Band 
Zweyter Theil [1].
Seite
447
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G i o r d a n o.

großen Lichtmassen, die öftere Wiederholung der-selben Gesichter; bey den weiblichen zum öfter» dasseiner Frau. Dann aber unterschied er sich vonjedem andern Meister durch seine neue Art zu colo-rircn, und kümmerte sich diesfalls wenig um diesonst bewährtesten Grundsätze. Seine Färbung warnämlich niemals wahr genug in den Tönen über-haupt, und am Allerwenigsten im Helldunkel,worüber er sich ein ganz willkührliches Ideal schuf.Deswegen aber gefiel er nicht minder durch einegewisse Grazie und einen Kunstzauber, desseneigentliches Wesen nicht ein jeder fassen, und nochminder nachahmen kann. Auch sagt' er es seinenSchülern selbst, daß es nicht jedem Knaben ver-gönnt sey, in dieses Geheimniß hineinzuschaun.Die Regeln der Zeichenkunst kannte er wohl, be-kümmerte sich aber eben nicht sehr, dieselben zubefolgen; wo denn Dommici glaubt, wenn ersolches strenger gethan hakte, würde darüber jenesFeuer erkaltet seyn, das sein größtes Verdienstausmacht. Andre hingegen meinen, daß er (sehrgewinnstbegierig, und zwar auf einen solchen Grad,baß er keinerley Bestellung selbst vom gemeinstenManne nicht ausschlug) kurz und gut von seinerungemeinen Fertigkeit, auch auf Unkosten seinerEhre, Gebrauch gemacht habe. Wieder andre be-schuldigen ihn" (neben Andern that dies, wie wiruns erinnern, der sel. Winkelmann aus Meng«Munde),oft so oberflächlich und dünne, undmir einem solchen Unmaaß von Oel gemalt zuhaben, daß seine Bilder sehr bald vom Luch wieverschwunden waren." Von seinen unzähligenWerken führt Lanzi vornämlich an: In jJeapelzwey in der Manier des Guido, in der KircheSt. Theresia; das eine die Geburt unsers Herrn.Vorzüglich dann werden ferner bewundert: DieVertreibung der Käufer aus dem Tempel bey denSt. Hieronymus - Vatern > worin die schöne Archi-tektur von Moscacial/o seyn soll. Unter seinenFreskoarbeiten werde am meisten diejenige imSchatze der Certosa, besonders seine Erhöhung derSchlang' in der Wüste bewundert, die er schon beygestandenem Alter gemalt hatte; dann die Kuppelbey St. Brigitta, von so bezaubernder Färbung,baß eben darum junge Maler daran ein gefähr-liches Beyspiel nahmen; und endlich sein St.kaverius, in der Kirche dieses Heiligen mit einerMenge Figuren, die er in anderthalb Tagen gemalthaben soll. Hiernächst in Floren; dste KapelleCorsini; die schon genannte Galerie Riccardi;vieles im Hause Roffi, neben Auderm jene Baccha-nale, welche jetzt der Marchese Capponi besitzet.Andres für den Großherzog. Dann in Spanien hauptsächlich seine Geschichten Salomo's in derEskurialkirche; andres für die Kirche St. Anton zu Madrid ; das schon Erwähnte im Pallaste BuonMiro; eine Geburt Christi, welche er mit ihmsonst ungewohnten auserlesenen Fleiß für die Kö-nigin malte; dessen nicht zu gedenken, wo er sich,dem Zeugnisse bewährter Schriftsteller zufolge,statt des Pinsels der bloßen Fingerspitzen be-dient hatte. Auch Deutschland hat von seinenStaffcieygemälden eine Menge seiner schönstenWerke Dresden allein an die i6 derselbenauszuweisen ; unter diesen vornämlich den Tod desSeneca, welches er in seinem vier- und zwanzig-sten malte. Zu Paris in der Galerie Orleans be-fanden sich von ihm: Der Teich Bethesda, unddann eben auch eine Vorstellung des aus demTempel verjagten Macklervolks. Zu dem Beßten,was nach ihm gestochen worden, gehören die viergroßen Blätter von Beauvarler: Der Raub derEuropa , Galathsa und Acis, das Urtheil desParis und der Raub der Gabinerinnen ; von Des-places: Josephs Keuschheit; von Earloin Herr-uch geschabt: Auch ein Urtheil des Paris , Bac-chus als Jüngling, und Galathea auf dem Del-phin ; von Monaco gestochen: Eine Flucht inAegypten , und Petri Fischfang; vonMurphy:Vulkans Werkstätte; von pichler: Venus undMars im Nebe (beyde geschabt); von Ravener:^«vhonisbe die das Hochzeitgeschenk des Masinissa

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empfangt; von levasseur: Apollo und Daphne(diese beyde gestochen'. Obaenannte Blätter wer-den bey Füßli lll. 195207. ausführlich beschrie-ben und, die Urbilder sowohl als die Stiche, nachGewohnheit meisterhaft gewürdigt. Sein 16. Tha-ten des Herkules im Buonretiro haben zwey spani-sche Künstler, I. Karcelvn und Viel. Barsantinach den Zeichnungen des Joseph Castillo, und dieGalerie Riccardi Campanella zu Rom in 1785. unterVolpato's Anleitung gestochen., Von seine» in sehrmalerischem Geschmacke selbstg ätzten Blättern führtFußli'd.c 208lo - viere, Rost aber G .155 56.)sieben, und ein Verzeichniß meines sel. Vatersüberhauvt an die 60. nach und von ihm vorhan-dener Stichen an. Sons. die Gantkataloge vonBrandes undWinkler, letzter» 8. V. Aorünue, mitder vorangeschickte» richtigen Bemerkung:Dienach ihm gearbeiteten Blätter bilden eine kostbareSammlung, nicht so fast ihrer Zahl, als der Talenteder Künstler wegen, die nach ihm gestochen haben.'' Seinen Moral-Charakter betreffend, bemerktWareler von ihm: Daß er bisweilen mit seinerArbeit auf eine edelmüthige Art freygebig war,und mehrmals Gemälde an Kirchen verschenkte,welche keine Mittel hatten, solche zu bezahlen.Ferner heißt es dort von ihm:Nur in seinerKunst hatte er Lebhaftigkeit; in Gesellschaft warer nie leidenschaftlich. Sein immer gleiches sanf-tes Wesen machte ihn fernen Freunden, seinenSchülern, und selbst seinen Nebenbuhlern theuer".Noch dürfen wir beym Schlüsse dieses Artikelsnicht vergessen, daß Luc«, gleich Maralti undandern wackern Künstlern seines Zeitalters, in sei-ner Jugend bisweilen auch auf Glas zu malennicht verschmähet hatte.

Giordano, (Paul), ist zwar nur als eingeschickter Juwelner in Fassung und Poljerungder Edelsteine bekannt.. Man schreibt ihm aberauch einen in der Florentt'schen Galerie verwahrtengroßen Carniol zu, worin das Brustbild PabstPaul II. der 14L4. erwählt wurde, gegraben ist.

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*Giorgetti, (Jacob), von Assist Der-selbe (sagt Lanzi I. ügz.) ist ausser seinem Vater-ort und den benachbarten Städten nur wenig ge-kannt. Man sagt, daß er bereits in Rom dieZeichnung studiert hatte, a;s ihn Lanfrauco unterseine Schüler aufnahm Er wird für einen gutenFreskanten gehalten. So B- im Dome zu Assistund in der Sakristey dortiger Conventualen, woer Geschichten der H Jungfrau hübsch colorirke,und ihnen mehrere Vollendung gab, als sein Mei-ster solches zu thun gewohnt war. Was man hin-gegen an ihm mit Recht aussetzen mochte, ist dasöftere Unebenmaaß seiner Figuren.

* Giorgi, (Anton vonü So führt der Gant-katalog von Brandes, wahrscheinlich irrig, einenKünstler an, (der doch kaum mit dem Baumeisterdes Lex. Anton di Giorgio zu verwechseln ist),nach welchem I.. C. le Vasseur zwey schöneBlätter: Pyramus und Thisbe, und Circe undUlysses, gestochen habe.

(Jacob), ein Maler zu Florenz ; lerntebey Cäsar Dandini, der ihn so sehr liebte, daßer ihm seine beträchtliche Sammlung von ichö-nen Kupferstichen, nebst göldnen, silbernen undkupfernen Schaumünzen testamentlich hinterließ.FüM'uricrr.

(Johann). S. Johann Merlini.

(I. de). So wird irgendwo ein Malergenannt, der um 1770. gcarbettet, und nach wel-chem Quermark das Bildniß des Erzherzog Maxi-milian, Gubernators zu Mailand , gestocyen habe.

Giorgio, (Meister), ein Edelsteinschneidervon Mailand ; arbeitete mit M. Ambrogio seinemLandsmanne, zu Florenz . S. den Art. dieses letzter».

Gior, ( ). So wird im Almanach äes