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er, minder als sein Bruder Herkules , und dessenSöhne Benedikt und Cäsar, dem Guercino gealie-chen, deswegen aber nicht weniger sehr lebhaftund natürlich gemalt habe. Von ihm sah man,im Rosarium zu Cento, einen St. Thomas, derdes Heilands Wunde sucht, von gutem Ausdrucke.
* Gennari, (Benedikt), jüngerer Sohn desHerkules. Lanzi II. 2.126—27. urtheilt von ihmund seinem Bruder Cäsar, so wie von ihrem Vatergemeinschaftlich wie folgt: „ Von dem letztem, dereine Schwester des Guercino zur Ehe hatte, heißt
es, daß niemand den Styl dieses großen Mei-sters besser nachgeahmt habe. Auch seinen Söhnengelang dieses sehr gut. Schon bey Lebzeiten ihresOheims wurden dieselben Erben seines Skyls, sowie, nach dessen Tod, seines Vermögens. Daherdie Menge Sibyllen, Herodias, und St. Johan-nes von ihrer Hand, welche freylich nicht dieStärke des Colorits ihrer Urbilder hatten > so daßich z. B. im Pallast Ercolani zu Bologna eine solcheCopie sah, welche viel alter als das daneben hän-gende Original zu seyn schien. Beyde Bruderarbeiteten zu Cento, Bologna und in andernStädten Italiens Benedikt war dann doch dergeschicktere", (von seinem Ruf nach England sprichtschon das Lexikon). „Von ihm sieht man einenSt. Leopard in dem Dome zu Osimo , und einenSt. Zacharias bey den Philippinern zu Forli , dieman für Guercino's nehmen konnte, wenn sie ebennur ein wenig mehr Leben und Relief hätten.Von Cäsar eben so eine Maria Magdalena dePazzi in St. Martin zu Bologna , und Anderes,worinn wirklich die Köpfe mehrern Ausdruck, alsBarbieri's seine haben. Cäsar blieb bey seinerManier bis an sein Ende, und hielt eine häufigbesuchte Schule zu Bologna . Benedikrs Bild-niß von ihm selbst für die Galerie zu Florenz ge-malt, hat Gregori, dann Jac. Giovannini eineMarter von St-Bartholomäus gestochen; und end-lich ist von einem Ungenannten (selbst ohne Namendes Malers) ein Blatt geätzt worden, dessen eigent-lichen Gegenstand man eben so wenig kennt, unddas einen König aufdem Thron in seinem Gezelt vor-stellt, der mit römischen Kriegern spricht.
Auch nach Cäsar ist, wir wissen aber nicht genaugenug was, gearbeitet worden.
* — — (Cäsar), Herkules älterer Sohn.E. oben den Art. seines Bruders Benedikts.
* — — (Carl), dessen im Lex. unter demArt. seines Großvaters Cäsar gedacht wird. NachGandellini atzte derselbe bloß zu seinem Zeitver-trieb nach eigener Zeichnung.
* — — (Herkules). S. oben den Art. seinesSohns Benedikts.
* — — (Johann Daptista). Das Lex. imArt. Johann Benedikt's bemerkt zwar, daßAscoso eben diesen letztem irrig so genannt habe.Allein auch Lanzi II. 2 122. will einen eigenenKünstler dieses Namens kennen, den man für einenLehrer des Guercino halte, der um 1606. in St.Biagio zu Bologna eine Madonna zwischen meh-rern Heiligen ungefähr in Procaccinischem Stylgemalt habe.
* — — (Johann Benedikt), Herkules undBarrholome's Vater. Lanzi II. 2. 122- setztseine Blüthezeit in 1610.
* — — (Loren;). Dessen das Lex. unter demArt. Johann Benedikrs gedenkt, und wohl nichtohne Grund vermuthet, daß er mit jenem, odertwohl viel mehr) mit Bartholome seinem Sohn,Eine Person seyn dürfte. Derselbe wird übrigensauch von Lanzi H. 2.128- angeführt, gebürtig von
Genoel s.
Rimini , ein Schüler des Guercino, ».wahrscheinlichein Verwandter desselben genannt, der um ,650geblühet habe, und von welchem sich eine ziemlichgute Arbeit bey den dortigen Kapuzinern befinde»).
Genneree, ( )ob selbst praktischer Künst-ler, ist uns unbekannt, schrieb eine umständlicheAbhandlung von einer neuen Einrichtung der Ka-mine, die 1759. zu Paris erschienen war.
* Genoels, (Abraham), Avchimedes ge-nannt, Maler und Kupferätzer, geb. zu Antwerpen 1658, ^0. oder 41. Von/einem Eilften bis zumFünfzehnten war Bakereel sein erster Lehrer. An-fangs beschränkte sich sein Ehrgeiz bloß darauf,ein gutes Bildniß zu malen. Nachworts, durcheinige Versuche aufgemuntert, legte er sich auf dieLandschaft; für diese Gattung hatte ihn die Naturbestimmt. Hierauf lernte er bey Firelans zu Her-zogenbusch die Perspektiv und Mathematik, undbegab sich sodann nach Päris, wo er bald gekanntund geschätzt wurde. Hier half er dem Akademikerde Seve Cartons für die Tapisserien des Ministerskouvois verfertigen; und eben so ermunterte ihnle Brun (der sich seiner zu den Hintergründen,den Lüften zumal, in einigen seiner BataillenAlexanders bediente), für die Gobelin - Fabrik zuarbeiten, worauf er dann sogar in die Königl.Akademie aufgenommen wurde. Jetzt kehrte ereine Weile nach seinem Vaterland zurück, undgierig dann 167/ nach Rom , wo er von der dor-tigen Schilderbent, seiner mathematischen Kennt-nisse wegen, den bekannten Beynamen erhielt.Hier nunmehr befließen sich zu vervollkommnen,als seine Börse zu füllen, malte er wenig, waraber nur um so viel amsiger, die dort umliegen-den schönen Gegenden zu zeichnen, mit welchen erspäterhin seine Arbeiten zierte. Nach einem acht-jährigen Aufenthalt endlich begab er sich noch fürkurze Zeit wieder nach Frankreich , wo man ihn ver-gebens aufzuhalten bemühet war, und sodann nachAntwerpen , wo er sich nun für immer niederließ,und, allen Nachrichten zufolge, erst im höchstenAlter (einige sagen 1729.) verstorben war. „Seine"(oft nur allzureichen)„Kompositionen" (sagkLeve-que) „vereinigten mit genievoller Erfindung dasgroße Verdienst der Wahrheit. Sein Pinselstrichwar abwechselnd, je nach der Verschiedenheit kei-nes Gegenstands, und hatte einen ihm eigenthüm-lichen Charakter, ohne deswegen in Manier jufallen." Seine selbst geätzten Blatter dann wareu(nach dem bewährten Urtheil von Barrsch IV.Z2i.) mit breiter Manier geätzt, und hatten mehrdas Aussehn von Skizzen als von beendigterArbeit; sie reizten eben nicht durch große Wir-kung, waren aber deswegen nicht minder miteiner angenehmen Nadel ausgeführt; alle nach sei-ner eigenen Zeichnung; denn daß er auch (wieLasän u. a. behaupten) nach van der Meulen undN- Pouffin gearbeitet habe, wird von LartschI. e. theils ausdrücklich, theils stillschweigend wi-dersprochen. Wohl traten hingegen in van derMeulens Verlag mehrere von unserm Genoelsgezeichnet und gestochen ans Licht. Eben beyBartsch dann findet man (S. 323-75.) das voll-ständigste Verzeichnis seiner 73. Blatter, mit dergewohnten genauen Beschreibung und richtigenBeurtheilung. Nicht viel minder reich ist dasje-nige in dem Minklerschen Gantkatalog. AlleBlatter, von welchen sich ein Datum findet,führen dasjenige von 1675-90. Nach ihm dannkennen wir einzig etliche große Gareenprospekte vonF. A. oder T. F. oder, noch glaublicher, von S.R. Baudouin gestochen, und zwey Landschaften,mit - 4 . 6. )nvenr. und ss. ül. (Felix Mexer) kec.komss 1677. bezeichnet.
*) Die Filiation dieser Gennari wäre somit folgende:
I. Johann Benedikt, und dessen zwey Söhne: Herkules und Bartholomaus.
II. Herkules zwey Söhne: Cäsar und Benedikt.
III. Carl, ein Soimssohn von Cäjar.
iv. Ob und wie allenfalls Johann Baptist» ihnen zugehöre, und eben so, ob üocenz ein eigenes West»sey, bleibt noch im Dunkeln.