Band 
Zweyter Theil [1].
Seite
477
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Grassi.

aber alles in ruhiger Harmonie leuchtet". Bei-der Kunstausstellung zu Dresden imJ. ,zoz konnteman zumal das Bildniß der schönen russischen Für-stin Kinsky in allen obigen Rücksichten nicht genugbewundern. Auf derjenigen von 1805. sah manvon ihm die kleine dreyzehnjährige Prinzessin desHerrn Herzogs von Sachsen-Gotha, in eine Psychegeschaffen, die mit kindlicher Unschuld ein Vögel-chen an ihre Brust drückt; nebst fünf andern ebenso schönen Bildnissen der regierenden Herzogin vonSaga», der Prinzessinen Rohan, Wasinsky undCzartorinska, und des russischen Fürsten Trubetzkoi.Einige derselben s. beurtheilt in Meusels Ar-chiv IV. rc>6—7. Die damals gegen ihn sich er-hobene Krittele» eines Undulismus in der Manierdieses Künstlers fanden bewährte Kenner so gutals unbegründet. In demselben Jahr zahlte manzu seinen neuesten und beßten Arbeiten die lebens-großen Bildnisse der fürstlichen Eltern der erwähn-ten Prinzessin von Sachsen - Gotha, und bey derAusstellung von 1806. dasjenige des Dr. Gall,der vor Haydn's Büste steht; und des PrinzenLudwig Ferdinands von Preussen, der vor Saal-feld fiel, „eines Bilds" (sagt das Tübing.Morgenblarr S. 4 «.) „voll ergreifender Wahr-heit." Eben so belehrende als rühmliche Urtheileüber seine Arbeiten in frühern Salons von 1300.und iZor s in den deutschen Kunstblättern I.55-38 und II. B. I—II. 7—1". namentlich übereine Iris, die im Begriffe steht, sich in einenRegenbogen zu verwandeln. In Geunre'sWanderungen (S- 7.) erscheint über ihn eineStelle, die uns beyläufig von einem Theil seinernoch frühern Schicksale unterrichtet. Dort näm-lich heißt es von ihm: „Wahrend der Krise derletzten pohlnischen Revolution lebte er in Warschau ,wo er, durch Teppers (?) -Fall einen Verlust von5000. Dukaten erlitt, und wahrend der Belage-rung bey dem Bürgerkorps als Corporai in. Mannkommandiren mußte. Stelle dir den sanften Künst-ler vor, u. s. f. Bosciusko Freundschaft undKunstsinn brachten ihn endlich in Sicherheit, in-dem der General ihm Passe zur Entfernung vondem schrecklichen Schauplatz auswirkte, uno ihmselbst hinlängliche Begleitung gab, bis er nichtsmehr zu befürchten hatte." Dann folgt das Ur-theil, freylich eines bloßen empfindsamen Dilet-tanten über ihn: „Ich halte ihn für den beßten"(Bildniß?) „Maler, den ich jetzt kenne. Er hatein glühendes und doch sehr zartes Colorit, miteiner richtigen, inkercffanten Zeichnung. Michdäucht, er hat von dem strengen Ernst der altenachten Schule etwas nachgelassen , und seine eigeneblühende, unaussprechlich reizende Grazie dafürausgegoffen. Er hat mit bessern! Glück gethan,was Oeser in seiner letzten Manier thun wollte,durch welche er unter die Nebulisten gcriech. Beydeschmeicheln; aber Grasfi schmeichelt »och dem Ken-ner , und Geser schmeichelte nur dem Liebhaber."Gestochen nach ihm kennen wir einzig das Bildnißseines Freundes Thadd. Kosciusko, von G. Fies-singer; dann den Fürst Platon von Subow. inpunktirter Manier von Pseiffer.

— auch Guassi , (Niclaus). AuchLanzi II. 222. nennt ihn einen guten Bildnißma-ler, und der in dieser Rücksicht mit der Rosalbawetteifern konnte. Derselbe blühete zu Venedig um 1740. Nach ihm kennt man: St. Magdalena,welche Christus die Füsse wascht, eine schöne Kom-position ; und: Christus nimmt mit seinen Jüngerndas Osterabendmal (zwey wackre Blatter, Pen-dants)z und endlich die Berufung von St. Peter,alle von P. A Kilian, in seiner Kupferbibel;dann eine Begräbniß Christi von I. Wagner, undein Bildniß des Arztes Joh. Bohms, von F.Zucchi. /ffUL/e»- und

— — (Peter Anton). Eines Künstlers die-ses Namens gedenkt Toprani (K. b). II. 9.) derals Bildnißmaler in Diensten des Herzogs Alexan-der Farnese gearbeitet habe.

» — — (Tarquinius ). Seine Manier erin-

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nerke an Cignani's, und überhaupt an die der Bolog-neser seiner Zeit.

Grasso, (Bartholomäus). So hieß ein alterKunstvcrieger, für welchen N. Bonifacio 1587. eineWeihung des auf dem vatikanisä-en Obelisk be-findlichen Kreuzes, nach I. Guerra's Zeichnunggestochen hatte.

7- --- (Joh- Baptist), von Udine , lebte noch1563. Lanzi II. 75. nennt ihn einen guten Malerund noch bessern Baumeister, von welchem er nochbeyläufig bemerkt, daß Vasari seine Nachrichtenvon Malern im Friaul aus den von unserm Künst-ler ihm mitgetheilten Nolizzen geschöpft habe.

* Gratella. Ein Beyname von SebastianFilippi, den er von seiner Gewohnheit erhielt,große Gemälde durch den Rost (durch s Netz) insKleine zu reduziren.

Grakeloup, (Johann Baptist), ein Kunst-liebhaber, geb. zu Dax in Gascogue 1735. sollvon 1771. an vortrefliche kleine Bildnisse in Tusch-manier kräftiger, als sonst dieser Manier eigenist, nach Drevet, Edelink, Ficquet u a. gelieferthaben. Vartt-r I 5 ij. soc. wo, »eben Andern, die-jenigen von Bossuet, Descartes, Dryden, Mon-tesquieu und I. I. Rousseau angeführt sind. Erlebte noch 1789. wo aber podagrische Zufälle ihnan weitcr.r Arbeit behinderten.

* Grari, (Joh. Dapkista). Lanzi II. 2. 175-bemerkt, Zanorri habe von diesem Künstler nochbey seinem Leben, Erespi hingegen erst nach des-sen Tod geurtheilt, und nämlich seine Genauheitgelobt, mit seinen Talenten aber Mitleid gehabt.

Grarisco, (Jacob de). S. den Art. Casp.da piiglia seines Schülers.

Grarulfus. Ein französischer Baumeisterdes XI. Jahrhunderts. An dem Portal der KircheSt. Ursiu zu Bourges liest man: kecit.

/e ch'ortt/ln Trunal. Orü. 8. Leneä. K IV. p. IZI>

Grave, (I. E.). So nennt der winkler-sck-e Katalog einen Landschaftsmaler und Kupfer-ätzer, der in Amsterdam zu Anfang des XVIII.Jahrh, geblühet, und zwey dort benannte großeBlatter: Aussichten von Harlem und Muyterbergh,nach eigenen Zcichnnngcu gestochen habe.

* Gravelle, (Levesqge de). Derselbe hießLudwig. Seine Blätter waren bloße Aetzarbci-ten. VnLarr b)ä. soc. führt von ihm zwey Nym-phen nach Boucher an.

* Gravelor, (Hubert), Zeichner und Kupfer-ätzer. Sein eigentlicher Name warHuberrFranzDanvikle, ein Bruder des berühmten Geographendieses letztem Geschlechtuaniens, geb zu Paris 1699. von gutem Hause, anfänglich zu einem an-dern Berufe bestimmt, und in feiner Jugend höchstausschweifend; dann erst in seinem zc>. Jahre einSchüler von Restout, bey welchem er sich im Zeich-nen, zum Theil auch im Malen fleisslg übte,welches letztre ihm aber nie recht gelingen wollte.Hierauf gieng er nach England, wo er mehrereJahre lebte, und sich hauptsächlich durch seinenguten Geschmack in Verzierungen, und allerleyangenehme Kompositionen zu litterarischen Werkenvielen Ruhm erwarb, auch eine Privat-Akademiestiftete, wo mehrere Künstler sich ihre Arbeiten mit-theilten, gemeinschaftlich zeichneten, u s. f Vonihm vornamlich waren die in 17^0. und 42. zp Lon-don erschienenen Hefte des wei läuftigen Werkes,das: Apolle« britcanious zur Aufschrift führt. Um1745. kam er dann nach Paris zurück, wo er wei-ter fort, und bis an seinen dort erfolgten Tod solange »»ermüdet arbeitete, als die allmalige Ab-nahme seines Gesichts es gestatten wollte. EineKunstcharaktcristik von ihm finden wir einzig beyde lsoiirenay. Dort heißt es von ihm: „Manbemerkte in allen seinen Zusammensetzungen ein