knaben-kleidern (Cymbelline Akt. IV. Sc. 4 oder 6.) nach R.Westall geliefert hatte.
Gavlgnan», (Johann), von Carpi, geb.16,5. lebte noch 1676. Derselbe gehörte zu denKünstlern, welche um diese Zeit in Scagliola ar-beiteten, und war in dieser Gattung Guido beiConte und Hannib. Griffoni behelfen, die er jedochin solchem Kunstzweige beyde noch übertraf. So sahm an z.B. zu Carpi seinen wunderschönen St. Anto<nien-Altar in der St. Nicolai-Kirche, mit zweySäulen, welche ganz Porphyr gliechen, und miteinem Pallium von Spitzen eingefaßt, welche die'jenigen des wirklichen Altartuches aufs vollkom-menste nachahmten, u. s. f. Eben so täuschendwar sein Grabmal eines gewissen Ferrari im Domezu ermeldtem Carpi. Dann Andres bey Privatper-sonen daselbst; wie z. B. sein Proserpinen - Raubbey dem Advokaten Cabaffi. Lang» (ll. 282- 8; ),von dein wir wohltticht vermuthet hätten, daß ervon noch so künstlicher — Spielerey so viel Auf-hebens machte.
Gauke, ( ). So wird im Almanach äes
Leaux-^rts von »8c>Z. ein damals zu Paris leben-der Bildhauer genannt.
* Gaul», (Joh. Baptist), genannt Baciccio ,lernte Anfangs bey Bergvnzom in seiner Vater-stadt Genua , die er aber, der dort herrschendenPest wegen, noch als Knabe verließ und nachRom gieng, wo er zuerst unter die Leitung einesFranzösen, und dann (zu viel auf einmal!) desBernini kam. Die Natur hatte ihn mit einemgeschwinden Geist und einer noch schnellern Handreichlich ausgestattet Für's Macchinose (Eben-thenerliche) war er wie geschaffen, und gewanndafür auch ganz das Herz seines Lehrers. Dieseslegte den Grund zu seinem Glück. Bernini gabihm viele Arbeiten, die er nach seinen Modellenausführen mußte, und empfahl ihn dem PrinzenPamphili, der ihm die Ecken der Kuppel in StAgnese zu malen auftrug. Hier stellte er die vierHaupttugenden vor, welche in der That ihrer rei-zenden und kräftigen Farbengebung wegen einetrefliche Wirkung thun. Von da an erhielt erzahllose Aufträge, meist immer durch Verwendungseines Lehrers, der noch nebenbei) seine besondreLust daran fand, daß sein Günstling den von andernSeiten Empfohlenen, einem Carl Maralti, Brandiund Ciro Fern bald überall den Vorzug gewann.Dagegen war Gauli für sich die Bescheidenheit sel-ber. So lehnte er's z. Ä. ab, einen Plakfoud fürAndrea della Valle zu malen, weil er sich nicht mitden Werken von Dominichino und Lanfranco indiesem Tempel messen wollte So machte er voneinem Adelsbrief, den ihm Johann V von Por-tugal! für ein großes Gemäld übersandte, s»wenig Gebrauch, daß solcher erst nach seinem Todunter seinen Papieren gefunden wurde; u. er weigertesich nicht minder, als Clemens XI ihn mit demChristus - Orden beehren wollte Für andre Be-lohnung ( um alle Wahrheit zu sagen) war erhingegen desto weniger gleichgültig; und fodertez. B. für die Ausführung der Decke des Großen