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Giamberii.
abermals manche angenehme Veränderung in dem-selben; das Gewölk im Vorsaal der sixtinische»Kapelle, mit Stukko's verziert, wie man Aeh»-liches bisher nichts gesehen hatte; die KapellePaulina mit ihren schönen Proportionen, und dieprächtigen Stiegen, welche von diesen Kapellenzur St. Peters-Kirche führen: Endlich sein Mo-dell zur völligen Ausführung dieses Tempels, wel-ches noch jetzt im Belvedere ersichtlich ist, undworan freylich Michael Angelo , wohl nicht ohneGrund die Menge Kupolen, die dünnen Kolonnen,überhaupt die vielen kleinen Theile, die dem Gan-zen nachtheilig waren — nicht bloß auszusetzen,sondern nachwärts auch so treflich zu verbessernwußte. Lob und Tadel über alle diese Bauten,so wie im Allgemeinen über St. Gallo s Kunstcha-rakter f. man sehr unpartheyisch ausgespendet beyMilizia (L6. terö, I. srz—s») wo neben Andern»bemerkt wird: Daß, ihres mancherley andernWerthes unbeschadet, noch der größte, und dochallerdings so wesentliche in einer solchen Dauerhaf-tigkeit bestanden, baß ste sich niemals — manmöchte sagen auch nur nicht um ein Haar gekrümmthaben. Seine Plane für St. Peter finden sich ge-stochen in Bonnam's Hist. Nempli Vstic. p. 56.von A Specci; dann wieder nach dem hölzernenModelle, welches er davon durch A. Labacco ver-fertigen ließ, und von diesem selbst in A. Sala-manca's Verlag geätzt wurde; wieder das Inneredes Pallastes Farnest, nach seiner Zeichnung, undMich. Angelo's Verbesserungen, in Cl. Ducchetti'sVerlag, und endlich seine Madonna von Loretto,von einem Unbekannten gestochen.
* Glamberri, (Baptista oder Anton Bap-tist«), Gobbo genannt, dessen im Lex. unter demArt. seines Bruders, obigen Antons, kürzlichErwähnung geschieht, dem er häufig bey seinenArbeiten behülflich war. Von seinem mit Rand-glossen und Figuren versehenen Vitruv, und einerungedruckten Uebersetzung desselben, sagtMlilziaI. 22». sie habe, ihrer Dunkelheit wegen, den Druckwohl nicht verdient.
* — — (Franz), der beyden obigen Oheim,und Vater der gleich folgenden Künstler, Julianund Anron. Milizia (L6. ter?. l. 90.) nenntihn einen ordentlichen Baumeister. Derselbe istsomit nicht mit dem Bildhauer Franz des Lex.zu verwechseln, welcher ein Sohn Julians war.
* — — (Julian und Anton), ebenfalls ge-nannt Tr. Gallo, Söhne des gleich vorhergehen-den Baumeisters. „Anfangs" (heißt es beyMilizia kä. ters. 1 .190—95.) „waren sie Kupfer-stecher und Ingenieure; alsdann legten sie sich aufdie Baukunst." Unter Julians Bauten nennt erbesonders seinen auch im Lex. angeführten Land-pallast, welchen er für Loren; von Medici, denPrächtigen, zu Poggio di Cajano errichtete, unddarin» noch ganz vorzüglich eine gewölbte Deckevon solchem Umfange, daß dergleichen damalsnirgends zu sehen war. Zu Ausbesserung derFestungswerke von Ostia hielt er sich dort — woes jetzt, der verpesteten Luft wegen niemand mehrdrey Wintermonat ausdauern kann — zwey volleJahre auf- Den edeln Zug, dessen auch das Lex.erwähnt, muß man vollends ausführlich bey LNi-lizia lesen. (Einen ähnlichen in der Kunstgeschichtekennen wir von Meng«, der selten ein Geschenkvon dem freygebigen spanischen Hof erhielt, daser nicht mit einem Gegengeschenk erwiederte).Von ihm ist auch der große Bau von Poggio Jm-periale, zu Loretto die trefliche Kupole, zu Rom das prächtige Gesimse von St. Maria maggiore,wo das erste aus Amerika geholte Gold angebrachtsenn toll, u. s. f- u. f. Im Alter erfuhr er aller-
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ley Unannehmlichkeiten. Zu seinen letzten Arbeitengehören die Festungswerke von Pisa Noch wollteLeo X . ihn zur Leitung des St. Peterbaues gebrau-chen, das er aber ausschlug, und bekanntlich1517. am Steinschmerzen starb. — Sein BruderAmron dan war derjenige, welcherderMoke d'Adriano,jetzt Castell St. Angelo, die Gestalt eines Castellsgab, von dem die schöne Kirche auf Monte Pul-ciano, u. a. herrührt, der dann späterhin von derStadt Florenz zum Oberaufseher ihrer Festungs-werke erkiest wurde, in seinem Alter aber die Kunstaufgab, und sich ganz dem Landbaue wicdmere.Von beyden endlich sagt Milizia (l. 0.), daß siedie dorische Ordnung merklich verbessert hatten,daneben eifrige Liebhaber der Alterthümer waren,wovon sie große Sammlungen besaßen, und über-haupt die Baukunst, gleichsam als ein Erbgut,ihren Nachkommen hinterließen *).
* Grampiccoki, auch Iamprccoli,(Julian), geb. zu Venedig 1690. von mütterlicherSeite ein Neffe von Marc Ricci. Es ist unbekant, beywem er die Stecherkunst gelernt habe; indessenscheint seine Manier die Schule von Wagner zuverrathen. Er hat Landschaft und Geschichteglücklich bearbeitet, und lieferte, neben Andern,,Blätter für das Werk: ?itturs del 8ulone lmpe-risle del Valn 22 v di birenr:e. Nach Tl'epolo kenntman von ihm einen Christ, der znr Richtstatte ge-führt wird, nach Manozzi eine Lunette im Zocco-lanten-Kloster zu Floren;, nach Ricci und Zuccha-relli Landschaften; dann »8 Blätter für das Oom-pendium VitN ?. Vetri ketroni, 8enensis (Vene,.76.), und endlich, ohne Namen des Malers, dasBildniß des Arztes Jan. Plancus (dieses 1765.),wo er somit jn hohem Alter noch lebte. Rost IV.izz. ÜEÜL///W und
— — (M. Sebastian). S. C. vicchx.
* Giancocondo, (Fra). S. Joh. JocunboLsslonsignori.
Giani oder Gianni, (Felix), ein italieni-scher Künstler, Schüler des Bibiena , der gegenEnde des XVIII. Jahrh, in Rom lebte, und fürdas Fach der Zimmer- und Theatermalerey vielTalent besaß. Seine Ornamente waren sehr man-nigfaltig, mit Geschmack angegeben, leicht undgefällig behandelt. O)inkclniann und s. Jahrh.S- Zss7- Wegen Mangel an Arbeit sah er sicheinsweilen gezwungen, seinen Stab weiter zusetzen. Girren - und Rulrurgern. von RomS. 2Z7- Seither aber muß er wieder nach Rom zurückgekehrt seyn. Wenigstens gab er im I.Zeichnungen von guter Erfindung zu der dort er-schienenen neuen Ausgabe der Xotti stom-n e desGrafen veri, welche von Joh. Camporcsi u. a.in leichten Aquakinta-Umrissen flüchtig genug geätztwurden. Eben so zu verschiedenen Blättern desMuses frsn^ois, als:
le Lsuveur du Monde, nach Fra Bartholomeo, grste-
chen von I. Calendi.
ksinille de Oersrd vouw,
nach Ger. Douw, gestochea
von
Deftev.
Lsviiliei' pgrlsol pour Is prvmeosde, nach Klipp, ge-stochen von !a Vallee.
ksmiiie de knb-n-j, nach einer Scirze von Rubens , ge-stochen von I. Schmutzer.
MEt.
Ferners sind nach ihm, in Joh. Volpato's Derz zwey schöne Blätter, aus Eeßners erstemchl'ffer, gestochen. Ob es dann dtt
mliche Gianni sey, der beyMeuse! (Mußl. 95 ) ein Bologneser heißt, und um »783- nebst
-) Die Fllration der Künstler dieses Geschlechts ist somit folgende:
Franz, der ältere.
-..Seme beyden Höhne, Julian und Anton.
z. Anton und Anton Äaptjsta, Frinz dös ältern Neffen, Söhne des Küfers Barthoksme piccom.
<- Franz, der jüngere, Bildhauer- dessen das Ler. unsre Ausätze hingegen keine weitere Erwähnung thun