Band 
Zweyter Theil [1].
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457
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G n a e u s.

zurückgekehrt war), neuerdings, und noch 1806.ui Rom , wo er unermüdet fortfuhr, theils, nachder Natur, theils nach den größten Meistern zuzeichnen und zu stechen. In dem Blatt des Frei-müthigen (1805. dlso. 1.) findet sich eine mit X.unterzeichnete Notiz;, daß sich damals seine Sam-lung interessanter Ansichten von Rom und der um-liegenden Gegend auf — was kaum glaublich ist —

4— 5000. Blatter belaufen habe. Wie dem immerseyn mag, so verdient er das Zeugniß, welchesihmFernow in seiner Sitten-und Kulturgeschichtevon Rom ertheilt: „Man kennt" (heißt es dort

5- 280—82.) »die schönen reinlich und fleisskg ge-stochenen Blätter von merkwürdigen Gegenden undNaturscencn Italiens , welche dieser Künstler sämt-lich nach seinen eigenen Zeichnungen verfertigt hat.Jede spatere Arbeit von ihm zeigte die Fortschrittedesselben zu größerer Vollkommenheit im Mechani-schen der Kunst, und sein letztes Blatt vom Lagod'Averno kann sich in dieser Rücksicht den beßtenBlattern unserer Zeit an die Seite setzen. Kraft,Eleganz und Harmonie sind darin in hohem Gradevereinigt. Kenner wollen in den frühern tadelndbemerken, daß ihnen das mangelt, was man ge-wöhnlich Farbe nennt: Der Lokalton jedes Gegen-stands." Ein ähnliches Urtheil fallt von ihm dieSchrift: THinkelinann und sein JahrhundertS. 243. und 50. wo noch überdieß auch von seinenZeichnungen gerühmt wird: „AIs HausfreundHackerts hatte er die Behandlung von diesem Mei-ster gelernt, und bewies in treu nach der Naturgezeichneten Prospekten gute Kenntnisse von derWirkung, Haltung", u. s. f. Aller seiner alternArbeiten in der Schweiz nicht zu gedenken, vonwelchen man einige Notizzen bey Rost H. 277-78.und im Wrnklerschen Katalog findet, kennt mandie unnachahmlichen Meisterstücke seiner großemund kleinern Cascatellen von Livoli, seiner Grottedes Neptuns und des Wasserfalls zu Terni (1791-95.) Eine belehrende Kritik dieser vier Blatterfindet sich im journsl kür bilüenäe Künste p.61—70. Späterhin folgten dann vornamlich seinefast noch berühmtere Mühle nach Claude Lorrain (1304) und, als Pendant derselben: Der Tempelder Venus, dessen Treppe Bacchus und Ariadne hinaufsteigen (im Hintergründe das Meer und dieInsel Naxos ), ebenfalls nach Gelee's Urbild imPallast Colonna (1806.). Von diesen beyden Blat-tern, dem letztem zumal, glaubten indessen einigeBeurtheiler, daß denselben das Zarte (wir möch-ten eher sagen das Kräftige — die Farbe, wie esschon bey Fernorv heißt) und Glänzende (dieseswollten wir dann missen) seiner oberwähnten frü-hern Hauptblatter in gewissem Maasse gebreche.Der größte Stecher nach Claude dürfte freylich derBritte Vivares seyn und bleiben.

* Gnaeus oder Gneus . So wird beyVerrori Oisssrt. 6lzrptoZr> p. 3. ein alter Edel-fieinschneider genannt, der aber vielleicht mitGaeus Einer und derselbe ist.

* Gnocchi, (Peter). Nach Lanzi II. 426.mochte dieser Künstler seinen Meister Aureliuskuino an gutem Geschmack und Auswahl nochübertroffen haben. Eben dieser Schriftsteller kennteinen perer Luino, den er einen genauen und an-genehmen Maler heißt, und vermuthet, daß sol-ches unser Gnocchi seyn dürfte, der vielleicht denBeynamen Luino von seinem Meister erhaltenhabe, und von dem man in St. Victor zu Mai-land einen St Peter, der die Schlüssel erhält, sehe,welcher (überdies) in dem dluo^o (luills äi Nilanowirklich Peter Gnocchi, gewöhnlich aber eben demgenannten (sonst in der Kunstgeschichte unbekann-ten) Luino zugeschrieben werde. Er lebte noch

kLgi.

* Goar, ( van). Dieser Künstler kömmtauch unter dem Namen Gamperlin oder Gem-perlin vor.

* G 0 bau, (Franz). S. Goubeau.

Godardi 457

Gobbi, (Marcellus), ein Maler von Mace-rata, lebte um 1606. L-nrLr I. 498.

* Gobbio oder Gubbio , (Oderich da),Benvenueo deImmola, in seinem Commentarüber Danre giebt ihm ein seltsames Lob: IstsOssor'iHs kuit msAnus Nlniator in Eivitate 6onc>-nise, gui ernt valöe ms^nus jactator artls suso.Und in einem andern Commentar über das Xl. Ge-sang des Fegfeuers heißt er Lehrer von FrancsBolognese. In der Gesellschaft dieses letztem undGiotlo's (dessen Schüler er eher als Cimabue's ge-wesen zu seyn scheint) zierte er verschiedene Bücherfür Pabst Bonifaz VlII. /.Ei I. 23. 351- H. 2.7. et seqg. Fzorillo l. 74. Beyde setzen seinenTod (auf welchen Grund hin?) schon um izoo. an.

* Gobbo, (Peter Paul), genannt Gobbo diLortona, von seinem Geburtsort, de Larracci,weil er aus dieser Schule kam, und dei Fcurrivon seiner Gattung; eigentlich aber von der FamilieBonzi. Lan;i I. 522. nennt ihn einen schwachenFiguren mittelmäßigen Landschafts - aber dabey javortreflichenFrüchke- u. Fruchtgehängmaler inFreskound Oei; wie z. B. in einem Plarfond dcs Pal-lastes Matthäi zu Rom , und in einer Menge Gra-feleygemälden, besonders zu Cortona . Eine Fluchtin Aegypten nach seiner Erfindung dann soll er,wie schon das Lex. bemerkt, selbst geätzt haben.Hinwieder kennt s. v. Oor-touM nach ihm:Eine sitzende Madonna mit dem Kinde, vöu Eäs.Borgiani geätzt; einen jungen Knaben mit einerTaube in von Mechels Galerie von Düsseldorf ,einige Landschaften, nach seinen Zeichnungen vomGrafen von Caylus, und Andres in der Sammlungvon Jabach.

Gobelin, (Egidius), ein berühmter Schön-färber von Rheims, der unter Franz l nach Paris kam, und in derjenigen Gegend wohnte, wo inder Folge die Manufaktur der Gobelins errich-tet wurde. Er selbst besaß jedoch nur noch dieKunst, vvrtrefiich mit Scharlach zu färben. War-um aber nachwarts auch die gewirkten Tapeten(welche noch dazu erst unter Heinrich I V. in Frank-reich , früherhin aber einzig m Flandern verfertigtwurden), gerade von ihm den Namen erhielten, istuns unbekannt. Fiorillo III. 117-13.

* Goberr, (Peter). An ein Dutzend nachihm gestochener Bilder-führt ein Verzeichniß mei-nes sel. Vaters an, meist Personen aus der Familieund vom Hofe Ludwig XIV . und dann ein Bild-niß Ludwig X V. von I. Audran, woraus erhellet,daß Goberr noch ziemlich ins XVIII. Jahrh hin-ein gearbeitet hat.

G 0 bler, (Anton), ein Glasmaler von Dinant ;trat als Laybrudec in den Recolletsorden, in wel-chem er von 1631. an 34. Jahre lebte. Er wardfür einen geschickten Meister in seiner Kunst gehal-ten, über welche er, gleich seinem OrdensbruderMoritz Maget, auch geschrieben hat. /e7'. I. c. 17.

Goby, ( ). So heißt ein französischer

Künstler, der ein in 1653. von St. Quentin ge-maltes Bildniß des Dominikaners Jvh. Godin ge-stochen hak.

Gockran, (William), ein treflicher englischerBildnißmaler; geb. zu Stratkaven in Clydefdale1738; arbeitete zu Glasgow , wo er aber frühe(1785.) verstorben war.

Godard de lavarn > e, ( ) Pension-

nair der französischen Akademie zu Rom , einjunger geschickter Maler, starb daselbst 1305- NebenAnderm kannte man von ihm einen rasenden Ro-land, der einen Baum aus der Wurzel reißt; undeinen Ulyß, der sich bey seiner Rückkehr nachJthaka durch Losspannung seines Bogens, denihm sein Sohn reicht, zu erkennen giebt; welcheletztre Arbeit ganz besondern Beyfall erhielt.

— — ( ). So Wird im ^Imanack äe.s

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