Band 
Zweyter Theil [1].
Seite
456
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456 Glett. .

her die Astronomie bey Hofrath Boeckmann, undüble sich zugleich bey dem Hofzimmermanii Wein-brenner in Architekturzeichnungen. Hierauf (seiti? 75 -) legte er sich ganz auf die Mathematik undBaukunst, welche er bey seinem Bruder erlernte,und fünf Jahre lang dessen Baugehülfe blieb. Erselbst baute den Gesundbrunnen zu Hesselbronn,und besorgte die Vollendung des Stiftskirchen-baucs zu Hechingen . Dann reparirte er die Ve-stung Hohenzollcrn, legte zu Halgerloch im Für-stenchum Sigmaringen den steilen Felsenberg durchdie Stadt, gegen die vorgegebene Unmöglichkeitzur Chaussee an, u. s. f. Hierauf gieng er nachGöttingen , um dort weiter Mathesis, Mineralogieund Kameralwissenschaft zu studiren, kam sodannals Bauinspektvr zuerst in Hohenzollern - Hechin-gische, und späterhin, als Rath und Direktor derJngelfingischen Herrschaften in Schlesien und Sach-sen , in Hohenlohe - Jngelfingssche Dienste, in wel-chen er 1789 noch lebte. Seine und seines vorer-wähnten Bruders spätere Schicksale sind uns un-bekannt. Mensel ll.

Glerr, ( ) ein geschickter böhmischer Edel-

steinschncider; arbeitete um 1770. zu Dresden .

Glin, ( von), ein englischer Maler, nachwelchen I. F. Martin das Bildniß des GeneralsElliot gestochen hat.

Glockengießer, (Endres), Glockengießerin Nürnberg . Ein solcher ist bloß durch sein Bild-niß bekannt,

* Glockentbon, (Albert), geb. zu Nürn-berg um l^zs. (Von Rost I. 106. wohl zu früheangegeben, da sich Blätter von ihm mit 1510. be-zeichnet vorfinden). Nach Rost war er bloß Kup-ferstecher, und Papillon hätte ihn ohne Beweiseauch zum Formschneider gemacht. Seine Blatterzeigen, daß er besser, als z. B. sein ZeitgenosseZasinger gearbeitet habe. Einige seiner Köpfe zei-gen Fleiß und Ausdruck. Seine Manier hakte mitMartin Schön's viel Aehnliches. Auch kennt manmehrere Copien nach diesem Meister von ihm. Zufeinen beßten und seltensten Arbeiten gehören seinei2. Blätter Passion (welche nicht mit einer mitZ. 8. unterzeichneten Copie derselben zu verwechselnsind, die übrigens besser als das Original ist);ein Christus am Kreuz; eine Kreuztragung; derTod der Maria (nach Schön); Maria und dasKind auf einem Altar, mit der Inschrift um den-selben: „Dis ist. die. Engclwichi. zu. unser, lieben.Frouwen. zu. den. Einsidlen. 3VS. Fracia plena";eine sehr große Komposition mit i 4 § 6 . signirt,welches die älteste Jahrzahl ist, die man aufKupferstichen findet;, die klugen und thörigtenJungfrauen, u. s f. Rost 1 .0. 107. wo auch seineZeichen befindlich sind, und Mehreres hier-über s. im Latalo^us raisonnö äu Enbinst ä'L-Ltsmpes äs Lramä-N, und in den Gantkatalogeneben auch von Brandes und winkler.

— — — — ein Miniaturmaler desselbenNamens, ist bloß durch sein Bildniß bekannt.

— — (V )- So nennt der NVnklerscheGantkatalog ebenfalls einen alten Maler, Zeichner,Formschneidcr und Jlluminircr von Nürnberg , derum 1500 blühete, zu seiner Zeit Ruf hatte, undden er ausdrücklich von Alberr unterscheidet, wasdann vollends wahrscheinlich macht, daß die demletztem zugeschriebenen Holzschnitte dem unsrigengehören. Erwähnter Gantkatalog führt nämlichvon ihm an und beschreibt umständlich 24 mitFarben ansgemalte Holzschnitte, welche den Pas-sion vorstellen, auf der Kehrseite einen deutschenText enthalten, und mit: Gedruckt bey HansKnoblauch von Srrasburg 1506. signirtsind Die Komposition soll sehr gothisch seyn,dabey aber Köpfe voll Ausdrucks enthalten, dieübrigens bisweilen in Carrikaturen ausarten.

Gmelin.

Gloerex, (I.). Von einem Künstler diesesNamens flehet man gezeichnete Landschaften, djein Kunstkabinetten aufbehalten werden. .

Gloner, (Samuel). So heißt irgendwo einKupferstechen von Strasburg , der nach A. Tem-pesta gearbeitet hat.

Glorsch, (L. C.)- Und so ein Deutscher, vondem wir nichts Anders wissen, als daß er imXVII. Jahrh. Bildnisse gestochen habe

Glover, (G.)> Und so ein Englischer, derum 1635. gearbeitet habe. Dagegen heißt es an-derwärts, daß I. Johnson nach ihm 1640. dasBildniß des D. Eduard Derings gestochen hätte;wobey übrigens zu bemerken ist, daß das Lex. eine»Kupferstecher Johann Johnson kennt, der aberhundert Jahre später lebte? Wie das Alles zu ver-gleichen sey, ist freylich keiner ausführlichen Unter-suchung werth.

Glorvarschewsky, ( ) heißt im Rnss.

Hofkalender von 1304. Hofrath und Ritter, In-spektor der Schule, Mitglied und Rath der Kunst-akademie zu St. Petersburg . Ob er selbst ausüben-der Künstler war, ist uns unbekannt-

Glückher, (I. G.)> Diesen Namen findetman, als Zeichners, auf den von M. Küsse! radir-te» Kupferstichen zu des p. Eaurenrius vonSchnüffis Mira/lttschen Flörleür.

*Glume, (Carl Philipp), des nachfolgen-den Joh. Georgs jüngster Sohn, dessen im Ler.unter dem Art. seines Vaters Joh Georgs Er-wähnung geschieht, erwarb sich vornamlich mirBildnissen in Profil, in Wachs bossirt, einigenRuhm; seine großen Figuren in Stein hingegen sindsehr mittelmäßig. Er starb 1776. Vk/n.

* — — (FriedrichChristian), Joh Georgszweyter Sohn, von dem ebenfalls das Lex. unterdem Art. seines Vaters spricht. Her necke«Jachr. I. ^j8 ) nennt ihn Königl. Hofbildhauer.

* — — Johann Georg), Königl. PreussischerHofbildhauer. Das Lex. setzt seinen Tod in 1765.an. Dagegen sagt Heinecke (lIachr. I. A>wohl eher irrig, noch um 1763. von ihm, daß erder einzige Künstler in Berlin von Friedrich 1 . Zei-ten sey, der damals noch gelebt habe.

* — — (Johann Goktlieb), des obigen

Joh. Georgs ältester Sohn, dessen ebenfalls imLex. unter seines Vaters Namen Erwähnung ge-schieht. Er war Mitglied der Königl. Akademie,und st. 1778- Von ihm kennt man ein Alkarblattin der katholischen Kirche des Invaliden-Hauseszu Berlin ; dann Landschaften und Bildnisse. Nachihm hat Geyser I emms au ?arasol, und I. 6-Hayd: la kecrue st la ^aräiniere csutentö, und:Is 6ari;on ca^nsrä st In 8ervante, D- Berger einStudium u. s. f. gestochen. Dann hat er selber an diezo. Bildnisse u. Charakterstücke, zum Theil sehr geist-reich geätzt, welche im winklerschen Katalogwohl am Vollständigsten (an die 40.) verzeichnetund gewürdiget sind. Er starb 1773. Meus II.

Glyceras, ein antiker Bildhauer zu Sycion.

BoMNLx-o.

Glycon. Diesen Namen findet man auchauf einem geschnittenen Stein in dem Schatze desKlosters St. Denis, welchen MonrfauconTH. U-Nah. 150. anführt.

Gmelin, (Wilhelm Friedrich), Zeichner,Kupferatzer und Kupferstecher, geb. zu Badeweilerim Breisgau »745. Dieser geschickte Künstler,nachdem er eine geraume Zeit zu Basel für Chr.von Mechels Verlag Bildnisse, Prospekte u. s. f-gearbeitet hatte, gieng erst gegen den Mittag seinesLebens nach Italien , um sich auch bort in seinerKunst zu vervollkommne»; und lebte nun von daan (nachdem er nur einmal, während den Kriegs-unruhen in Italien für kurze Zeit nach Dentschlans