Gauli.
Rathssaals zu Genua , wozu er den Entwurfgemacht hatte, einen so ungeheuern Preist, daßman sie einem andern Künstler (M. A. Ftances-chini) auftrug Die größte Anzahl seiner Werkewird in der Romagna, im Umbrien und Toscanaaufbewahrt. In Genua befindet sich nur Wenigesvon ihm. Was seinen Kunftcharakrer betrift, sozeigte eine jede Arbeit von ihm eine kühne Phan-tasie, und dreiste mechanische Ausführung. Inseiner bekannten (berühmtesten) Decke der Kirchedcl Giesu zu Rom nimmt man eine gründlicheKenntniß der Verkürzungen, Einheit und eine voll-kommene Harmonie wahr. Er besaß das besondreTalent, seine Gegenstände, je nach ihrer Entfer-nung sehr natürlich verschwinden zu lassen, denhöchsten Glanz des Lichts auszudrücken, und ihnwieder zu mäßigen. Diese Vorzüge wirkten jedochmehr durch ihren Totalemdruck, als in den Lokal-farben und an einzelnen Figuren, bey denen manoft die nöthige Correktheit vermißte. In Staffe-leygcmalden gewahrte man diese Fehler minder,und dieselben wurden durch den Geist, die Frisch-heit der Tinten, und diezGrazie der Köpfe reichlichersetzt. Kinderfiguren gelangen ihm vortrefiich;sie waren fleischig wie Fiamingo's seine, nichtgescblank, wie Titians, oder wie der Griechen (?).Gauli hatte schon viele Werke, welche sich durchHarmonie, Ausdruck und ein kräftiges Coloritauszeichnen, vollendet, als er diese Manier plötz-lich mit einer saftigem und zierlichen, aber auchweniger lebhaften und kraftvollen umtauschte.Die ersten Arbeiten, worin man diese Verände-rung des Styls entdeckt, waren sein St. Nicolausvon Bari in der Magdalenen - Kirche, und eineGeburt Iohannis bey St. Maria in Campitelli zuRom . Zu seinem Schönsten daselbst, neben deutPlatfond in St. Giesu, gehört derjenige agli Apo-steln An dieser 87 - Palmen langen und 40 brei-ten Decke bildete er auf das Meisterhafteste die glor-reiche Verbreitung des Franziskaner - Ordens, Undzwar in Zeit von 50. Tagen. Zugleich hielt manihn für den bestten römischen Bildnißmaler seinerZeit. Dabey befolgte er eine Vorschrift des Ber-nini, nämlich die abzubildenden Personen zu bit-ten, daß sie sprechen und sich bewegen möchten -um sodann die günstigen Augenblicke zu benutzen,jedenGegenstand in seinem vortheilhaftestenLicht dar-zustellen. I 549-50. II z.2zo Fiorillo1.2l2.11.911—14. Was Letzkrer bemerkt: Daß Gauliin Rom vornamlich nach Raphael im Vatikan studirt habe, war späterhin wahrhaftig an diesemKünstler wenig mehr sichtbar. In der SchrittWinkelmann u. sein Jahrhundert tS. 229-31.)wird derselbe mit Luca Giordano vollkommen inEine Linie gestellt, und heißt es nämlich dort vonihnen: „Beyde waren Männer von ungemejnenNaturgaben, an Erfindung unerschöpflich undüberden, zu weitläuftigen Werken, durch bewun-dernswürdige Fertigkeit, vor vielen andern berech-tigt. Der Beschauer ihrer Werke erwarte jedochkeine ausgesuchten Formen, oder etwas mehr alsbloße Gcheingestalten; denn ungeduldige Eile nö-thigte sie, mit fliegendem Pinsel, die augenblick-lichen Ergießungen ihrer Phantasie auch augen-blicklich auf die Tafel zu werfen. Alle Ausfüh-rung einzelner Theile ist darum aufgegeben undbloß Wirkung im Allgemeinen beabsichtigt; wo-bey sie denn überhaupt weniger den höher» Sinnzu befriedigen, als das Auge zu vergnügen suchten.Auf eben dem Wege, auf welchem vor ihnen schonder bessere Künstler, Peter vou Cortona, allemStrengen und Ernsten in der Kunst ausgewichenwar, entfernten sie sich noch weirer als er vornGründlichen der altern Schulen. Nicht minderflüchtig gedacht als dargestellt, haben ihre Kom-positionen selten ächten Inhalt; und wenn der er-wähnte Peter von Cortona schon Figuren anbrachte,die keinen andern Zweck hatten, als Lücken zufüllen, so bedienten Giordano und Gauli sichderselben, noch weit häufiger, mit beynahe unbe-dingter Willkührlichkeit in der Anordnung". BeyGauli übrigens bemerkt man wohl ein kräftiges,
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aber kein so frisches und abwechselndes Colorit,wie bey dem Andern Mit gelblichtem Ton undgefälliger Harmonie des Ganzen malte er am Beß-ren in Fresko. Dagegen waren seine Formen eherbesser als Giordano's. Noch mehr Beyfall abergewährte ihm die in allen Theilen herrschende Leb-haftigkeit und Bewegung. Um deßwillen ist seinegroße Gruppe der stürzenden Laster in Eesu vor-namlich berühmt, und verdient auch in der That,es zu seyn Indessen bemerkt Watcler, geradeauch diesen Punkt betreffend, über unsern Künstlersehr gut: » Zu einer Zeit, wo es noch erlaubt war,strenge zu seyn, würde man gefunden haben, daßdas, was man als Genie an ihm rühmte, nichtsals das Feuer eines bizarren Geistes war; baßseine Erfindungen zu wenig durchdacht, seineGegenstände zu wenig dargestellt waren; daß,wenn er durch die Kühnheit seiner VerkürzungenStaunen erregte, er weder korrekt in der Zeich-nung des Nackenden, noch gelehrt in der Kunst zubekleiden, und in allen Dingen, vorzüglich aber inseiner Färbung, so verführerisch sie ist- manierirtwar." Nebst mehrern Bildnissen, welche Campana(dieser des Künstlers eignes - Blonde!, Clouet,Fariat, Pinffio, Schenk, van Schuppen, Simon,Bischer, Westerhout nach ihm gestochen haben,führt der Minklersche Katalog etliche historischeBlätter nach ihm: St. Ludwig Bertram, in einemChor von Engeln, von Baleu; St. Clara, vorder H. Jungfrau auf den Knieen (ehemals im Kö-nigl. Französ. Kabinct) von Desplaccs; St. VeLnanzius, mit der Fahne in der Hand, von Do-rigny; den sterbenden St. Franzisc Laverius, vonFariat (ein schönes Blatt), und St. Julian, dereinen Gichtbrüchigen heilt, eine der frühesten Ar-beiten von I. Frey, an.
Eault, ( ). So wird im Almanch <1es
keaux - 4 rt 8 von r8c>3- ein damals in Paris leben-der Landschaftsmaler genannt. Ob derselbe mitdem Folgenden Eine Person sey, ist uns unbe-kannt.
* — — de St. Germaln, ( ) ein
französischer Künstler, ehemals Pensionnair desKönigs von Polen , und Professor am CollegeClermont, gab 1803. Vie sie ^v. etc. prc-
ceüe 6'un präcis üistorigus lle ?eintres ftan^oisclepuis kran^ois I. ^'usgu'iill rcAiie sie I.c>uisXIV. sulvio des notss lncäits et autüentlgues8ur 8a vis et 8e8 c>Uvrsxe8. 8 ?ari8 8vz. Cke?
/lei /et (8. kr.). Der Anfang einer Geschichte derfranzös. Malerey. Ferner:
— — — — Nä8ure8 sie la celebre 8tatus
sie 1'/sntmou8, 8u1vle üe gue1gue8 ob3ervationS8ur la?einture, trari8crite8 litcralement su lVIac»original üe pudliä par A-7/om, et trall.
üs 1'ltalion. z. ib. 803 . (i. kr. ;o. L.)
— — — — Nraite 6e la peinture äs/ieo-
«arcko cka , precelle üe la vie llc I'antenret ilu LataloAue sie 8e8 vuvrs§e8, avec üesnote8 et lle.8 ol>8ervation8. 8- ib. 803 . (Y. kr.)»Nur eine neue Aufl.
— — — — 6e8 Pa8 8i'ons et cle leur 6X-
presaron Generale et particuliere 8c>u8 le rap-port cle8 deaux-arta, avec ÜA. par/.e»ttre, 8- ib.804. (8. kr.) wozu noch gehören:
— — — — Lollection 6e8 täte3 6'ex-
pre88ion8 repräaentsnt 1e8 clifferentea psaslonS6e 1'ame etc. <1'apre8 Ie8 plus celebre8 artiateg,äe88ir>ees et Aravesa p. xk/o§. et
ciit , et , wovon bis 1804. vier
Lieferungen erschienen waren.
Gault i er, (I. M ). So nennt der Katalogvon Brandes einen Künstler, von dem er ein vonihm selbst gezeichnetes und (1728) selbst gestoche-nes seltenes Blatt: Den unschuldigen Kindermord,anführt.
* Gaultier oder Galrer, (Leonhard)/
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